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Warum Sie unbedingt auf LEDs setzen sollten


Isamu Akasaki, Hiroshi Amano und Shuji Nakamura – drei Namen, die Sie sich nicht merken müssen. Aber der unermüdlichen Forschungsarbeit dieser japanischen Physiker, die dafür 2014 den Nobelpreis erhielten, verdankt das 21. Jahrhundert gigantische Energieersparnisse beim Licht. Die „Licht emittierende Diode“ (LED) wurde zwar schon 1962 erfunden und als buntes Anzeigelämpchen in vielen Geräten verwendet. Aber erst 1992 gelang der Durchbruch, mit der Dioden-Technik auch helles weißes Licht zu produzieren. Wirklich alltagstauglich sind LED-Lampen seit etwa 3 Jahren. Jetzt ist der ideale Zeitpunkt, Ihr Zuhause in neues Licht zu tauchen!

Eine leichte Entscheidung

Energiesparlampen und Halogen – an diesen Regalen können Sie im Baumarkt heutzutage getrost vorbeigehen. Wählen Sie LED-Leuchtmittel (so der offizielle Name für die modernen „Birnen“) in „Warmweiß“. Wird die Farbtemperatur in Kelvin angegeben, nehmen Sie die mit dem niedrigsten Wert: je höher, desto bläulicher ist das Licht.

simplify-Tipp: Kaufen Sie zunächst nur eine LED, und testen Sie deren Licht zu Hause. Je nach Fabrikat kann die Lichtfarbe trotz gleichen Kelvin-Werts subjektiv ziemlich unterschiedlich wirken. Unsere Erfahrung: „Kaltweißes“ Licht verbreitet zu Hause einfach nur Ungemütlichkeit.

Wie viel Watt?

Die andere Zahlenangabe, auf die Sie achten sollten, ist die Wattzahl. Dabei gilt wie bisher: je höher, desto heller. Zur besseren Orientierung geben die meisten Hersteller auf der Verpackung die „alte“ Wattzahl an. Aber: Eine LED, die mit der Helligkeit einer 60-Watt-Glühlampe strahlt, verbraucht in Wirklichkeit nur noch 9 Watt.  

simplify-Tipp: Angesichts dieses ohnehin riesigen Sparpotenzials sollten Sie nicht zögern, sich mehr Helligkeit zu gönnen. Ersetzen Sie Ihre bisherige 60-Watt-Glühbirne mit einer 75 oder 100 Watt hellen LED. Ob Sie Zeitung lesen, einen Knopf annähen oder sich einen Splitter aus dem Finger ziehen: Sie werden merken, dass Sie Ihre Augen dabei viel weniger anstrengen müssen. Und Strom sparen Sie bei 10,5 oder 13 Watt tatsächlichem Verbrauch immer noch genug.

Welche LED-Marke?

Nach unserer eigenen Erfahrung und den Berichten in den Internetforen ist es am sichersten, Markenware zu nehmen. Osram, Philips, Samsung, Toshiba sind ein guter Kauf. No-Name-Produkte müssen zwar nicht schlecht sein; es gibt jedoch Berichte, wonach billige China-LEDs nach kurzer Zeit ihren Geist aufgaben. Auch Markenhersteller leisten sich den einen oder anderen Ausrutscher, aber dort haben Sie Garantie, und der Handel tauscht anstandslos um.

simplify-Tipp: Kaufen Sie im Baumarkt oder in einem Elektrofachmarkt – dort ist die Auswahl am größten. In Supermärkten finden sich immer noch Energiesparlampen, die keine LEDs sind, mit missverständlichen Bezeichnungen.

Vorratskäufe lohnen sich nicht

Anders als in der Glühbirnen-Ära ist es wenig sinnvoll, bei LEDs Vorräte anzulegen. Denn LEDs halten sehr lange und werden zudem ständig besser und billiger.

simplify-Tipp: Achten Sie darauf, ob eine LED als „dimmbar“ gekennzeichnet ist. Sie wollen das Licht nicht herunterregeln? Dann lassen Sie die dimmbaren – teureren – Exemplare liegen.

Weg mit den alten Glühbirnen!

