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Was feiern wir eigentlich an Pfingsten?


Gestern war Pfingstsonntag, und heute ist in Deutschland, Österreich und der Schweiz ein gesetzlicher Feiertag. Doch der Grund dafür gerät immer mehr in Vergessenheit. Deshalb gibt es heute von mir eine kleine Auffrischung!

Der 50. Tag nach Ostern

Das Wort Pfingsten leitet sich vom griechischen pentekoste ab und bedeutet in diesem Zusammenhang so viel wie „der 50.“ Tag. Denn von Ostersonntag aus gerechnet fällt Pfingsten immer auf den 50. Tag, den Oster- und den Pfingstsonntag mitgerechnet.

Fest des Heiligen Geistes

Nach Ostern und Weihnachten ist Pfingsten das drittwichtigste Fest der Kirche. Sowohl Katholiken als auch Protestanten feiern es. Nach christlichem Glauben ist Pfingsten das Fest des Heiligen Geistes. Im Neuen Testament heißt es, dass der Heilige Geist nach der Auferstehung Jesu auf seine Anhänger herabkam. Die Geschichte beschreibt ihn als Feuerzungen, die sich von einem Brausen begleitet auf die Jünger niederließen. An diesem Tag soll auch das sogenannte „Pfingstwunder“ geschehen sein: Die Jünger konnten in ganz verschiedenen Sprachen sprechen, und jeder konnte jeden verstehen. Diese Geschichte ist auch als Bild für den Auftrag der Kirche zu verstehen: Sie hat den Anspruch, alle Menschen auf der Welt zu erreichen, unabhängig von der Nationalität und Sprache.

Pfingsten ist der Geburtstag der Kirche

Die Tradition des Pfingstfestes ist alt. Die 1. Quellen, die das Fest erwähnen, stammen etwa aus dem Jahr 130 n. Chr. Das Pfingstfest geht auf die Tradition des jüdischen Wochenfestes, des Schawuots, zurück. Die Juden gedenken dabei des Tages, an dem Moses die 10 Gebote von Gott erhalten hat. Die Ereignisse an Pfingsten gelten auch als Geburtsstunde der christlichen Kirche. Petrus soll an diesem Tag eine beeindruckende Predigt gehalten haben. Zahlreiche Menschen bekannten sich von da an zum christlichen Glauben.

Übrigens: Was hat Pfingsten mit dem „Turmbau zu Babel“ zu tun?

Der „Turmbau zu Babel“ ist eine Geschichte im Alten Testament. Sie handelt von einem Volk, das in Babel (= Babylon) einen Turm erbauen will, der bis zum Himmel reicht – um Gott gleichzukommen. Gott zeigt sich von diesem Vorhaben wenig begeistert und bestraft die Erbauer: Er gibt jedem eine eigene Sprache, sodass sich niemand mehr mit dem anderen verständigen kann. Vorher hatten die Menschen alle dieselbe Sprache gesprochen. Da das nun nicht mehr geht, lastet auf dem Turm ein Baustopp. Und die Menschen verteilen sich auf der Welt. Durch das „Pfingstwunder“ waren die Jünger in der Lage, in allen Sprachen zu sprechen. Damit war die babylonische Sprachverwirrung aufgehoben.