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Anpacken statt aufschieben: Aufschieberitis bekämpfen


Die Steuererklärung! Sie war – nicht ganz überraschend – Spitzenreiter bei unserer kleinen privaten Umfrage zum Thema „Tätigkeiten, die man gerne aufschiebt“. Überrascht hat uns allerdings, dass auch Menschen, die nach außen hin toporganisiert und sehr diszipliniert wirken, das eine oder andere Aufschiebe-Geheimnis mit uns teilten. Was auch immer es bei Ihnen ist – hier ausgewählte simplify-Tipps, wie Sie Ihre persönlichen Aufschiebegewohnheiten überwinden:

Setzen Sie sich einen Termin

Typischer Aufschiebegrund: Die Aufgabe ist weder zeitgebunden noch besonders eilig. Daher fällt sie Ihnen nur sporadisch ein. Ihr Satz: „Auf ein paar Tage hin oder her kommt es nicht an.“ Beispiele: Jemanden anrufen, mit dem Sie „mal wieder Kontakt aufnehmen sollten“. Den Keller aufräumen.

simplify-Tipp: Wenn Sie das nächste Mal daran denken, erledigen Sie es sofort. Ist das nicht möglich, verwandeln Sie die terminlose Arbeit in eine mit Termin, also: Eintrag im Kalender! Sie haben viele überschaubare Aufgaben (unter 15 Minuten)? Gehen Sie’s spielerisch an, im Losverfahren: Notieren Sie sich alles, was Sie diese Woche erledigen möchten, auf einzelne kleine Zettel. Legen Sie die in ein Schälchen, und ziehen Sie immer dann, wenn Sie Zeit zur Verfügung haben, eine Aufgabe.

Begrenzen Sie selbst Ihre Zeit

Typischer Aufschiebegrund: Sie brauchen den Zeitdruck, um sich nicht zu verzetteln. Ihr Satz: „Unter Druck arbeite ich am besten.“ Beispiele: Sie müssen etwas schreiben – einen Artikel, einen Vortrag, einen Gratulationsbrief.

simplify-Tipp: Vermeiden Sie Lastminute-Aktionen. Sie mögen dann schnell arbeiten, doch das Ergebnis ist nicht unbedingt das Beste. Setzen Sie sich selbst ein Zeitlimit – mit genügend Puffer zum spätesten Fertigstellungstermin: Halten Sie sich für den Vortrag, den Sie nächste Woche halten sollen, noch in dieser Woche 2 Nachmittage frei. Damit Sie Ihren selbstgesetzten Termin einhalten, bitten Sie jemanden, Ihnen nach etwa 2/3 der Zeit ein Feedback zu Ihrem Entwurf zu geben.

Spielen Sie die Szene durch

Typischer Aufschiebegrund: Sie haben Angst vor unbekanntem und/oder schwierigem sozialen Terrain. Ihr Satz: „Wer weiß, was passiert, wenn ich ...“ Beispiele: Sie müssen jemanden anrufen, den Sie noch nicht kennen. Sie möchten im Geschäft eine fehlerhafte Ware reklamieren.

simplify-Tipp: Machen Sie sich innerlich mit der Situation vertraut. Spielen Sie durch, was Sie selbst sagen bzw. tun und was der andere. Fühlen Sie eventuell für Ihr Anliegen vor – z. B. durch eine Mail oder über eine andere Person. Überlegen Sie sich für Notfälle einen guten Abgang, z. B. einen Satz, mit dem Sie das Telefonat mit dem unfreundlichen Gegenüber elegant beenden.

Wechseln Sie Ihre Brille

Typischer Aufschiebegrund: Bereits der Anblick der Aufgabe sorgt dafür, dass sich Ihnen die Nackenhaare aufstellen. Ihr Satz: „Das ist mir viel zu mühsam (langweilig, zeitraubend ...).“ Beispiele: Der Stapel mit den Versicherungsangeboten. Das ungeputzte Badezimmer.

simplify-Tipp: Starren Sie nicht auf die Arbeit, sondern konzentrieren Sie Ihre Gedanken auf das – erfreuliche – Ergebnis. Sprechen Sie nicht von „Versicherungskram“, den Sie durchsehen müssen, sondern von „Geldspar-Chancen“, die Sie wahrnehmen wollen. Sagen Sie sich „In einer halben Stunde liebe ich unser Badezimmer wieder“ statt „Eine halbe Stunde putzen – wie ätzend“.

Steigern Sie Ihre Erfolgschancen

Typischer Aufschiebegrund: Sie verbinden mit der Sache jede Menge Misserfolgserlebnisse. Ihr Satz: „Bestimmt geht das wieder schief.“ Beispiele: Sie suchen nach zig erfolglosen Bewerbungen immer noch eine neue Stelle. Sie möchten abnehmen, haben aber schon etliche erfolglose Diäten hinter sich.

simplify-Tipp: Machen Sie sich klar, welche Folgen Ihr Zögern hat. Wenn Sie sich nicht schnell auf eine ausgeschriebene Stelle bewerben, haben Sie gar keine Chance, diese zu bekommen. Wenn Sie nicht bald mit einem Abnehmprogramm beginnen, riskieren Sie, bei den sommerlichen Grillfesten noch mehr an Gewicht zuzulegen. Blenden Sie Ihre Misserfolge nicht aus, sondern analysieren Sie sie: Woran hat es gelegen? Was können Sie dieses Mal besser machen?

Entlarven Sie Ihre Ausreden

Typischer Aufschiebegrund: Weil Ihnen nicht bewusst ist, wie unangenehm Ihnen eine Aufgabe ist, fallen Sie gutgläubig auf Ihre eigenen Ausreden herein. Ihr Satz: „Morgen ist auch noch ein Tag.“ Beispiele: Den Lebensmittelgroß- einkauf im Vorratskeller verstauen. Mit der Krankenkasse abrechnen.

simplify-Tipp: Schenken Sie Ihren Ausreden („Für die paar Rechnungen lohnt sich das noch nicht.“) keinen Glauben. Gestehen Sie sich ein: „Ich schiebe es auf, weil ich keine Lust habe. Dann kehren Sie den Satz um: „Weil ich keine Lust habe, bringe ich es gleich hinter mich.“ Genießen Sie die gute Laune, die Ihnen die Erledigung beschert.