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Zufrieden mit 100


„Ich will keine 100 werden!“ Diese Aussage habe ich schon oft von anderen gehört, wenn wir uns über das Alter bzw. das Altern unterhielten. Mich wundert das stets, denn ich habe in meiner Familie viele Alte erlebt, die erstaunlich lange fit waren. Die 100 hat bisher zwar niemand erreicht. Doch so abschreckend finde ich das Alter nicht.

Machen wir uns nichts vor: Von denen, die nicht alt werden wollen, erreichen sicher einige ein hohes Alter. Denn gerade die Zahl der Hundertjährigen hat sich ??in Deutschland innerhalb von zehn Jahren mehr als verdoppelt. Dass diese Hochaltrigen heute geistig und körperlich fitter sind als diejenigen früherer Generationen, belegt eine repräsentative Untersuchung von Forschern der Uni Heidelberg mit Menschen im Alter von 100 Jahren in der Stadt und Region Heidelberg. Mit der Zweiten Heidelberger Hundertjährigen-Studie, die von der Robert Bosch Stiftung und der Dietmar Hopp Stiftung gefördert wurde, haben Wissenschaftler des Instituts für Gerontologie der Ruperto Carola ein umfassendes Bild von Hundertjährigen und ihrer Lebenssituation ermittelt.

Das Ergebnis: Eine optimistische Einstellung, Lebenssinn und Lebenswillen führen bei Senioren im hohen Alter zu mehr Lebensqualität und Zufriedenheit. Die geistige Leistungsfähigkeit, Gesundheit oder soziale Aspekte scheinen weniger wichtig zu sein als die genannten psychologischen Stärken.?? Wichtig ist auch die so genannte Selbstwirksamkeit – die Überzeugung, das, was man tun möchte, auch wirklich zu können.

„Zusammenfassend zeigen die Ergebnisse unserer Studie, dass das Erleben von Verlusten durch Einschränkungen beispielsweise im gesundheitlichen Bereich sich nur bedingt auf das Wohlbefinden auswirkt und dass ein sehr hohes Alter auch positive Seiten hat, beispielsweise eine deutliche Wertschätzung des Lebens“, erklärt Studienleiterin Prof. Dr. Daniela Jopp. Das ist gerade deshalb interessant, weil zurzeit nur jeder fünfte Hundertjährige gesundheitlich so fit ist, dass keine Leistungen der Pflegeversicherung nötig sind. Allerdings sind verglichen mit der ersten Studie  heute mehr Hundertjährige in der Lage, selbstständig zu essen, sich um ihr Aussehen zu kümmern, zu telefonieren, Mahlzeiten zuzubereiten oder Geldangelegenheiten zu regeln. Inzwischen gibt es mit 52 % deutlich mehr Hundertjährige, die keine oder nur geringe geistige Einschränkungen aufweisen.

Ob wir nun 80 werden, 90 oder tatsächlich 100: Wir werden älter. Nicht nur wir, sondern die ganze Gesellschaft. Ein gesunder Optimismus, so meine ich, kann niemandem schaden, vielleicht ist es auch die Suche nach dem Lebenssinn. Hierzu gibt es bei simplify.de jedenfalls genügend Anregungen ...!