simplify steht für einen einfachen Weg zu einem bewussten und erfüllten Leben in einer komplexen Welt.

Lernen Sie, Ihren leeren Terminkalender zu lieben


„Hand aufs Herz: Ein Zahnarzt, der einen leeren Terminkalender hat, macht was falsch.“ So stand es lobend in einem Ärztebewertungsportal im Internet zu lesen. Nicht nur für das Image eines Zahnarztes ist ein gut gefüllter Kalender hilfreich, auch alle anderen Erwachsenen genießen es, einen vollen Kalender vorweisen zu können. Das ist das Dilemma: Fast alle wünschen sich „mehr Zeit“ – aber in Wirklichkeit fürchten sie sich vor einem spärlich gefüllten Kalender viel mehr als vor Zeitdruck und Hektik! Ein simplify-Plädoyer für einen befreiten Umgang mit der eigenen Zeit.

Leerer Terminkalender? Testen Sie sich selbst!

Überlegen Sie, welche der folgenden 10 Aussagen auf Sie zutreffen.

  1. Meine To-do-Liste für den Tag enthält grundsätzlich mehr Punkte, als ich schaffe.
  2. Ich nehme öfter Termine an, die sich zeitlich überschneiden.
  3. Ich lassen andere häufiger warten als umgekehrt.
  4. Wer mich daheim anruft, erwischt in der Regel nur den Anrufbeantworter.
  5. Meine privaten Verabredungen sind oft Wochen oder Monate im Voraus geplant.
  6. Ich halte fest an Freundschaften, die mir nichts mehr bedeuten, und an Ehrenämtern, die mir keine Freude mehr bereiten.
  7. Meine Regale und Schränke sind voll. Sehr voll.
  8. Ich kann es nicht leiden, wenn mein Partner oder meine Kinder „nichts zu tun“ haben.
  9. Wenn ich nichts vorhabe, überkommt mich schnell die Langeweile.
  10. Ich habe so viel privates Programm, dass ich auch schöne Aktivitäten nur noch „abhake“.

Wenn Sie 3 oder weniger Punkte angekreuzt haben: Glückwunsch! Sie sind ein Genießer und Zeitgourmet. 4 bis 7 Punkte: Leider zeigt sich auch in Ihrem Leben der horror vacui (die Angst vor der Leere). 8 und mehr: Alarm! Derzeit dominiert der horror vacui Ihr Leben. Gewinnen Sie die Oberhoheit über Ihre Lebensgestaltung zurück!

Revidieren Sie Ihre Maßstäbe

Ein übervoller Terminkalender und jede Menge Überstunden dienen vielen Menschen als Bestätigung, wichtig und leistungsfähig zu sein. Doch entscheidend ist nicht, wie viel Zeit Sie am Arbeitsplatz verbringen, sondern was Sie in Ihrer Arbeitszeit zustande bringen. Stellen Sie um auf Effizienz! Stecken Sie „so viel Zeit wie nötig“ in ein Projekt – und nicht „so viel Zeit wie möglich“.

simplify-Rat: Geben Sie nicht damit an, dass ohne Sie nichts läuft. Feiern Sie sich dafür, dass Sie so gut organisiert und im Team vernetzt sind, dass es auch mal ohne Sie funktioniert. Strahlen Sie aus: „Ich habe meine Arbeit gut im Griff“, und genießen Sie es, dass andere Sie darum beneiden.

Frei-Berufler statt Arbeitsknecht

Insbesondere Freiberufler sind vom horror vacui betroffen. Die meisten arbeiten mehr oder minder ununterbrochen – nicht, weil sie jeden Cent bräuchten, sondern weil sie es aus Existenzangst kaum wagen, einen Auftrag abzulehnen.

simplify-Rat: Lassen Sie bei der Entscheidung Ihren Kopf mitreden. Kalkulieren Sie, wie viel Geld Sie für Lebensunterhalt und Altersvorsorge benötigen – und wie viel Sie arbeiten müssen, um diese Summe zu erwirtschaften. Kam es in den letzten Jahren jemals zum befürchteten Auftragseinbruch? Rechnen Sie aus, wie lange Ihre finanziellen Reserven im Falle einer Flaute reichen würden. Machen Sie sich klar: Wenn Ihre Arbeitsbelastung Ihre Gesundheit bedroht oder Sie deshalb bei Ihren Kunden als unzuverlässig gelten, ist das weit problematischer als ein nicht angenommener Auftrag, mit dem Sie auch signalisieren: „Ich bin gefragt.“

