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Und es macht doch glücklich: So geben Sie Ihr Geld richtig aus


Macht Geld glücklich? „Das kommt drauf an“ meint Tiki. Mit anderen Worten: Es liegt an Ihrem persönlichen Umgang mit dem Geld, das Ihnen zur Verfügung steht. Breitgefächerte Untersuchungen amerikanischer Forscher bestätigen diese Einschätzung. Ganz gleich, ob Sie ein Spitzenverdiener sind oder sparsam wirtschaften müssen: 5 Tipps, wie Sie Ihr Einkommen glücksbringend anlegen.

1. Sein statt haben

Schöne Erlebnisse machen nachhaltiger glücklich als neue Dinge. An die neuen Badezimmerfliesen, die neue Kaffeemaschine, das neue Smartphone oder das neue Kleid gewöhnen Sie sich schnell. Der Einsame-Insel-Urlaub, der Kochkurs und das Live-Konzert schenken Ihnen auch noch lange danach positive Erinnerungen (im Falle des Kochkurses außerdem mehr Freude am Kochen).

simplify-Tipp: Geben Sie mehr Geld für Erlebnisse und Aktivitäten aus und weniger für materiellen Besitz. Aber sehen Sie genau hin: Manches, was nach „Besitz“ klingt, ist in Wirklichkeit ein „Erlebnis“ (und seltener auch umgekehrt). Beispiel: Sie ersetzen Ihren demolierten, alten Tischtennisschläger durch ein hochwertiges neues Modell. Dann haben Sie zwar einen Gegenstand gekauft. Doch wahrscheinlich werden Sie ab sofort mit mehr Spaß und daher auch häufiger spielen. Sie haben sich etwas Neues angeschafft? Verlängern Sie Ihr Besitzerglück, indem Sie es mit neuen Aktivitäten verknüpfen. Führen Sie mit der neuen Kaffeemaschine ein Ritual ein: „Am Samstagvormittag trinken wir zusammen gemütlich eine Tasse Cappuccino.“ Vermeiden Sie Trostkäufe, die Sie meist nur im Moment des Kaufs beglücken.

2. „Du“ statt „ich“

Bei einem Experiment bekamen die Teilnehmer ein paar Dollar überlassen, die der eine Teil der Probanden für sich selbst, der andere Teil für andere Menschen ausgeben sollte. Als sie abends ihren Gemütszustand beschreiben sollten, waren die Schenker glücklicher als die, die das Geld für sich selbst verwendet hatten. Ein ähnliches Ergebnis erbrachten amerikanische Studien, bei denen die Studienteilnehmer dazu befragt wurden, welchen Anteil ihres Einkommens sie für Geschenke und wohltätige Zwecke ausgaben: Je höher dieser Anteil, desto zufriedener waren die Probanden mit ihrem Leben.

simplify-Tipp: Beglücken Sie sich selbst, indem Sie andere beglücken. Erfreuen Sie sich an der Freude der anderen. Das muss Sie nicht an den Bettelstab bringen: Entscheidend ist nicht der materielle Wert des Geschenks, sondern der Gedanke, der dahintersteckt. Sparen Sie sich das Geld für teure Pflichtgeschenke („Wenn man eingeladen ist, kann man doch nicht mit leeren Händen kommen“). Überraschen Sie stattdessen lieber im Alltag mit unerwarteten Kleinigkeiten: der Putzhilfe eine Tafel Schokolade mit Dankeskärtchen hinlegen, den Kollegen eine Runde Brezeln mitbringen … Wenn Sie Geld für wohltätige Zwecke spenden, informieren Sie sich, was damit gemacht wird. Malen Sie sich bildlich aus, wie ein sozial benachteiligtes Kind aus Ihrer Heimatstadt zusammen mit seinen Klassenkameraden ins Schullandheim fährt oder wie afrikanische Frauen dank des von Ihnen finanzierten Mikrokredits eine Schneiderei gründen.

