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Was Sie über Internet-Retouren wissen sollten


Einkaufen im Internet könnte so bequem sein – wären da nicht die lästigen Rücksendungen. Im Bereich Kleidung und Schuhe wird über die Hälfte aller bestellten Artikel zurückgeschickt. Retouren sind nicht nur nervig für Sie als Käufer, auch für die Händler bedeuten sie einen erheblichen Mehraufwand. Vor allem aber verschlechtern die vielen Rücktransporte die Umweltbilanz des Online-Shoppings. Internet-Experte Tobias Weidemann erklärt Ihnen, wie Sie unnötige Retouren vermeiden – und notwendige mit möglichst wenig Aufwand abwickeln:

Vergleichen Sie online nicht nur die Preise ...

... sondern auch die Produktbeschreibungen bei verschiedenen Händlern. Oft stoßen Sie dabei auf weitere Bilder und hilfreiche Angaben. Bei Kleidung und Schuhen schreiben Kunden oft, wie die Größe ausfällt (wie erwartet, größer, kleiner) oder die Qualität („Stoff sieht auf dem Foto weicher aus, als er ist“).

simplify-Tipp: Betrachten Sie Ihr Wohnzimmer nicht als XXL-Umkleidekabine, in die Sie beliebig viele Stücke mitnehmen können. Setzen Sie sich als Ziel: „Ich bestelle so, dass ich möglichst nichts zurückschicken muss.“

Offline plus online

Versender, die auch ein Filialnetz betreiben, bieten die Möglichkeit, das Beste von Online- und Offline-Einkauf zu kombinieren. Vor Ort können Sie sich über die passende Größe und Farbe einer Jacke klarwerden. (Legen Sie dabei möglichst viele Einkäufe zusammen, damit Sie nicht immer extra Ihr Auto in Gang setzen.) Sollte dort Größe 40 nicht in Blau verfügbar sein, bestellen Sie das gewünschte Modell online zur direkten Lieferung nach Hause. So senken Sie Ihre persönliche Retourenquote.

simplify-Tipp: Kaufen Sie Ihre Sachen fairerweise auch bei dem Versender, der sich noch ein Filialnetz leistet, selbst wenn sie dort ein paar Euro teurer sind als bei der Konkurrenz.

Zweitzustellungen vermeiden

Trifft der Paketbote Sie nicht zu Hause an, bringt das allen Nachteile: dem Fahrer (der die Mehrarbeit in der Regel nicht bezahlt bekommt!), Ihnen (Sie müssen länger aufs Paket warten) und der Umwelt (wegen der erneuten Anfahrt).

simplify-Tipp: Wenn Sie tagsüber selten zu Hause sind, organisieren Sie einen Abgabeort, etwa einen freundlichen Nachbarn. Haben Sie Schuppen, Garage oder sonst einen Ort, in dem der Bote Pakete in Ihrer Abwesenheit abstellen kann, schließen Sie mit den Transportunternehmen einen „Garagenvertrag“ (geht ganz schnell beim Paketboten). Praktisch: die Gratis-Packstationen von DHL, wo Sie rund um die Uhr mit DHL verschickte Pakete abholen können.

14 Tage langen locker

Ihnen gefällt oder passt eine Ware nicht? Von Gesetzes wegen haben Sie 14 Tage Zeit für den Widerruf des Kaufvertrags. Zur Wahrung der Frist reicht es, den Händler innerhalb von 14 Tagen zu informieren, dass Sie die Ware zurückschicken werden. Nutzen Sie dazu das Online-Bestellsystem des Versenders, oder schicken Sie eine Mail. Um die Ware tatsächlich auf den Weg zu bringen, haben Sie ab Widerruf wieder 14 Tage Zeit. Wie lange das Paket dann braucht, spielt keine Rolle.

simplify-Tipp: Viele Händler bieten eine Rücksendungsfrist von 28 oder 30 Tagen, bei Zalando sind es sogar 100 Tage (siehe AGB). Doch hinter der Großzügigkeit steckt Kalkül. Denn: Wer glaubt, fürs Zurückschicken alle Zeit der Welt zu haben, lässt es am Ende oft ganz bleiben. Damit Sie nicht auf diesen Trick hereinfallen, gehen Sie grundsätzlich von einer 14-Tage-Frist aus.

Gleich wieder einpacken!

Prüfen Sie die Ware gleich nach Erhalt. Möchten Sie sie nicht behalten, verpacken Sie sie sofort in der Originalverpackung. Sonst können Sie bei technischen Artikeln Zubehör womöglich nicht mehr korrekt zuordnen, oder Sie wissen nicht mehr genau, wie der zerbrechliche Lampenschirm verpackt war.

simplify-Tipp: Können Sie sich nicht gleich entscheiden (weil Sie z. B. die Hose erst einem anderen Familienmitglied vorführen wollen), legen Sie die Ware zumindest provisorisch in die Verpackung zurück. So wird sie nicht versehentlich beschädigt (Essensspritzer oder jemand setzt sich drauf).

Versandunternehmen: Die schlaueste Wahl

Das vor zwei Jahren geänderte Fernabsatzrecht ermöglicht es den Händlern zwar, die Rücksendekosten bei Nichtgefallen grundsätzlich auf den Käufer abzuwälzen. Laut einer Studie machen aber 86 % der Händler nicht von diesem Recht Gebrauch. Viele legen jeder Sendung ein vorausgefülltes Retourenetikett für die kostenfreie Rücksendung bei. Bei den Übrigen drucken Sie den Schein bei Bedarf selbst aus.

simplify-Tipp: Viele große Online-Shops bieten Ihnen bereits bei der Bestellung die Wahl, welches Versandunternehmen die Ware zustellen und gegebenenfalls zurückschicken soll (DHL, DPD, Hermes ...). Nehmen Sie das Unternehmen, das in Ihrer Nähe einen Paketshop mit günstigen Öffnungszeiten hat. Wenn Sie die Ware über einen anderen Versand retournieren, erhalten Sie in der Regel die Kosten für die günstigste Rücksendevariante erstattet.

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