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Spiritualität: Das kölsche Grundgesetz


Ein Klassiker, jetzt biblisch untermauert

Unsere Leserin Annette Farber schickte uns dieses Fundstück. Die 11 Artikel der Kölner Lebensweisheiten sind längst über das Rheinland hinaus bekannt (falls sich Ihnen die hochdeutsche Bedeutung der mundartlichen Sprüche nicht sofort erschließt: laut vorlesen, denn klappt et). Neu sind die Bibelworte, die ein unbekannter Verfasser hinzugefügt hat – wohl um zu zeigen, dass es den Kölner Frohsinn schon seit mindestens 2.000 Jahren gibt. Hier die von uns überarbeitete Version:

1. Et es, wie et es

 

 

Sehen Sie den Tatsachen ins Auge. So wie Hiob, der auch das Unglück aus der Hand Gottes nehmen konnte: Der Herr hat’s gegeben, der Herr hat’s genommen. Der Name des Herrn sei gelobt (Hiob 1, 21).

2. Et kütt, wie et kütt

Haben Sie keine Angst vor der Zukunft, es gibt zu ihr keine Alternative. Sorget euch nicht um den morgigen Tag, der morgige Tag wird für sich selbst sorgen. Es ist genug, dass jeder Tag seine eigene Plage hat (Matthäus 6, 33).

3. Et hätt noch immer jot jejange

Lernen Sie aus der Vergangenheit, und seien Sie dankbar dafür. So wie es am Ende der 5 Bücher Mose heißt: Gedenke der vorigen Zeiten und hab acht auf die Jahre der Geschichte (Deuteronomium / 5.Mose 32, 7).

4. Wat fott es, es fott

Jammern Sie den Dingen nicht nach. Materie hat keinen Bestand. Das Gras verwelkt, die Blüte fällt ab, und ihre Pracht vergeht. So wird auch der Reiche vergehen mit allem, was er besitzt (Jakobus 1, 11).

5. Et bliev nix, wie et wor

Viele glauben, dass sich früher nichts oder weniger geändert hätte. Aber das stimmt nicht. Bleiben Sie offen für Neuerungen. Siehe, ich mache alles neu! (Offenbarung 21, 5).

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6. Kenne mer nit, bruche mer nit, fott domet

Reisen Sie mit leichtem Gepäck, und lassen Sie los, was Sie nicht brauchen. Geben ist seliger als nehmen (Apostelgeschichte 20, 35).

7. Wat wellste maache?

Wenn alles Kämpfen keine Aussicht mehr auf Erfolg hat, dann fügen Sie sich in Ihr Schicksal. Nicht mein Wille, sondern dein Wille soll geschehen (Lukas 22, 42).

8. Mach et jot, ävver nit ze off

Lassen Sie Festzeiten und Fastenzeiten abwechseln. Weinen hat seine Zeit, Lachen hat seine Zeit. Gott hat alles schön geschaffen, alles zu seiner Zeit, und sogar die Ewigkeit hat er den Menschen ins Herz gelegt (Prediger Salomo 3, 4+11).

9. Wat soll dä Quatsch?

Trauen Sie sich, Traditionen zu hinterfragen. Tun Sie nicht blind, was jeder macht oder weil man es schon immer so gemacht hat. Aber beobachten Sie aufmerksam, bevor Sie etwas Unüberlegtes sagen. Wollte Gott, dass ihr geschwiegen hättet, dann wärt ihr weise geblieben (Hiob 13, 5).

10. Drinkste ene met?

Kommen Sie dem Gebot der Gastfreundschaft nach. Seid gastfreundlich untereinander ohne Murren. Und dient einander, ein jeder mit der Gabe, die er empfangen hat (1. Petrus 4, 9–10).

11. Do laachste dich kapott

Bewahren Sie sich Ihren Humor. Wer lacht, dem fällt es leichter, dankbar zu sein. Seid allezeit fröhlich, betet, ohne nachzulassen, und seid dankbar in allen Dingen (1. Thessalonicher 5, 16).

Autor: Tiki Küstenmacher