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Tikis Welt: Wahrheit und Vernunft


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Wahrheit und Vernunft

Bestimmt geht es Ihnen auch manchmal so wie mir (Tiki Küstenmacher): Da lese ich eine kleine Zeitungsmeldung, höre in der S-Bahn mit halbem Ohr eine Unterhaltung mit, komme beim Wandern mal wieder richtig ins Schwitzen oder entdecke im Vorgarten eine Pflanze, die ich noch nie wahrgenommen habe. Und plötzlich geht mir ein Licht auf – das kleine Erlebnis verwandelt sich in eine große Erkenntnis. 2 davon möchte ich mit Ihnen teilen.

Ist ein Lügendetektor sinnvoll?

Ich habe von einem deutschen Unternehmer gelesen, der von seinem Geschäftspartner um eine halbe Million € betrogen wurde. Damit ihm das nicht wieder passiert, hat er sich einen Lügendetektor gekauft. Ein orangefarbenes Kästchen mit einem Lämpchen drauf, für 20 €.

Ob es wirklich funktioniert, weiß er nicht, aber es hat sein Geschäftsleben revolutioniert. Am Ende eines Gesprächs packt er es aus. „Wollen Sie mal probieren?“ fragt er. Und dann, so erzählt er, schlägt die Stunde der Wahrheit.

Die einen sind belustigt, legen den Finger auf den Sensor, finden es interessant. Die anderen sind empört: „Trauen Sie mir nicht?“ Dann fallen große Worte: Loyalität. Vertrauen. Ehrlichkeit. Das sind, weiß der Unternehmer inzwischen, die Problemfälle: Leute, die nicht zahlen werden, aber vorher große Worte machen.

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Das Kästchen, denke ich mir, wirkt etwa so wie früher eine Bibel, auf die man geschworen hat. Das funktioniert also offensichtlich noch immer. Aber vielleicht haben Sie bei so etwas ein ungutes Gefühl, bei der Bibel als Schwurunterlage genauso wie bei einem angeblichen Lügendetektor als Wahrheitsfinder. Ihr Gefühl trügt Sie nicht: „Ihr sollt nicht schwören“, hat Jesus gesagt. Er hatte etwas gegen solche Tricks. Sein simplify-Rat: „Sagt einfach ja oder einfach nein. Alles, was ihr darüber hinaus sagt, ist von Übel.“ Und ich habe die Erfahrung gemacht: Schlichte Ehrlichkeit entwaffnet. Wenn ich mich selbst daran halte, sind oft auch die anderen bereit zu einem neuen Umgang.

Auf die Vernunft setzen

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Ich bin oft mit dem Zug unterwegs. Auf den Toiletten im ICE habe ich folgendes Schild gesehen: „Bitte verlassen Sie diesen Raum so, wie Sie ihn vorfinden möchten.“ Ich finde, das ist eine gute Formulierung. Denn was könnte man sonst texten? So drohend: „Wer diese Toilette verschmutzt, muss mit bis zu 500 € Strafe rechnen.“ Oder mit dem moralischen Zeigefinger: „Wer hier Dreck macht, ist ein Ferkel und ein schlechtes Vorbild!“

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„Bitte verlassen Sie diesen Raum so, wie Sie ihn vorfinden möchten.“ Das heißt also auch: Wenn Sie den Raum unaufgeräumt vorfinden, sollen Sie ihn aufräumen. Unabhängig davon, ob Sie Schuld am Zustand des Raumes tragen, ob Sie dafür bezahlt werden oder ein Lob ernten. Es ist ein Aufruf, aktiv zu werden, und zwar nach Ihren Maßstäben – der eine stört sich an herumliegenden Papierhandtüchern, der andere daran, dass am Beckenrand Wasser steht. Ein Prinzip übrigens, das sich nicht nur in Zugtoiletten anwenden lässt.

Autor: Tiki Küstenmacher


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