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Krisenmetall Gold


Wie Sie Ihre finanzielle Zukunft absichern können

Der Goldpreis klettert derzeit kontinuierlich nach oben. Die klassische Finanzregel lautet: typisches Anzeichen für eine nahende große Krise. Doch es könnte sich auch nur um eine gesteuerte Spekulation handeln. Der Goldpreis unterliegt nicht wirklich den Gesetzen des freien Marktes, sondern wird von wenigen „big players“ gesteuert. Im Mai 2004 hätten Sie für 1 Feinunze (= 31,10 g) Gold nur 375 $ zahlen müssen, Anfang Dezember waren es schon 454 $. Für einen Amerikaner wäre es 2004 ein kluger Schachzug gewesen, sein Vermögen in Goldbarren anzulegen. Nicht aber für einen Europäer, denn der Anstieg des Goldpreises spiegelt vor allem den Verfall des Dollars wider: Würde der Dollarkurs wie früher in D-Mark angegeben, läge er zurzeit bei unerreichten 1,45 DM. In Euro umgerechnet kostete Gold im Mai 315 €, im Dezember 340 €, also gerade einmal 8 % mehr. Fazit: Wegen der Differenz zwischen An- und Verkaufspreis hätte sich ein kurzfristiger Einstieg in eine Goldanlage nicht gelohnt.

Aktien sinken, Gold glänzt

In den letzten 5 Jahren aber stieg der Goldpreis stetig an und hat – nach einer langen Schwächephase – das hohe Preisniveau der 80er-Jahre bereits überschritten. Einige Experten halten bei einer beliebigen Art von Krise (Terrorangriff, Börsencrash, politischer Umsturz) einen extremen Höhenflug wie 1980 durchaus für möglich, als der Goldpreis kurzzeitig die 800-$-Marke übersprang. Fazit: Wer heute Gold kauft, könnte Verdopplungsgewinne machen wie im Börsenboomjahr 1999.

Die weltweite Schuldenblase

Alles Gold auf der Erde, das in der gesamten Menschheitsgeschichte geförderte und das noch im Boden ruhende abbaubare, hat – gerechnet zum aktuellen Goldpreis – einen Gesamtwert von 1,6 Billionen Dollar (deutsche Billionen, auf Englisch „trillions“). Diese Summe druckt die amerikanische Zentralbank innerhalb von 18 Monaten an frischem Geld. Die Gesamtausleihungen (privat und staatlich) in den USA erreichten Mitte 2003 die unglaubliche Summe von 32 Billionen. Von der Golddeckung, lange das Geheimnis der Dollarstärke, haben sich die USA seit 1971 weit entfernt – und mit ihnen alle übrigen Länder der Erde.

Wann platzt diese Schuldenblase, die es in fast allen Industriestaaten gibt? Würde das amerikanische Währungssystem zusammenbrechen, die Menschen in ihrer Not auf die Golddeckung zurückgehen und dafür alles auf der Erde befindliche Gold aufkaufen, entspräche das einem Goldpreis von mindestens 10.000 $ pro Unze. Aus solchen Berechnungen speisen sich die Phantasien der Goldfans.

Gold kann man nicht essen

Es ist jedoch keineswegs sicher, dass ein zerstörtes Währungssystem zurückgreift auf das Edelmetall Gold. In Argentinien führte der Währungskollaps nicht zu einer Goldhysterie, sondern zum wilden Ausbau des Tauschhandels. Praktisch verwendbare Güter waren dort wertvoller als Gold.

Wer Geld hat, sollte auch Gold haben

Der freie Vermögensverwalter Bert Flossbach, einer der angesehensten Männer seiner Zunft, erkennt dunkle Wolken am Horizont der deutschen Volkswirtschaft: Die Staatsverschuldung hat 66 % des Bruttoinlandsprodukts erreicht. Der Sachverständigenrat schätzt die wahre Belastung auf 270 %, nimmt man die zu erwartenden Lücken bei Renten und Pensionen hinzu. 20 % der Staatseinnahmen werden für Zinszahlungen verwendet. Ein Unternehmen gälte bei dieser Zahl als akuter Sanierungsfall. Sparen oder Wachstum scheidet als Möglichkeit zur Entschuldung aus – der einzige Weg wäre eine Inflation. Für Kapitalbesitzer schlechte Aussichten, denn ihr Vermögen würde in einer Inflation oder gar Währungsreform dahinschmelzen. Schutz gegen wirklich große Finanzkrisen biete, so Flossbach, vor allem das Gold.

Hans Jörg Müllenmeister, Spezialist für Edelmetalle und Mitarbeiter beim Informationsdienst Sicheres Geld, rät ganz konkret: „Handeln Sie jetzt und nicht erst dann, wenn alle auf den fahrenden Goldzug aufgesprungen sind.“ Er empfiehlt, Aktien abzustoßen und konsequent den Teil des flüssigen Vermögens, den Sie in den nächsten Jahren nicht benötigen, in Goldbarren oder Krügerrand anzulegen. Ein Kilobarren stellt derzeit einen Wert von rund 11.000 € dar. simplify-Tipp: Wenn der Preis kurzfristig fallen sollte, nutzen Sie das für den Ankauf weiterer Barren. Eine gute und getestete Handelsplattform ist proaurum.de in München.

Spekulationsobjekt Silber

Als es noch echte Silbermünzen gab, lag das Verhältnis von Gold zu Silber bei 1:15. Seit vielen Jahren wird Silber nicht mehr als Wertsicherung verwendet, sondern nur noch als industrieller Rohstoff. Dadurch ist es gegenüber früheren Zeiten sensationell billig; das aktuelle Verhältnis liegt bei fast 1:60. Im Spekulationsjahr 1980 erreichte die Feinunze Silber die 50-$-Marke, aktuell steht sie bei knapp 8 $. Käme es zu einer großen Währungskrise und einer Preisexplosion beim knappen Gold, würden die Vermögenden möglicherweise (wie in der Geschichte immer wieder geschehen) auf Silber ausweichen. Dann stünde uns ein beispielloser Silberboom bevor.

Soll man also Silber kaufen? Zu dieser Frage will sich kein Experte festlegen. Wer im April 2004 Silberbarren kaufte, hatte im Juni 30 % Verlust gemacht, im Dezember aber war der alte Wert wieder erreicht. simplify-Tipp: Für Anleger mit genügend freiem Geld und starken Nerven könnte es sich lohnen, bis zu 20 % ihrer Edelmetallbestands in Silberbarren anzulegen.


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