3. 10 x 1 statt 1 x 10

Kleinere, häufigere Vergnügen machen in der Summe mehr Freude als große, einmalige. Wenn Sie sparsam leben, um sich in ein paar Jahren Ihre Traumreise leisten zu können, kultivieren Sie unbedingt Ihre Vorfreude (und hinterher das Glück der positiven Erinnerung). Andernfalls würden Sie mit mehreren kleinen Reisen glücklicher.

simplify-Tipp: Damit alltägliche Vergnügen nicht zu Routinen werden, braucht es – immer wieder – ein Element des Neuen, Unerwarteten, Überraschenden. Wenn Sie sich jeden Montag mit Ihren fünf Kumpels in derselben Kneipe treffen, immer dasselbe Bier trinken und dieselben Themen diskutieren, wird Ihr kleines Glück immer unscheinbarer. Besser: Wechseln Sie einmal im Monat die Lokalität, jeweils von einem anderen Stammtischmitglied ausgesucht. Testen Sie verschiedene Getränke. Sorgen Sie für neue Gesprächsthemen, indem Sie sich gelegentlich in erweiterter Runde treffen – mit Anhang oder den Kollegen aus einem späteren Ausbildungsjahrgang.

4. Ärger: verdauen statt vorsorgen

Warum schließen viele Urlauber eine Reiserücktrittsversicherung ab? Damit sie sich im Falle eines Nichtantritts nicht auch noch über den finanziellen Verlust ärgern müssen (Achtung: Oft zahlt die Versicherung im Ernstfall doch nicht!). Warum wird so manche Kaufentscheidung überstürzt getroffen? Weil die Käufer ans Negative denken: wie sie sich ärgern würden, wenn ihnen jemand die schicken Schuhe, das Touchpad-Schnäppchen oder die attraktive Dachwohnung vor der Nase wegschnappen würde.

simplify-Tipp: Vergessen Sie das „Ich würde mich sooo ärgern“-Argument. Wir Menschen besitzen die wunderbare Gabe, uns mit einer Situation abzufinden, indem wir sie schönreden: Die Schuhe hätten doch zu nichts gepasst, Touchpads werden ohnehin immer billiger, die Dachwohnung wäre im Sommer unerträglich heiß gewesen. Und die verpatzte Reise? Wer weiß, wozu das gut war! Vielleicht blieb Ihnen dadurch ein schlimmer Unfall erspart! Natürlich könnten Sie sich auch eine finanzielle Fehlinvestition schönreden, aber: Das Geld ist trotzdem weg!

5. Zugreifen statt vergleichen

Das Internet macht’s möglich: Mithilfe von Preissuchmaschinen können Sie Kosten, Erfahrungen der Käufer und ähnliche Produkte detailliert miteinander vergleichen. Doch was Ihnen zu einer optimalen Entscheidung verhelfen soll, erhöht zugleich Ihr Risiko, eine schlechtere Wahl zu treffen. Denn beim Vergleichen konzentrieren Sie sich automatisch auf die Unterschiede – auch bei Kriterien, die Ihnen eigentlich egal sein könnten. Sie laufen Gefahr, den eigentlichen Nutzen aus den Augen zu verlieren.

simplify-Tipp: Vergleichen Sie nicht zu lange. Dadurch entscheiden Sie objektiv besser, sparen Zeit und sind mit Ihrer Entscheidung später auch subjektiv zufriedener. Üben Sie die schnelle Entscheidung zunächst bei geringen Beträgen (wie Sie mit Ihrer Angst vor späterem Bedauern fertigwerden, steht im vorangegangenen Abschnitt). Ein Vergleich ist Ihnen wichtig? Notieren Sie sich Ihre wichtigsten Kriterien, treffen Sie eine Vorauswahl, und schlafen Sie vor Ihrer endgültigen Auswahl einmal drüber. Am nächsten Morgen wundern Sie sich vielleicht, dass Sie am Vortag so fasziniert waren von dem Kameramodell, das gleichzeitig nach vorne und nach hinten fotografiert. Und nun wünschen wir Ihnen viel Freude mit Ihrem Geld!

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