Erfülltes Leben statt gefüllter Kalender

Relativ gelassen sehen die Menschen hierzulande nach einer repräsentativen Umfrage der R+V Versicherung derzeit in die Zukunft. Gefragt wurde dabei allerdings nur nach der Angst vor negativen Ereignissen. Die Angst, im Leben etwas zu verpassen, blieb (verständlicherweise) außen vor. Doch genau diese Angst treibt viele Menschen dazu, in ihrer Freizeit ein Event ans andere zu reihen.

simplify-Rat: Wenn Sie eine Einladung erhalten, von einem interessanten Konzert lesen oder Ihr Partner ein verlängertes Wochenende in Paris vorschlägt, fragen Sie sich beim Blick in den Kalender nicht: „Werde ich das zeitlich hinbekommen?“, sondern: „Werde ich Freude daran haben?“

Freuen Sie sich ausgiebiger

Wenn Sie ein Stück Schokolade im Mund zergehen lassen, haben Sie länger etwas davon, als wenn Sie eine ganze Rippe hastig herunterschlingen. Beherzigen Sie die alte simplify-Weisheit „Weniger ist mehr“.

simplify-Rat: Freuen Sie sich lieber dreimal an einem schönen Ereignis statt an drei schönen Ereignissen jeweils einmal. Sie sind zu einem Fest eingeladen?

  1. Kultivieren Sie Ihre Vorfreude, indem Sie sich in der Woche davor ausmalen, wen Sie dort alles nach längerer Zeit wiedersehen werden. Und suchen Sie in Ruhe ein Geschenk aus.
  2. Planen Sie Zeit ein, um sich vorher ein wenig auszuruhen. So können Sie das Fest besser genießen.
  3. Verdoppeln Sie die Erinnerung an den schönen Abend, indem Sie den Gastgeber in den nächsten Tagen anrufen und sich bedanken oder den anderen Gästen die von Ihnen geschossenen Fotos mailen.

Suchen Sie die Langeweile

„Freie Zeit!“ denken viele Menschen sehnsüchtig. Doch wird ihnen die tatsächlich geschenkt, halten sie sie oft nur schwer aus und füllen sie mit irgendwelchem Kram. Ganz typisch für Horrorvacui-Anfällige: Lässt zu Urlaubsbeginn der Dauerstress nach, werden sie erst einmal krank und sind enttäuscht, die kostbare Zeit so zu verplempern.

simplify-Rat: Freunden Sie sich mit der Leere an. Fangen Sie klein an, indem Sie sich für Wartezeiten (beim Arzt, bei Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln, vor Besprechungen) keine Beschäftigung mitnehmen. Lassen Sie mindestens zwei Abende pro Woche frei. Reservieren Sie pro Monat ein Wochenende für Ungeplantes. Bauen Sie zwischen dem letzten Arbeitstag und dem Urlaubsbeginn ein bis zwei Puffertage ein: Ihr Schlafdefizit ausgleichen oder einen Infekt auskurieren – das können Sie daheim besser und billiger! Vertrauen Sie darauf: Jenseits der inneren Unruhe und der Langeweile wartet auf Sie...

... das wundervolle Reich der Möglichkeiten

Vielleicht haben Sie sich als kleines Kind von einer weißen Zimmerwand einladen lassen, diese groß und bunt zu bemalen. Sehen Sie die freien Flächen, die Ihr leerer Terminkalender außerhalb Ihrer Arbeitszeit aufweist, als so eine wunderbare Einladung, spontan zum Pinsel zu greifen und Ihr Leben farbenfroh zu machen.

simplify-Rat: Malen Sie sich aus, was Ihnen der zeitliche Freiraum bietet. Beispiele: „Wenn ich morgen Lust dazu habe, kann ich den ganzen Vormittag mit meinem Buch im Bett liegen bleiben … den Garten auf Vordermann bringen … mit meiner Tochter einen Stadtbummel machen … eine Fahrradtour unternehmen … meine CDs digitalisieren …“ Freuen Sie sich darüber, dass Sie sich – welcher Luxus! – nach Lust und Laune entscheiden können!

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