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So bringen Sie mehr Abwechslung in Ihren Speiseplan


Sie wollen nicht schon wieder Spaghetti Bolognese mit Rohkostteller, Wiener Würstchen mit Kartoffelsalat oder Gnocchi mit Käse und grünem Salat auf den Tisch bringen? So möbeln Sie ohne großen zeitlichen Mehraufwand Ihre Alltagsküche auf:

Greifen Sie absichtlich daneben

Abwechslung beginnt beim Einkauf. Mit dem Gedanken „Das schmeckt mir!“ im Hinterkopf wählen viele Menschen im Supermarkt immer dieselben Lebensmittel. Die Folge: Das Essen schmeckt immer – gleich. Greifen Sie im Regal gelegentlich zu der Packung oder dem Glas, das neben Ihrem Standardprodukt steht. Auf diese Weise habe ich (Ruth) z.B. fantastische Kürbis-Gnocchi entdeckt.

Gucken Sie in fremde Einkaufswagen

Schauen Sie an der Kasse in die Einkaufswagen, die in der Schlange hinter Ihnen stehen. Etwas Interessantes entdeckt? Fragen Sie den Besitzer, was er damit kochen wird, und notieren Sie’s daheim auf Ihrer nächsten Einkaufsliste.

Setzen Sie auf heimische Exotik

Viele Obst- und Gemüsehändler haben das ganze Jahr über ein ähnliches Angebot. Wer nicht auf das Herkunftsland schaut, wählt daher möglicherweise immer dasselbe. Übers Jahr gesehen mehr Abwechslung haben Sie paradoxerweise, wenn Sie in erster Linie zu dem Obst und Gemüse greifen, das hierzulande gerade Saison hat. Den Saisonkalender des aid Infodiensts (aid.de) gibt es auch als Smartphone-App.

Lassen Sie sich überraschen

Sie sind Kunde eines Biokistenanbieters? Statt sich Ihre Kiste selbst zusammenzustellen, wählen Sie zumindest ab und zu die „regionale Kiste“. Auch wenn die in der kalten Jahreszeit manchmal etwas eintönig sein mag: Mit Sicherheit wird sie Sie in neue Koch-Gefilde führen. Der Inhalt meiner regionalen Kiste diese Woche: Mangold, Zuckerhutsalat, Hokkaido-Kürbis, Grünkohl, Knollensellerie, Kresse, Karotten.

Variieren Sie eine Zutat

Viele Standardgerichte schmecken ganz anders, wenn Sie eine einzelne Zutat austauschen. Machen Sie Ihre Zucchini-Quiche mit Brokkoli oder Kürbis. Nehmen Sie zum Überbacken von Pizza, Aufläufen, Käsespätzle & Co. eine andere Käsesorte, z. B. Bergkäse statt Emmentaler oder Schafskäse statt Mozzarella. Damit der Käse gut zerläuft, wählen Sie eine Sorte mit hohem Fettanteil. Süßen Sie Nachspeisen mit Honig oder Agavendicksaft statt mit Zucker. Wählen Sie eine andere Mehlsorte. Im letzten Jahr habe ich Spätzle aus Buchweizen- bzw. Kastanienmehl ausprobiert. Ersteres: langweilig. Letzteres: Volltreffer!

Lernen Sie neue Gewürze kennen

Ob Sie die Gemüsepfanne mit Muskatnuss, Rosmarin oder Kreuzkümmel würzen, macht einen Riesenunterschied. Spielen Sie mit den Gewürzen. Besser als zig neue Gewürzdosen, die Sie womöglich nur einmal verwenden: Bitten Sie Ihre Freunde um ein paar Gramm von deren Lieblingsgewürzen zum Testen. Richtig zu würzen bedeutet allerdings weit mehr, als ein geschmacklich passendes Gewürz zu verwenden. Unter gewuerzkompanie.de finden Sie Tipps, welches Gewürz Sie zu welchem Zeitpunkt des Kochens dazugeben, welche Gewürze Sie vorher besser anrösten etc.

Freuen Sie sich am Kauen

Manche Menschen können keine Gerüche mehr wahrnehmen (Anosmie) oder nichts mehr schmecken (Ageusie). Sie müssen sich Abwechslung beim Essen auf andere Weise verschaffen. Tipp einer Betroffenen, den Sie auch mit normalem Geschmacksempfinden beherzigen sollten: Variieren Sie die Konsistenz und Form Ihres Essens, und nehmen Sie die beim Kauen bewusst wahr.

Beispiele: Schneiden Sie Karotten mal in Scheiben, mal in feine Streifen. Hokkaido-Kürbis als Beilage können Sie bissfest kochen oder zu Püree verarbeiten. Nutzen Sie bei Nudeln die unglaubliche Sortenvielfalt. Spaghetti, Fusilli, Linguine, Pappardelle – jede Sorte fühlt sich im Mund anders an und lässt die dazu gereichte Soße anders wahrnehmen. Grundregel: Je dickflüssiger die Soße ist und je mehr Stückchen sie enthält, desto breiter und kürzer sollten die Nudeln sein.

Betreiben Sie kreative Resteküche

Wenn Essen verdirbt, ist das ärgerlich. Doch was anfangen mit der seltsamen Kombination von Lebensmitteln, die „wegmüssen“? Machen Sie aus der Not eine Tugend. Fahnden Sie im Internet nach Rezepten für das Sammelsurium, das in Ihrem Kühlschrank lagert. Ich habe bei chefkoch.de testweise „Joghurt Brokkoli Eier“ und „Banane Sahne Zucchini“ eingegeben – und erhielt jeweils mehrere Rezeptvorschläge.

Tauschen Sie Rezepte

Sie treffen sich mit einem festen kleinen Kreis regelmäßig im Restaurant (Müttertreff, Turnerstammtisch)? Schlagen Sie zur Abwechslung eine Kochrunde vor! Statt zusammen essen zu gehen, laden Sie sich reihum nach Hause ein. Vereinbaren Sie, dass Sie keine teuren Festessen auftischen, sondern alltagstaugliche Mahlzeiten.

Überwinden Sie die Neue-Rezepte-Schwelle

Auch einfache Rezepte erfordern beim ersten Mal zeitlichen Mehraufwand. Daher schrecken viele Menschen davor zurück, unter der Woche etwas Neues auszuprobieren. Gewinnen Sie Koch-Gefährten, und machen Sie’s zu einer geselligen Wochenendaktivität. Es hat geschmeckt? Schon beim nächsten Mal wird das Gericht alltagstauglich sein!

Geben Sie den Koch-Job ab

Haben Sie ältere Kinder daheim, lassen Sie sie unbedingt in der Küche ran! Pfannkuchen und Nudeln mit Soße können viele schon am Ende der Grundschule, doch dieses Repertoire ist durchaus noch erweiterungsfähig. Geben Sie ein Ziel vor („warmes Abendessen plus etwas Grünes“) – und halten Sie sich ansonsten raus! Das Gute daran, wenn Ihren Kids das eine oder andere Kochexperiment misslingt: Die Kritik an Ihrer Küche wird künftig etwas leiser ausfallen. 

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