simplify steht für einen einfachen Weg zu einem bewussten und erfüllten Leben in einer komplexen Welt.

Medien, maßgeschneidert


„Lebt Roman Herzog eigentlich noch? Dass ich das nicht mehr weiß, ist echt peinlich!“ – „IP-Telefonie? Diese moderne Technik ist für mich ein Buch mit sieben Siegeln.“ – „Mein Lesestapel wächst und wächst, und meine E-Mail-Posteingang ist auch total überfüllt!“ Nach Berechnungen des US-Professors Daniel Levitin nahmen die Amerikaner bereits 2011 jeden Tag 5-mal (!) so viele Informationen auf wie im Jahre 1986. Hierzulande dürfte die Kurve ähnlich steil aussehen. Unser Rat: Verzweifeln Sie nicht, sondern halten Sie es mit dem amerikanischen Medienexperten Clay Shirky: „Es gibt keine Informationsüberflutung, nur Filterversagen.“ 10 simplify-Tipps, wie Sie Ihre Informationsfilter optimal einstellen:

1. Knüpfen Sie ein Informationsnetzwerk

Jeden Tag treffen Sie mit Menschen zusammen (Kollegen, Vereinskameraden, Freunde), die andere Interessen und Informationsquellen haben als Sie. Lenken Sie die Unterhaltung gezielt weg von Ihren üblichen Themen (Kinder, Börsenkurse, Fußball …), indem Sie Ihrerseits Informationen anbieten: „In Berlin soll ein gemeinsames Gebetshaus für Christen, Juden und Moslems gebaut werden.“ Vereinbaren Sie, sich zu erzählen, was Sie Interessantes gesehen/gehört/gelesen haben. Positiver Nebeneffekt: Durch die Weitergabe speichern Sie Ihr eigenes Wissen besser.

2. Konzentrieren Sie sich auf Ergebnisse

Viele Themen sind über einen längeren Zeitraum in den Medien präsent. Verzichten Sie darauf, sich permanent auf dem aktuellen Stand zu halten. Ob NSU-Prozess oder geplante Pkw-Maut – informieren Sie sich, wenn das Urteil gefällt oder das Gesetz beschlossen ist. Machen Sie es sich zur Gewohnheit, einmal pro Woche etwas über aktuelle Konflikte zu lesen.

3. Greifen Sie zu Zusammenfassungen

Das Erfolgsgeheimnis von simplify your life? Wir bringen die Dinge für Sie auf den Punkt – auf einer einzigen Seite finden Sie oft die Essenz eines ganzen Buches zusammengefasst. Nutzen Sie weitere Medien, die Zusammenfassungen bieten, z.B. Wochenzeitung statt Tageszeitung. Am Jahresende liefern viele Zeitungen und Zeitschriften (oft als Extraausgabe) einen Rückblick auf das Wesentliche des vergangenen Jahres. Mit RSS-Feeds können Sie die Informationen Ihrer Lieblings-News-Portale schnell, übersichtlich und zumeist werbefrei erfassen. Um die RSS-Feeds auf anderen Nachrichtenportalen zu finden, googeln Sie nach dem Namen der Seite und den Begriff „RSS-Feed“.

Indem Sie die Meldungen einzelner Ressorts (etwa Kultur oder Wirtschaft) einzeln abonnieren, können Sie sich Ihre ganz persönliche „Zeitung“ zusammenstellen, etwa mit den Wirtschaftsnachrichten der FAZ, den Kulturmeldungen der ZEIT und dem Politikteil der Süddeutschen Zeitung. Oder Sie setzen gleich auf ein individualisierbares Nachrichtenportal wie Feedly (feedly.com), wo Sie nach Anlegen eines kostenlosen Kontos all Ihre RSS-Feeds mit wenigen Klicks einbinden können.

