28.01.2014

Neulich beim Zahnarzt ...


Vor 50 bis 60 Jahren glich ein Zahnarztzimmer noch einer Folterkammer. Ein Angst einflößender Stuhl, Bohrer und allerlei Gerätschaften umsäumten den Patienten und seinen Zahnarzt. Dieser „operierte“ sehr oft alleine. Bei meinem Zahnarzt aus den 1970er-Jahren gab es keine Zahnarzthelferin. Zur Ablenkung und gegen eventuelle Schmerzen gab es eine clowneske Einlage des Arztes. Und ich schwor mir ab einem gewissen Alter, dass ich Zahnärzte niemals mögen würde (um es freundlich auszudrücken).

Um die 1990er-Jahre ging es dann in den Zahnarztpraxen etwas moderner zu. Neues Mobiliar sollte einladender wirken. Und neue Technik sollte das Arbeiten erleichtern. Für einen Abdruck nutzte man keine eklig schmeckende Paste mehr. Nein, der präparierte Zahn wurde mithilfe eines entsprechenden Gerätes abgefahren. Das maß alles ein, was der Zahntechniker wissen musste, um ein passgenaues Inlay zu erstellen. Was soll ich sagen: Mit diesem Inlay wurde ich niemals glücklich, das ging gehörig daneben, weil es einfach nicht so passte wie es sollte. Einige Jahre später bekam ich auf Kulanz ein neues, leider nach demselben Verfahren ...

Und heute? Inzwischen gibt es keinen extra Röntgenraum mehr. Geröntgt wird in einem der Behandlungszimmer. Die Bilddaten werden elektronisch sofort eingelesen und in der virtuellen Patientenakte abgelegt. Abdrücke nimmt man bei meinem Zahnarzt immer noch mit der üblen Paste, was mir ehrlich gesagt lieber ist als die alte „moderne Technik“. Die gibt es ja inzwischen auch up to date, doch ich traue der Sache aus verständlichen Gründen nicht ... Und der Clou ist, ich habe es gerade erlebt, dass ich nun selbst meinen kaputten Zahn am Flachbildschirm vor mir an der Wand anschauen kann. Per Kamera-Stick macht der Arzt ein Video von meinem Zahn und überträgt es auf den Rechner, der es wiederum auf den Bildschirm schickt. Et voilà! So komme ich mit meinen 40 Jahren auch einmal dazu, das Mysterium Zahn zu entmystifizieren. Denn ich habe mich immer gewundert, wie die Zahnärzte das schaffen, auf so kleiner Fläche so viele Geräusche zu machen, Schmerzen zu verursachen und überhaupt etwas zu erkennen.

Ich lasse hier nicht unerwähnt, dass die Arzthelferin beim Wechsel in den Röntgenbildmodus ernsthaft in Sorge war, dass die Videoaufzeichnung nicht abgespeichert worden ist. Entweder die Technik ist noch ganz neu, oder sie ist noch ganz neu. Ich glaube, es trifft beides zu. Für die Arzt-Patienten-Bindung und mein Verständnis war das jedenfalls eine tolle Sache!


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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