16.03.2013

Küchengeräte, die niemand braucht


Am Tag meines Umzugs hatte Tante Ursula neben belegten Brötchen vom Bäcker auch einen Sandwichtoaster im Gepäck. Sie wusste, dass ich noch keine Küche haben würde. Und da Tante Ursula so ziemlich jedes Küchengerät besitzt, das frau laut Küchengeräte-Industrie haben sollte, präsentierte sie mir stolz ihren Sandwichtoaster. Ich tat so, als ließe mich das kalt, denn es erinnerte mich schmerzlich an meinen eigenen Sandwichtoaster, den ich von der Verwandtschaft irgendwann einmal zum Geburtstag geschenkt bekommen hatte. Ich schob dieses Teil von einer Schrank-Ecke zur anderen, von einer Wohnung zur nächsten, immer mit den Gedanken im Kopf: „Eigentlich schmeckt es ja ganz lecker. Vielleicht machst du dir mal wieder so ein Sandwich damit? Du hast den Toaster zwar die letzten zwei Jahre nicht benutzt, aber wer weiß!? Jetzt, wo du ihn wieder entdeckt hast ...“

Und ich staunte selbst über mich: Dieses Jahr beim Umzug gab es keinen Sandwichtoaster mehr! Ich muss ihn wohl beim Umzug davor bereits entsorgt haben. Das baute mich natürlich auf! Was ich allerdings behalten habe von den vielen Geburtstags-Küchengeräten (da waren noch ein elektrischer Messerschleifer, ein Mini-Eierkocher, ein Fett-frei-Grill, ein Standmixer, ein Raclette, ein Wok und ein „heißer Stein“), ist eine kleine Single-Haushalt-Friteuse. Ich dachte mir, Single ist besser als gar nichts und sollte damit auch Recht behalten: Die frittierten Pommes in der ersten Woche nach dem Umzug mangels Herd waren erste Klasse! Das Essen zog sich zwar etwas in die Länge, weil nur gefühlte 5 Pommes in den Korb passten, aber ich bereute es nicht, die Friteuse behalten zu haben.

Doch ihr könnt euch nicht vorstellen, wie lange dieser Prozess der Loslösung von all diesen tollen Haushaltsgeräten andauerte, bis zum Schluss nur noch die Friteuse und das Waffeleisen übrig waren! Jahre, wirklich Jahre! Und dann lese ich das: In europäischen Haushalten schlummern Milliarden Euro in Form von durchschnittlich 50 ungenutzten Gegenständen! Jede Menge Handys, Handtaschen und Kaffeemaschinen stecken europaweit in Schubladen und Schränken, ohne benutzt zu werden, so das Ergebnis einer repräsentativen Studie, durchgeführt von TNS Infratest im Auftrag von eBay in 8 Ländern. Die Deutschen etwa schätzen den Wert aller ungenutzten Gegenstände in ihrem Haushalt im Schnitt auf 1.265 Euro. „Entrümpeln lohnt sich also!“ schrieb die Frauenzeitschrift Jolie, die in der Ausgabe 04/13 verschiedene Strategien für das Ausmisten vorschlägt.

Tja, das wissen wir schon längst! Ein Glück beschäftige ich mich seit vielen Jahren mit simplify – das verschafft mir einen Vorsprung, zumindest was das Ausmisten  ungenutzter Küchengeräte betrifft! 

Übrigens: Tante Ursula fragte mich, bevor sie wieder nach Hause fuhr, ob sie mir den Sandwichtoaster nicht dalassen solle. Den könne ich doch gut gebrauchen, solange meine Küche noch nicht funktioniere. Als ich dankend ablehnte, startete sie einen erneuten Versuch: "Das schmeckt aber richtig lecker!" "Nein, danke, wirklich nicht. Den kannst du wieder mitnehmen ..." Puh! Diese Kurve hatte ich bravourös gemeistert!


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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