Aufräumen

Kampf dem Chaos: Wenn man beim Zimmer aufräumen einen Krieg führt


Eine nicht ganz ernst gemeinte Kriegserklärung

Es geht bei Ihnen drunter und drüber? Sie verzweifeln an Ihrem undurchquerbaren Zimmer? Sie haben schon alles versucht, um das Zimmer aufräumen zu können? Dann machen Sie es wie in der Politik: Wenn alle diplomatischen Mittel versagen, bleibt nur die Offensive. Rufen Sie die Krise aus, und greifen Sie zu militärischen Mitteln! Versetzen Sie sich in die Lage eines Feldherrn: Das Chaos ist Ihr Gegner, das Chaos beseitigen ist Ihr Ziel. Sie sind entschlossen zu gewinnen – allein schon, um nicht selbst unterzugehen. Das Gute daran: Einem entschlossenen Angriff hat die Unordnung (die bisher immer gewonnen hat) nichts entgegenzusetzen. Dieses Mal werden Sie siegen!

Denken Sie an nachher

Ein Krieg wird nicht um des Krieges willen geführt, sondern wegen der neu geordneten Verhältnisse danach. Stellen Sie sich in die Mitte des Raums (Ihr Kriegsschauplatz), und malen Sie sich aus, wie es hier aussehen wird, wenn die Schlacht geschlagen und alles an seinem Platz ist. Wenn Sie erstmal beginnen das Chaos beseitigen und das Zimmer aufräumen zu wollen, stehen Sie schon kurz vorm Kriegseintritt.

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simplify-Tipp: Weisen Sie in Gedanken jedem Gegenstand eine bestimmte Heimat zu. Bereiten Sie dafür Aufbewahrungssysteme, Etiketten und Ordnungsmuster vor.

Schmieden Sie einen Plan

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 Spionieren Sie Ihren Feind aus: Wo hat Ihr Gegner seine stärksten Stellungen, wo hortet er seine Truppen? Welche Bereiche können Sie dagegen im Handstreich nehmen? Gehen Sie wohl überlegt vor, um nicht Ihre eigenen Reserven sinnlos zu verpulvern. Um das Chaos beseitigen zu können, müssen Sie seine stärksten Stellungen angreifen, nicht seine kleinen Außenposten!

simplify-Tipp: Stapel mit Unterlagen sehen klein aus, bergen aber vielfältige Inhalte – nichts ist schwerer aufzuräumen. Welche Bereiche sind dagegen schnell erledigt? Beginnen Sie strategisch klug mit den größten Brocken, nach deren Beseitigung Sie einen guten optischen Erfolg verbuchen können. Das gibt Ihren Truppen Mut zum Weitermachen.

Attacke!

Als Caesar am 10. Januar 49 v. Chr. mit seiner Armee den kleinen Grenzfluss Rubikon überschritt, gab es für ihn kein Zurück mehr. Das Gleiche gilt für Sie: „Alea iacta est“ – der Würfel ist gefallen, das Aufräumen hat begonnen.

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simplify-Tipp: Aktivieren Sie Ihre Sturheit – ab jetzt geht es nur noch geradeaus. Sehen Sie den Entbehrungen mutig ins Gesicht. Gefühle, Wehwehchen, Ablenkungen, Belohungen – jetzt nicht! Gönnen Sie sich keine Pause, bis Sie Ihr Etappenziel erreicht haben. Wischen Sie Gefühle der Entmutigung beiseite. Schaffen Sie Tatsachen: Was Sie wegwerfen, bleibt weggeworfen!

Versöhnung

Sie haben alles an seinen Platz gebracht und halten die Stellung. Die Situation ist gesichert, der Pulverdampf hat sich verzogen. Atmen Sie auf: Die Schlacht ist vorbei!

simplify-Tipp: Gehen Sie mit wohlwollendem Blick über das ehemalige Schlachtfeld. Staunen Sie über den friedlichen Eindruck, und schwören Sie sich: Nie wieder Krieg! Sorgen Sie ab jetzt im Vorfeld dafür, dass es nie wieder so weit kommt. Machen Sie Ihr Zimmer zu einem Ort der Lebensfreude. Stellen Sie eine Blume auf, drapieren Sie ein paar unnütze, aber schöne Gegenstände.

Seien Sie gnädig mit sich!

Wahrscheinlich hat nur die Hälfte Ihrer Aufräumpläne so geklappt, wie Sie es sich vorgenommen hatten. Aber das macht nichts. Schon der chinesische Stratege Sun Tsu wusste: „Kein Plan überlebt Feindkontakt."

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simplify-Tipp: Entspannen Sie sich. Neben dem äußeren Ziel, wieder Ordnung herzustellen, ging es vor allem darum, dass Sie sich nicht von Ihrem eigenen Schlendrian beherrschen lassen und endlich aufräumen. Das haben Sie sich bewiesen. Peace!


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