simplify steht für einen einfachen Weg zu einem bewussten und erfüllten Leben in einer komplexen Welt.

So kriegen Sie eine Wohnungsauflösung gut über die Bühne


Stirbt ein Angehöriger, gilt es nicht nur, eine würdige Beerdigung zu organisieren und allerlei Papierkram zu erledigen, sondern oft auch, eine Wohnung aufzulösen. Wir haben für diesen Artikel mit Menschen gesprochen, die genau das gerade getan haben. Ihr einhelliger Rat:

Machen Sie es selbst!

Nutzen Sie die Chance, dem Verstorbenen in seinen Dingen noch einmal intensiv zu begegnen. Wenn Sie zusammen mit weiteren Angehörigen erben, bietet Ihnen eine gemeinsame Räumaktion die Möglichkeit, sich miteinander zu erinnern. Zudem sinkt dadurch das Risiko, dass es später zu Zwistigkeiten über den Verbleib von Dingen kommt.

simplify-Tipp: Werfen oder geben Sie nach Möglichkeit nichts unbesehen weg. Sonst entsorgen Sie womöglich zusammen mit dem Stapel abgetragener Pullover oder der zerschlissenen Bettwäsche auch versteckte Goldmünzen und Geldscheine Ihrer Tante.

Wie viel Zeit Sie sich nehmen können ...

... hängt von vielen Faktoren ab: Wie viel Zeit können die anderen Beteiligten (und natürlich auch Sie selbst) erübrigen? Wie schnell sind Sie emotional bereit, sich mit den Dingen zu beschäftigen? Wie weit entfernt ist die Wohnung des Verstorbenen? Wann müssen Wohnung oder Pflegeheim-Zimmer geräumt werden? Gibt es jemanden, der in der nun unbewohnten Immobilie regelmäßig nach dem Rechten sehen kann?

simplify-Tipp: Stellen Sie sicher, dass nach wie vor eine Gebäude- und Hausratsversicherung besteht. Ist eine Immobilie dauerhaft unbewohnt, verlangen Versicherer in der Regel einen höheren Beitrag. Sorgen Sie außerdem dafür, dass der Haushalt bis zum Schluss funktionsfähig ist (Küche, Telefon, ggf. Internet, Strom, Wasser, Heizung).

Organisieren Sie Hilfe

Überlassen Sie es einem Freund, im Internet zu recherchieren, wie wertvoll der alte Wohnzimmerschrank ist. Bitten Sie Ihren Partner, die aussortierte Kleidung zu einer Kleiderkammer zu fahren. Lassen Sie eine Entrümpelungsfirma alles abholen, was am Schluss übrig bleibt.

simplify-Tipp: Sind Sie allein mit dem Erbe, kann es helfen, wenn eine vertraute Person einfach neben Ihnen sitzt, während Sie die Dinge durchsehen.

Belasten Sie sich nicht mit Gerümpel

Auch wenn Ihre Tante große Freude an ihren Sammeltassen hatte: Wenn Sie die daheim bloß in einem Karton verstauen und von einem Ort an den anderen räumen, wird aus der schönen Sammlung lästiges Gerümpel. Nehmen Sie sich nur das, was Sie tatsächlich haben möchten und gebrauchen können! Beschränken Sie die Zahl der reinen Andenken, indem Sie dafür eine Erinnerungskiste bereitstellen: Die füllen Sie mit unersetzlichen Fotoalben, Tagebüchern und anderen typischen Erinnerungsstücken, dann ist Schluss.

simplify-Tipp: In den Schränken älterer Menschen lagern oft Dinge, die sie bereits ihrerseits geerbt haben. Machen Sie sich klar: Diese Decken hat Ihre Mutter nie benutzt, diese Schlafanzüge Ihr Vater nie getragen. Es sind Gegenstände ohne Erinnerungswert.

Verkaufen statt wegwerfen

Gehen Sie – auch wenn Sie kein Flohmarkttyp sind – probehalber mit einem Teil des Krempels auf den Flohmarkt. Sie werden staunen, für welche Sachen sich alles noch Liebhaber finden. Größere Gegenstände bieten Sie am besten im Internet an (Ebay, Ebay-Kleinanzeigen oder ein lokales Anzeigenportal). Bestehen Sie, wenn Sie kein Verpackungskünstler sind, konsequent auf Selbstabholung.

simplify-Tipp: Eine gute Adresse zum Verkauf von Vintage-Gegenständen ist de.dawanda.com, wo Sie als Privatperson einen eigenen Shop eröffnen können.

Seien Sie großzügig

Spenden Sie alte Kleidung an eine karitative Kleiderkammer. Fragen Sie bei einer örtlichen Flüchtlingshilfsorganisation nach dem Bedarf an Einrichtung für Menschen, die eine eigene Wohnung beziehen. Bedenken Sie aber auch die Menschen im Umfeld, die sich über ein Andenken freuen würden: die langjährige Haushaltshilfe Ihrer Eltern, die Briefmarkenfreunde Ihres Vaters, die Enkelkinder (selbst wenn die ihren dementen Großvater lange nicht mehr gesehen haben). Ihre 12-jährige Tochter beteuert, sie würde den Schmuck ihrer Oma niemals tragen? Heben Sie trotzdem ein Stück für sie auf, denn es kann es gut sein, dass sie es später zu würdigen weiß.

simplify-Tipp: Wenn Sie alte Briefe an den Absender zurückgeben können, machen Sie dem damit ein kostbares Geschenk.

footerData.7421003 = TEXT footerData.7421003.value(