simplify steht für einen einfachen Weg zu einem bewussten und erfüllten Leben in einer komplexen Welt.

5 Fragen, die Ihnen bei der Entscheidung "Geld oder Zeit" helfen


Selber-Machen liegt voll im Trend. Dafür verantwortlich ist (wie für vieles) mal wieder die Digitalisierung. All das viele Virtuelle weckt die Sehnsucht nach Greifbarem. Außerdem stellt Youtube für jede Bastelei prächtige Anleitungsvideos zur Verfügung. Doch wann lohnt es sich, selbst Hand anzulegen? Und wann ist es schlauer, Geld in einen Fachmann zu investieren? Hier unsere simplify-Entscheidungshilfe:

1. Was riskiere ich?

Spielen Sie beim Umgang mit Werkzeugen vorher die schlimmstmöglichen Szenarien durch. Mit einer elektrischen Stichsäge können Sie sich einen Finger abschneiden oder mit einem abrutschenden Bohrer eine Arterie treffen! Benutzen Sie die auf dem Gerät abgebildeten Schutzmittel – die schlimmsten Unfälle passieren bei Sorglosigkeit. Wenn Sie aber ein Bewusstsein für die potenziellen Gefahren haben, kann das Arbeiten mit gutem Werkzeug viel Erfolg und Befriedigung bringen.

simplify-Tipp: An elektrische Geräte mit 230-Volt-Anschluss sollten Sie sich nur wagen, wenn Sie echtes Verständnis für die Hintergründe haben. Was ist ein Schutzleiter? Wo sind stromführende Teile? Bin ich geerdet? Wenn Ihnen diese Begriffe nichts sagen, Hände weg! Absolutes No-Go sind Do-It-Yourself-Reparaturen an Gasleitungen und -geräten. Auch Heizungs- und Photovoltaikanlagen sind gefährlich. Falls Sie dort selbst Hand anlegen und Ihnen etwas zustößt, zahlt möglicherweise wegen grober Fahrlässigkeit nicht einmal Ihre Versicherung.

2. Wie hoch ist mein Zeitaufwand?

Lernen Sie vom neuen Berliner Flughafen: Der hätte 2011 seinen Betrieb aufnehmen sollen – und nun wird es wohl 2018 oder 2019. Die meisten Menschen überschätzen, wie viel Zeit sie übrig haben, und unterschätzen, wie viel Zeit sie für eine Aufgabe benötigen.

simplify-Tipp: Lassen Sie neue Projekte konkret vor Ihrem geistigen Auge ablaufen, samt allen Arbeiten drum herum – Material kaufen, Arbeitsplatz herrichten, aufräumen. Um bei größeren Arbeiten (z. B. Fenster lackieren) einen Anhaltspunkt zu gewinnen, bitten Sie einen Profium ein Angebot – und nehmen Sie seine Arbeitsstunden mal zwei!

3. In welchem Zeitraum schaffe ich das?

Anders als Profis können Sie die Arbeit meist nicht am Stück erledigen. Wie lange können Sie Ihren Nachbarn zumuten, dass Sie regelmäßig zum Duschen kommen, weil Sie in Eigenregie Ihr Bad renovieren? Wie lange erträgt Ihre Familie den Malergeruch, wenn Sie jedes Wochenende einen weiteren Raum streichen? Wer ist alles von Ihrem Projekt betroffen? Stellen Sie gemeinsam einen Zeitplan auf!

simplify-Tipp: Haben Sie Familie, machen Sie nach Möglichkeit ein gemeinsames Unternehmen daraus. Zusammen zu werkeln verbindet! Werden Sie von Ihrer Familie nur belächelt, kann Heimwerken zu einer unterschwelligen Belastung für Ihr Zusammenleben werden.

4. Lohnt sich das?

Berechnen Sie Ihren Stundenlohn: erspartes Geld geteilt durch die Zahl der Arbeitsstunden. Sie würden weit unter dem Mindestlohn schuften? Dann lohnt sich Ihr Job nur, wenn Sie Frage 5 mit einem klaren „Ja“ beantworten können.

simplify-Tipp: Berücksichtigen Sie, dass Materialkosten unabhängig davon entstehen, ob Sie oder ein anderer den Job macht. Haushaltsnahe Dienst- und Handwerkerleistungen können Sie zudem steuerlich geltend machen. Bedenken Sie bei Ihren Zeitberechnungen, dass Sie auch bei einem Auftrag an andere Zeit aufwenden müssen (z. B. Handwerker beaufsichtigen, Kaputtes zum Reparatur-Service bringen).

5. Habe ich Spaß daran?

Nicht alles, was Sie selbst tun, muss sich rechnerisch lohnen. Umgekehrt müssen Sie nicht alles selbst erledigen, was sich rechnerisch lohnen würde. Wenn Sie es hassen zu nähen, dürfen Sie die Hose auch zum Schneider bringen, wenn der horrende 15 € für einen Saum verlangt. Fragen Sie sich bei allen Heimwerkerarbeiten: Wird mir die dabei verbrachte Zeit Freude machen?

simplify-Tipp: Machen Sie etwas zum ersten Mal, ist das mühsam und das Ergebnis vermutlich nicht perfekt. Aber Sie erwerben dadurch neue Fähigkeiten (etwa manuelle Geschicklichkeit), trainieren Ihr lernhungriges Gehirn – und können hinterher mit Stolz sagen: „Den Hasenstall habe ich selbst gebaut!“ 

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