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Wie war ich früher?


Seit gestern überlege ich hin und her, ob ich als Jugendliche eher extrovertiert oder introvertiert war. Denn der Zustand der Persönlichkeit im Alter zwischen 16 und 26 gibt Aufschluss darüber, ob ich mit Mitte 60 mit meinem Leben zufrieden bin und ob es mir gut geht.

Wer als junger Mensch offen, lebhaft und gesprächig ist, hat gute Chancen auf Zufriedenheit und Wohlbefinden im Alter. Das hatte ich in einer Meldung der „Apotheken Umschau“ gelesen. Sie beruft sich auf eine Studie der Universität von Southampton (England). Die Forscher hatten die Möglichkeit, von 4500 Personen des Jahrgangs 1946, die im Alter von 16 und 26 Jahren zu Persönlichkeitsmerkmalen befragt worden waren, 2500 Teilnehmer Jahrzehnte später noch einmal zu befragen. Dabei zeigte sich ein deutliches Muster: Wer als Jugendlicher extrovertiert war, war als älterer Mensch glücklicher. Introvertierte oder psychisch wenig stabile Jugendliche erwiesen sich im Alter von 60 bis 64 Jahren als stressanfälliger und auch weniger gesund.

Mich interessierte, wie genau das „Extrovertiert sein“ definiert war. Was macht Extrovertiertheit aus? So suchte ich eine gefühlte Ewigkeit mit einzelnen Begriffen aus der deutschen Meldung nach der Original-Meldung aus England. Meine letzte, verzweifelte Suche nach der Zahl 64 und dem Begriff „age“ lieferte schließlich den Treffer. „Outgoing people lead happier lives“ heißt die Pressemitteilung der University of Southampton vom 17. Juli 2013.

Dort steht, die Extrovertiertheit wurde durch Fragen über Geselligkeit, Energie und Aktivität beurteilt. Die Apotheken Umschau übersetzte das vermutlich mit offen, lebhaft und gesprächig. Fragen über emotionale Stabilität, Stimmung und Ablenkbarkeit gaben Aufschluss darüber, ob eine Person eher von psychisch labiler Natur war.

Also ich finde mich in beiden Ausprägungen wieder und würde mich weder eindeutig dem einen noch dem anderen Merkmalszug zuordnen. Daraus leite ich ab, dass ich im Alter über ein mittleres Wohlbefinden verfüge. Da ich noch rund 20 Jahre Zeit habe, mich darauf vorzubereiten, sehe ich die Sache positiv: Ich muss vielleicht härter an mir arbeiten als Ex-Extrovertierte. Doch well-being und life satisfaction gibt’s bestimmt auch für mich!