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Zuhause im Internet surfen: Tipps und Infos für die Einrichtung eines sicheren WLANs


Zu kompliziert! Zu viele Strahlen! Zu unsicher! So lauten die häufigsten Bedenken gegen den drahtlosen Internetzugang WLAN (Wireless Local Area Network). Der Computerredakteur Tobias Weidemann erklärt, was Skeptiker und Nutzer wissen sollten:

Welche Vorteile ein WLAN bietet

Hauptvorteil: Sie können mit Ihrem Notebook oder Smartphone in jedem Raum Ihrer Wohnung kostengünstig online gehen, ohne Kabel verlegen zu müssen. Nutzen mehrere Familienmitglieder das Internet, kann das jeder mit seinen Geräten kabellos im eigenen Zimmer tun. Per WLAN können Sie E-Books direkt auf das Lesegerät laden, einen Fernseher mit Daten versorgen, ein Internet-Radio-Gerät (z. B. das Logitech Squeezebox Radio) nutzen oder vom Tablet aus den Drucker ansteuern – vorausgesetzt, das jeweilige Gerät ist WLAN-fähig.

simplify-Tipp: Sie haben es satt, dass Ihr Wohnzimmer aussieht wie ein Büro? Kaufen Sie sich einen WLAN-fähigen Drucker und stellen Sie ihn in die Abstellkammer oder den Kellerabgang. Extravorteil: keine Belastung durch Ozon und Feinstaub im Wohnzimmer.

Was Sie für ein WLAN benötigen

Wenn Sie einen Internetanschluss haben, besitzen Sie einen DSL-Router. Oft ist der bereits WLAN-fähig, hat also einen Funksender. Sie erkennen das an einer Stummelantenne am Gerät oder einer entsprechend bezeichneten Ausbuchtung. Ansonsten ersetzen Sie Ihr altes durch ein WLAN-fähiges Modell. Leistungsfähig und gut einzurichten sind die Geräte der AVM Fritzbox-Serie (Modelle 3390 oder 7390, rund 130 bzw. 200 €). Oder Sie ergänzen Ihr derzeitiges Modell durch einen WLAN-Router (z. B. TP-Link TL-WR841 oder Asus RTN12E, ab 20 €).

simplify-Tipp: Notebooks und neuere PCs haben in der Regel bereits einen WLAN-Empfänger. Sonst stecken Sie einen WLAN-Stick (ab 10 €) in eine der USB-Buchsen. Nehmen Sie am besten einen vom Hersteller des Routers.

WLAN einrichten – Sicherheit ist Trumpf!

Das Bedienmenü Ihres WLAN-Routers erreichen Sie über Ihren Internet-Browser. Was Sie dafür in der Adresszeile des Browsers eingeben müssen (z. B. „fritz. box“), steht in der schmalen Bedienungsanleitung des Routers. Wenn Sie die nicht finden: Geben Sie versuchsweise 192.168.0.1 in der Browserzeile ein. Wird ein Passwort verlangt, probieren Sie 0000, das ist häufig die Werkseinstellung. Richten Sie in jedem Fall eine Datenverschlüsselung ein, sonst kann jeder technisch Versierte Ihren Datenverkehr belauschen, PC-Viren einschleusen oder illegale Aktionen durchführen, für die Sie als Anschlussinhaber haften! Der derzeit sicherste Modus heißt WPA2.

simplify-Tipp: Wählen Sie einen Netzwerknamen, der nicht mit Ihrer Person in Verbindung gebracht werden kann – also nicht Ihren Namen, Ihre Adresse oder Ihr Autokennzeichen.

Was tun, wenn’s hakt?

Bei Empfangsproblemen wechseln Sie über das Einstellungsmenü den WLAN-Kanal am Router. Falls in der Nachbarschaft andere WLANs denselben Kanal benutzen, können die sich gegenseitig stören. Ist Ihr Haus weitläufig oder hat dicke Betonwände, hilft ein Repeater: ein zweiter Sender, der die Signale des ersten verstärkt. Einfach in eine Steckdose stecken, einen Knopf am Gerät und danach am Router drücken, fertig (ab 40 €).

simplify-Tipp: Ist Ihr Internet-Zugang langsamer als früher, probieren Sie für Ihren Router verschiedene Standorte. Hinter dem Schrank oder unterm Sofa ist oft ästhetisch, nicht aber technisch die beste Lösung.

Und was ist mit der Strahlenbelastung?

Laut Bundesamt für Strahlenschutz sind Gesundheitsschäden nach heutigem Kenntnisstand auszuschließen. Allerdings gibt es noch keine Langzeiterfahrungen. So verringern Sie die Strahlenbelastung:

  1. Suchen Sie auf der Bedienungs-Website Ihres Routers den Begriff „Eco-Mode“, und aktivieren Sie ihn. Dann reduziert das Gerät seine Strahlung auf ein Minimum, wenn kein Datenverkehr stattfindet.
  2. Stellen Sie Ihr Notebook zum Arbeiten auf dem Tisch statt auf den Schoß.

Übrigens: Sendeleistung und Strahlenbelastung eines WLANs sind in der Regel niedriger als die von Funknetzen wie UMTS oder LTE. Wenn Sie daheim mit Smartphone oder Tablet surfen, sollten Sie dafür also das WLAN nutzen.

simplify-Tipp: Wer weder WLAN installieren noch größere Mengen an Kabel verlegen mag, kann sich mit Powerline-Adaptern behelfen, die das Signal mithilfe der Stromleitung weitertragen (direkt in die Wandsteckdose stecken!). Der erste ist per Kabel mit dem Router verbunden, der zweite am Zielort hat eine Buchse fürs Netzwerkkabel (ab 40 €, von TP-Link oder Fritz).