2008 beschloss die EU, bis 2012 stufenweise alle Glühbirnen vom Markt zu nehmen. Das rief anfangs Ärger hervor, doch mittlerweile kann man sich darüber nur noch freuen. Eine 60-Watt-Birne verbraucht im Lauf ihres 1.000-stündigen Lebens für etwa 20 € Strom. Eine LED gleicher Helligkeit verbraucht in 1.000 Stunden 2,70 €. Zwar kostet sie etwa 8 €, doch dafür ist sie nach den 1.000 Stunden noch lange nicht am Ende ihrer Leuchtkraft, sondern lebt 10- bis 20-mal so lange. Klingt verrückt, ist aber wahr: Wenn Sie die alte Glühbirne im Hausmüll entsorgen und durch eine neu gekaufte LED ersetzen, sparen Sie effektiv Geld und Energie!

simplify-Tipp: Nur bei Lampen in Keller, Dachboden und anderen selten genutzten Räumen lohnt es sich rechnerisch nicht, auf LED umzustellen. Geht die Funzel-Glühbirne im Putzkämmerchen allerdings kaputt, sollten Sie auch dort eine helle LED einsetzen.

Was tun mit den Energiesparlampen?

Kurz nach dem EU-Verbot boomten die Energiesparlampen (ESL), auch als Kompaktleuchtstoffröhren bekannt. Deren Nachteile: Sie benötigen Anlaufzeit, bis sie die volle Helligkeit erreicht haben, verbrauchen fast doppelt so viel Strom wie LEDs und enthalten giftiges Quecksilber. Da sie bei Minusgraden nur noch trüb vor sich hin funzeln, sind sie für den Außenbereich ungeeignet.

simplify-Tipp: Ersetzen Sie zuerst alle Glühbirnen durch LEDs, dann kommen die ESLs an die Reihe. Horten Sie noch welche, bringen Sie sie als Sondermüll zum Wertstoffhof.

Halogenstrahler: Ein Fall für den Elektriker

Deckenstrahler sind meist Niedervolt-Halogenleuchten. Die Birnchen durch Niedervolt-LEDs zu ersetzen ist meist keine Lösung, da die Lichtleistung der winzigen Knöpfe zu gering ist. Um gleiche Helligkeit mit weniger Stromverbrauch zu erreichen, müssen Sie die gesamte Leuchte ersetzen. LED-Strahler arbeiten mit 230 Volt, die alten (Strom fressenden) Halogen-Trafos sind überflüssig. Das ist Bastlerarbeit für Fortgeschrittene bzw. eine Aufgabe für den Elektriker.

simplify-Tipp: Dennoch lohnt sich der Aufwand! Eine Halogen-Deckenbeleuchtung mit 20 Strahlern à 50 Watt verbraucht im Jahr über 400 € Strom! Eine LED-Lösung kostet rund 400 € (plus Einbau) und verbraucht unter 50 € jährlich. Nach 2 bis 3 Jahren sparen Sie also spürbar Geld! Faustregel: Sind mehr als 5 % der Birnchen bereits ausgefallen, schreiten Sie zur Umstellung auf haltbare LEDs.

Sonderfall Neonröhre

Selbst dafür gibt es von Osram LED-Ersatz. Allerdings kostet eine LED-Röhre (inklusive neuem Zünder) um die 30 €, für die klassische Neonlampe benötigen Sie 2 Stück. Das ist eine Investition, die sich nicht so schnell lohnt.

simplify-Tipp: Wegen des Komfortgewinns raten wir trotzdem zur Umstellung. Die LED leuchtet beim Anschalten sofort, ohne nervige Neon-Blitzerei. Ältere Neonröhren neigen außerdem zum Flackern und können den Radio- und Handyempfang stören, auch das entfällt bei LEDs.

Die LED-Gefahr

Hat die schöne neue LED-Strahlewelt nicht auch einen Haken? Ja. Wissenschaftler nennen es Rebound (auf Deutsch: Abprallen): Die Begeisterung über die hohe Energieeffizienz führt dazu, dass Häuser und Wohnungen mit immer mehr Lichtern und Lampen ausgestattet werden und die Bewohner diese auch großzügig brennen lassen. Verbraucht man dadurch mehr Strom als vorher, heißt die Konsequenz Backfire, sprich: Der Schuss geht nach hinten los.

simplify-Tipp: Schalten Sie Ihre sparsamen LEDs aus, wenn Sie aus dem Zimmer gehen. Behalten Sie die von der Elterngeneration erlernte Sparsamkeit auch im herrlichen LED-Zeitalter bei. Erst dann gibt es wirklich einen positiven Effekt für die Umwelt.

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