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Was machen wir mit unserer Lebenszeit?


Die Zeitschrift P.M. hat mich schon als Teenager interessiert. Ich bekam  von meinen Eltern ein Abo, mein Großvater las die Ausgaben ... In der diesjährigen Januar-Ausgabe von P.M. Fragen & Antworten gibt es eine schöne Liste mit Dingen, die wir über das ganze Leben so tun – als Antwort auf die Frage „Wo ist nur die Zeit geblieben?“ 

Also, mal sehen, ob ihr euch darin wiederfindet!

  • Rund 24 Jahre und 4 Monate schläft der Deutsche
  • 12 Jahre sieht er fern
  • 12 Jahre wird geredet, davon geht es in 2 Jahren und 10 Monaten um Klatsch, Tratsch und Witze
  • 8 Jahre wird gearbeitet
  • 5 Jahre wird sich dem Thema Essen gewidmet, 2 Jahre und 2 Monate werden Mahlzeiten gekocht und Brote geschmiert
  • 2 Jahre und 6 Monate verbringt der Bundesbürger im Auto
  • 1 Jahr und 10 Monate gehören der Schul- und Weiterbildung
  • 1 Jahr und 7 Monate wird Sport getrieben
  • 16 Monate wird die eigene Wohnung gereinigt
  • 12 Monate besucht der Deutsche Kino, Theater oder Konzerte
  • 9 Monate wird gewaschen und gebügelt
  • 9 Monate wird mit den eigenen Kindern gespielt
  • 4 Monate wird am Computer gespielt
  • 2 Wochen wird gebetet

Quellen: „American Time Use Survery“, „Der Mensch in Zahlen“, Spektrum Akademischer Verlag, sowie „The Book of Times“, Verlag Wiliam Morrow.

Dass wir viel schlafen, das war mir klar. Aber dass an zweiter Stelle schon der Fernseher steht!? 12 Jahre sehen wir fern! Da frage ich mich, was die Generation unserer Großeltern mit ihrer Lebenszeit gemacht hat. Vermutlich fiel mehr Zeit auf das Thema Essen inklusive Anbau und Ernte, viel mehr Zeit auf die Arbeit und natürlich leider auch Zeit auf Kriegseinsätze und alles, was damit zusammen hing. Dann gab es noch so etwas wie Handarbeiten. Das Waschen und Bügeln nahm mehr Zeit in Anspruch als heute. Auch die Pflege von Angehörigen im eigenen Haushalt war früher gang und gäbe. Die Zahl der Kinder war höher, wenngleich ich bezweifle, dass mit ihnen lang gespielt wurde. Die Religion hatte sicher auch einen höheren Stellenwert. Und möglicherweise wurde weniger geschlafen. Das Reden schätze ich als ähnlich hoch ein, vielleicht war es zu Omas Zeiten sogar noch mehr.

12 Jahre fernsehen – das scheint mir ein echter Luxus zu sein! Die Bildung verbucht nur einen Bruchteil dieser Zeit auf sich! Die ganzen Jahre, die ich in der Schule und an der Uni war, sollen insgesamt nur 1 Jahr und 10 Monate betragen? Das kann ich mir kaum vorstellen ... Schon alleine 13 Jahre Schule erschienen so unendlich lang!

Wir arbeiten sogar weniger als wir fernsehen. Ich komme nicht darüber hinweg! Morgen werde ich meiner Tochter gleich mitteilen, dass der Fernseher künftig ausbleibt! So geht das nicht weiter! Aber jetzt gehe ich erst mal ins Wohnzimmer, das Montagskino im ZDF startet bald ...