simplify steht für einen einfachen Weg zu einem bewussten und erfüllten Leben in einer komplexen Welt.

simplify schenkt Ihnen Zeit für sich!


Wenn bei Herrn Leister in der Abteilung wieder alle Stellen besetzt sind. Wenn die Kinder von Frau Gluck aus dem Gröbsten raus sind. Wenn die Werklers ihr Haus fertig renoviert haben. Wenn Frau Neudeck sich an ihrem neuen Arbeitsplatz eingearbeitet und Herr Pfleger ein gutes Heim für seine Mutter gefunden hat. Dann, ja dann wollen sich alle diese Menschen endlich wieder mehr Zeit für sich selbst nehmen. Doch die Erfahrung zeigt: Das Warten auf „ruhigere Zeiten“ ist oft vergeblich. Daher unser Rat: Verschieben Sie Ihr Leben nicht auf später! Erfreuen Sie sich jetzt an Ihrer kostbaren Lebenszeit. So bekommen Sie das hin:

Stehen Sie zu Ihren Bedürfnissen

Jeder braucht Zeit für sich, aber nicht jeder braucht gleich viel Zeit für sich. Messen Sie sich nicht an Spitzenpolitikern, Wirtschaftsbossen, der Bekannten mit 6 Kindern oder dem umtriebigen Pfarrgemeinderatsvorsitzenden. Hören Sie auf die Stimme in Ihrem Inneren, wenn die leise oder laut klagt: „Und wo bleibe ich?“

simplify-Tipp: Besonders wichtig ist Zeit für sich selbst genau dann, wenn Sie glauben, sich keine nehmen zu können. Ihr Vater liegt schwer krank im Krankenhaus? Dann investieren Sie nicht jede freie Minute in Besuche, sondern planen Sie mit ein, dass Sie nach dem Krankenhaus eine halbe Stunde spazieren gehen oder sich sonst etwas Schönes gönnen.

Gehen Sie Ihren Wünschen nach

Solange Sie nicht wissen, was Sie mit freier Zeit überhaupt anfangen würden, werden Sie die Tretmühle des Ewig-Beschäftigtseins nicht verlassen können. Erstellen Sie – am besten schriftlich – Ihre persönliche Wunschliste unter der Überschrift „Wenn ich Zeit hätte ....“. Denken Sie sowohl daran, was Sie gerne wieder einmal oder häufiger täten, als auch an neue Erfahrungen, die Sie gerne machen würden. Zensieren Sie sich dabei nicht: Keine Aktivität ist zu groß (z. B. ein Instrument lernen) oder zu klein (z. B. mal wieder zur Pediküre gehen), um auf Ihrer Liste Platz zu finden.

simplify-Tipp: Machen Sie’s so konkret wie möglich – also statt „Städtetrips“ lieber „verlängertes Wochenende in Wien“ oder „Wien: Edvard-Munch-Ausstellung“.

Zeit ist Geld

So lautet das Credo vieler gehetzter Leute. Drehen Sie den Satz um – und verwandeln Sie Geld in Zeit. Drei Anregungen:

  1. Verzichten Sie auf zeitraubende Schnäppchenjagden. Buchen Sie die preislich angemessene Ferienwohnung, statt im Internet stundenlang nach einer noch günstigeren zu fahnden.
  2. Bezahlen Sie andere dafür, dass die Ihnen Arbeit abnehmen. Um die zeitraubende Suche nach einem kompetenten und vertrauenswürdigen Dienstleister zu vermeiden, fragen Sie Menschen aus Ihrem Umfeld, welche Arbeiten die delegieren, und bitten Sie sie um konkrete Empfehlungen.
  3. Reduzieren Sie Ihre Arbeitszeit, und nehmen Sie dafür Einkommenseinbußen in Kauf. Nach dem Teilzeit- und Befristungsgesetz (TzBfG) können Arbeitnehmer gegenüber ihrem Arbeitgeber einen Anspruch auf Teilzeitarbeit geltend machen. Allerdings sollten Sie bei solchen Überlegungen berücksichtigen, welche Auswirkungen solch ein Schritt auf Ihre Rente und möglicherweise auf Ihre Karrierechancen hat.

simplify-Tipp: Nutzen Sie die gesparte Zeit möglichst schnell für sich. Wenn Sie einen Steuerberater beauftragt haben: Widmen Sie das Wochenende, an dem Sie sonst die Steuererklärung gemacht hätten, z. B. einer Städtetour.