4. Nutzen Sie Ihre Ohren

Oft sind Ihre Hände beschäftigt, aber Ihr Kopf ist frei. Verwenden Sie einen Teil dieser Zeiten zur akustischen Informationsaufnahme. Davon profitieren Sie nicht nur, wenn Sie (wie etwa 20 % der Menschen) ein auditiver Typ sind. Alternative zum Radio: Laden Sie aus dem Internet Podcasts herunter, die Sie unterwegs auf Ihrem Smartphone abspielen können. Mit einer PodcatcherSoftware (z. B. iTunes oder Winamp) können Sie Podcasts abonnieren. Oder Sie suchen auf Google oder podcast.de gezielt nach Hörfutter zu bestimmten Themen

5. Machen Sie Ihren persönlichen Relevanz-Check

Lassen Sie sich nicht von der Fülle der angebotenen Informationen oder von dem (scheinbar) so viel umfassenderen Wissen anderer unter Druck setzen. Fragen Sie sich nicht: Was könnte ich alles noch wissen, wenn ich mich damit beschäftigen würde? Stellen Sie Informationen aller Art auf den Prüfstand: 1. Muss ich das unbedingt wissen, um beruflich oder privat zurechtzukommen? 2. Bereitet mir das Freude? Sammeln Sie nur Informationen, bei denen Sie eine der beiden Fragen laut mit „ja“ beantworten. Bei Konsum gilt meist: Weniger ist mehr!

6. Entlasten Sie Ihr Gedächtnis

Viele Informationen, die Sie sich früher hätten merken müssen, können Sie heute mit wenigen Klicks online jederzeit wieder finden. Wenn Ihr Gedächtnis solche Infos nach einer Weile vergisst, beschimpfen Sie es nicht als „schlecht“ („Warum fällt mir die Typenbezeichnung nicht mehr ein!“), sondern loben Sie es für seine Schlauheit, sich nicht unnötig mit Wissenskram zu belasten!

7. Nutzen Sie Ihre Lesezeit

Obwohl Zeitungen in etwa immer denselben Umfang besitzen, sollten Sie sich nicht immer gleich viel Zeit für Ihre Zeitungslektüre nehmen. Schließlich sind die darin enthaltenen Artikel – abhängig von dem, was sich in der Welt tut – mal mehr, mal weniger relevant. Ihre tägliche (halbe) Stunde mit der Zeitung ist Ihnen heilig? Legen Sie sich am Ort der Lektüre einen Lesestapel mit Zeitschriften etc. zurecht, und nutzen Sie in Saure-Gurken Zeiten Ihre kostbare Leisezeit für Interessanteres!

8. Machen Sie kurzen Prozess ...

... mit veralteten Infos. Werfen Sie Tageszeitungen nach 2 Tagen weg, auch wenn sie völlig ungelesen sind, Wochenzeitungen nach 2 Wochen. Richten Sie für E-Mail-Newsletter eine separate Mailadresse ein, damit Sie sie gesammelt alle ein bis zwei Wochen durchsehen können.

9. Setzen Sie auf Qualität

Sehen Sie das Internet als riesigen Supermarkt, in dem es einfach alles gibt: Grundnahrungsmittel, Junkfood, hochwertige Biokost. Ordnen Sie die Webseiten, die Sie besuchen, diesem Bild entsprechend ein. Verbieten Sie sich die Junkfood-Seiten nicht, aber begrenzen Sie die Zeit, die Sie damit verbringen. Setzen Sie Ihren Ehrgeiz darein, vom Viel-Surfer zum Profi-Rechercheur zu werden. Üben Sie, Infos mit möglichst wenigen Klicks ausfindig zu machen: „3, 2, 1, meins!“ Gehen Sie „möglicherweise interessanten“ Links nicht sofort nach – in Wahrheit sind das oft Ablenkungen! Öffnen Sie sie (per Rechtsklick) in neuen Tabs, die Sie später – und nur bei Bedarf! – ansehen.

10. Wechseln Sie den Blickwinkel

Wenn Sie immer dasselbe Medium nutzen (Ihren Radiosender, Ihre Zeitung, Ihre Zeitschrift), bekommen Sie die Welt immer aus demselben Blickwinkel serviert. Stellen Sie daheim an verschiedenen Radios (Küche, Wohnzimmer, Schlafzimmer) unterschiedliche Sender ein. Kaufen Sie vor Bahnfahrten eine andere Zeitung oder Zeitschrift als die, die Sie daheim lesen. Besonders interessant: wie das Ausland die Dinge sieht. Wenn Sie am Fernseher keine ausländischen Nachrichtensender empfangen können, werden Sie im Internet fündig. Googeln Sie Sendernamen wie BBC News mit Begriffen wie „online TV“ oder „stream“.