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Zwei neue Optionen, Heiligabend und der Weltuntergang


Es ist noch nicht Freitag, der 21. Dezember. Und ich habe meine Umzugspläne schon wieder über Bord geworfen. Denn inzwischen bin ich um einige Informationen reicher. Zunächst hatte ich Besuch von besagtem Umzugsfamilienunternehmen. Der Chef gab mir seinen Stundensatz für vier Helfer plus LKW bekannt. Da er nicht wisse, wie viel ich am Umzugstag schon vorbereitet habe, könne er keine Pauschale anbieten. Da ich nicht weiß, wie viele Stunden ich mit diesem Stundensatz in Anspruch nehmen muss, schreckt mich das eher ab.

Ich traf mich kurz darauf mit einer Freundin, die vergangene Woche umgezogen ist. Sie fragte ich vorsichtig, wie lange es gedauert hat. „Wir waren 8 Leute, das ging relativ schnell.“ Ob sie denn ein Umzugsunternehmen gehabt habe, wollte ich wissen. „Nein, das waren alles Freunde.“ „Wirklich?“ Ich war baff. Wie schon gestern geschrieben, habe ich wenig Erfahrung in solchen Dingen und fragte vorsichtig nach: „Haben dir alle ihre Hilfe im Vorfeld angeboten? Oder hast du sie um Hilfe gefragt?“ „Nein, nein! Ich habe alle angerufen und gefragt, ob sie helfen können.“ Schon wieder au weia. Nun ist es doch schon schwer genug, überhaupt Hilfe anzunehmen. Dann soll ich auch noch gezielt darum fragen? Das wird eine echte Prüfung sein. Meine Freundin gab mir noch ein paar Tipps mit auf den Weg – und ich zählte im Kopf schon mal durch, wer mir alles helfen wollte bzw. könnte.

Am Nachmittag tat sich dann eine neue Option für den Umzugstag auf. Da traf ich auf ein älteres Ehepaar, das ebenfalls frisch umgezogen ist. „Wir hatten unsere Umzugshelfer vom Arbeitsamt! Das waren junge, starke Studenten – die haben sich um die schwerste Kiste gerissen! Nach eineinhalb Stunden war alles oben im 3. Stock!“ Wow, das hörte sich gut an! Die Sache mit dem Arbeitsamt war mir allerdings neu. Dort könne man anrufen und sagen, dass man Umzugshelfer suche. Mein Ehepaar bekam daraufhin vier Telefonnummern und stimmte sich mit den Studenten ab, die allesamt pünktlich und arbeitswillig zum Termin erschienen sind. Vermittlungsgebühr fiel keine an, ihr Geld bekamen die Studenten direkt von den Auftraggebern.

Nun liebäugele ich also auch mit den Studenten. Vielleicht wähle ich eine Mischform, wer weiß? Vielleicht bekomme ich noch einen ganz anderen Hinweis ...

Was mir jedoch bei meinen Ermittlungen auffällt: Heiligabend ist das angepeilte Datum schlechthin, wenn es um den Umzug geht. Nach dem Motto „bis Weihnachten wollen wir drin sein“ zieht zurzeit jeder um, der diesen Termin einmal grob ins Auge gefasst hatte. So erscheint es mir zumindest. Wenn ich morgens durch’s Neubaugebiet fahre, zieht jeden Tag eine andere Familie in ihr neues Heim ein. Im Freundes- und Bekanntenkreis wandelt sich ebenfalls viel, was die eigenen 4 Wände betrifft. Bleibt nur zu hoffen, das morgen die Welt nicht untergeht ... Sonst wären alle Mühen umsonst gewesen ...