Werden Sie zum Realo

Wer sich selbst überschätzt bzw. den Zeitbedarf seiner Aufgaben unterschätzt, findet meist kaum Zeit für angenehme Aktivitäten. Beziffern Sie zuerst, wie viele Stunden Ihnen außerhalb Ihrer Berufsarbeit an einem Tag zur Verfügung stehen, und planen Sie auf dieser Basis Ihr privates Pflichtprogramm. Streichen Sie anschlie- ßend den am wenigsten wichtigen Punkt davon, und ersetzen Sie den mit etwas, das Sie gerne tun. Beispiel: Statt das für morgen angesagte schöne Wetter zu nutzen, um Wohnzimmerfenster und Balkon zu putzen, setzen Sie sich eine halbe Stunde mit einem Buch auf den Balkon.

simplify-Tipp: Bitten Sie Ihren Partner oder einen guten Freund, Ihre Planung unter die Lupe zu nehmen – oft können Außenstehende den tatsächlichen Zeitbedarf besser einschätzen.

Was Sie von Hundefreunden lernen können

Jeden Tag zum Workout ins Fitnessstudio, 45 Minuten Saxofon üben oder eine Stunde lang am Roman weiterschreiben? Einer so zeitintensiven Freizeitbeschäftigung regelmäßig nachzugehen kommt vielen Menschen unrealistisch vor. Doch Hundebesitzer (hierzulande immerhin rund 15 % der über 14-Jährigen) schaffen das – schließlich brauchen Hunde täglich im Schnitt eineinhalb Stunden Bewegung.

simplify-Tipp: Wenn es Ihr großer Wunsch ist, Ihren Körper auf Vordermann zu bringen, als Saxofonist in einer Jazzband aufzutreten oder Ihr literarisches Erstlingswerk zu Papier zu bringen, setzen Sie auf die Macht der Gewohnheit. Etwas täglich durchzuführen – möglichst immer zur selben Zeit – ist effizienter als unregelmäßige Intensivmaßnahmen.

Machen Sie Ihren Kalender zum Komplizen

Wenn Sie in Ihrem Terminkalender ein paar Monate nach vorne blättern, werden Sie auf wesentlich größere weiße Flächen stoßen als in den nächsten Wochen. Lassen Sie sich von dieser (trügerischen) Leere dazu verführen, ab dem Herbst viele schöne Dinge zu planen. Wenn die Zeit dann näher rückt und alles Mögliche Ihre kostbare Zeit beansprucht, haben Sie diese Aktivitäten schon fest im Kalender.

simplify-Tipp: Machen Sie Nägel mit Köpfen. Kaufen Sie drei Monate im Voraus die Bahnfahrkarten für den Wochenendtrip zur entfernt lebenden Verwandtschaft, erwerben Sie Konzert- und Theatertickets, melden Sie sich für ein kreatives Wochenendseminar an. Besonders clever: Abonnements. Die gibt es nicht nur für die Oper, sondern auch für Konzerte, Ballett, Theater, Kabarett und andere Kulturevents. Ist Ihnen ein Abo zeitlich oder finanziell zu viel, teilen Sie sich eins mit Freund oder Freundin.

Einfach unverplant

Früher, so seufzen manche, hatten die Menschen mehr Zeit. Aber Erwerbstätige in Deutschland arbeiteten 1960 durchschnittlich rund 2.160 Stunden pro Jahr. Heute sind es nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung rund 1.370 Stunden. Selbst wenn man berücksichtigt, dass in Familien heute oft beide Erwachsene berufstätig sind, ist die Freizeit also keineswegs knapper bemessen als früher. Unsere Vermutung: So manchem fehlt es nicht etwa an Freizeit, sondern an Freiheit – an Zeit, in der er tun und lassen kann, was er möchte.

simplify-Tipp: Setzen Sie auf das bewährte simplify-Prinzip „Weniger ist mehr“. Reduzieren Sie Ihre Freizeitplanung. Freunden Sie sich mit dem Gedanken an, eine interessante Ausstellung nicht zu besuchen, den Stammtisch diesen Monat sausen zu lassen, beim Halbmarathon nicht im Spitzenfeld mitzulaufen. Genießen Sie die Freiheit, am Samstagmorgen noch nicht zu wissen, wie Sie den Abend verbringen werden. Lassen Sie Ihre Freunde wissen, dass Sie ab sofort weniger verplant sind. Dann werden die sich gerne darauf einstellen, dass Sie auch einmal für eine spontane Unternehmung zu haben sind.

 

Autorin: Ruth Drost-Hüttl