simplify steht für einen einfachen Weg zu einem bewussten und erfüllten Leben in einer komplexen Welt.

Perfektionismus überwinden und sich Entspannung gönnen


Wie Sie es schaffen, diesen simplify-Rat tatsächlich zu beherzigen

Ein ordentliches Mittagessen während des 10-Stunden-Arbeitstages. 14 Tage Erholungsurlaub im Sommer. Sich bei der Fahrt ans Urlaubsziel regelmäßig die Beine vertreten. Die Schwiegermutter von einem Pflegedienst betreuen lassen, während man selbst einfach ein paar Tage lang mal nichts tut. In Ruhe eine Tasse Kaffee trinken, obwohl die Wohnung schrecklich aussieht. Beim Wandern zwischendurch den Rucksack absetzen und den Blick in die Landschaft genießen. Die Organisation des Straßenfestes in diesem Jahr anderen überlassen. Geht nicht? Wirklich nicht?

Nicht in erster Linie Zeitmangel, sondern ihre innere Einstellung und ein ausgeprägter Perfektionismus machen es vielen Menschen schwer, sich kleine oder große Pausen zu gönnen. Verabschieden Sie sich von Ihren pausenfeindlichen Einstellungen!

Seien Sie sozial zu sich

Pausenfeindliches Motto: „Man darf sich selbst nicht so wichtig nehmen.“ Beispiel: Sie wollen es Ihrem Mann nicht zumuten, nach einer harten Arbeitswoche am Wochenende die Kinder/die alte Tante zu betreuen, „nur“ damit Sie mit einer Freundin 2 Tage wegfahren können.

simplify your Pause: Stehen Sie zu Ihrem Bedürfnis nach Abschalten, Nichtstun, Zeit für sich selbst! Gerade auch, wenn Sie sich als Christ dem Ideal der Nächstenliebe verpflichtet fühlen. Denn dieses Ideal fordert, den anderen wie sich selbst zu lieben. Das heißt: Sie müssen den Bedürfnissen anderer Menschen nicht automatisch Vorrang geben. Das kommt übrigens auch Ihrer Umgebung zugute: Sie sind leistungsfähiger, wenn Sie sich nicht permanent für andere aufopfern. Und Sie erleichtern es anderen, ohne schlechtes Gewissen zu ihren eigenen Bedürfnissen zu stehen.

Übernehmen Sie Verantwortung

Pausenfeindliches Motto: „Man lässt mir keine Wahl.“ Beispiele: Sie verzichten auf der Arbeit regelmäßig auf Ihr Mittagessen, weil Ihr Chef Ihnen mit Vorliebe am späten Vormittag „eilige Aufträge“ auf den Tisch legt. – Sie springen immer vom Sofa hoch, wenn eines Ihrer Kinder etwas von Ihnen will.

simplify your Pause: Delegieren Sie die Verantwortung für Ihr Wohlergehen nicht an andere, sondern nehmen Sie sie selbst wahr. Gehen Sie nicht davon aus, dass Ihre Umgebung wüsste, wie viel Anstrengung/ Nerven Sie die permanente „Rufbereitschaft“ kostet. Erwarten Sie keine automatische Rücksichtnahme. Sprechen Sie – wenn nötig, diplomatisch – aus, was Sie brauchen („Ich würde vorher noch gern in die Mittagspause gehen/ein paar Minuten ausruhen. Geht das?“). Möglicherweise hat Ihr Chef gar kein Problem damit, seine Aufträge 1 Stunde später loszuwerden! Vielleicht braucht er aber auch ein paar Anstupser Ihrerseits, um sich daran zu gewöhnen, seine Aufträge schon am Morgen zu kommunizieren.

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Planen Sie Ihre Zeit nicht nach Schema AV

Pausenfeindliches Motto: „Erst die Arbeit, dann das Vergnügen.“ Beispiel: Sie verschieben Ihren Waldspaziergang jeden Sonntag wieder auf das nächste Wochenende, weil das Haus nach der Renovierung noch nicht wieder in Schuss ist.

simplify your Pause: Als Kind haben Sie vermutlich die Erfahrung gemacht, dass Sie das Spielen ganz besonders genießen konnten, wenn keine Hausaufgaben mehr auf Sie warteten. Aber: Auf Erwachsene wartet eigentlich immer Arbeit. „Alles erledigt“ – das ist ein Zustand, den Sie nie mehr erreichen werden. Und gerade deshalb sind Pausen besonders notwendig, denn sonst sind Sie bald erschöpft (bis hin zum Burnout). Planen Sie Pausen von vornherein in Ihren Alltag ein: einen kurzen Spaziergang in der Mittagspause, einen Musik-Hör- Abend pro Woche oder ein arbeits- und haushaltsfreies Wochenende im Monat. Gönnen Sie sich spontan eine Pause, wenn Sie eine nötig haben (z. B. 5 Minuten Entspannungsübungen nach einem anstrengenden Gespräch). Und nutzen Sie gute Gelegenheiten, die sich Ihnen jetzt bieten: dass das Wetter schön ist (am nächsten Tag soll es wieder regnen), dass ein Freund eine Konzertkarte übrig hat, dass Ihre Partnerin Lust auf einen Biergartenbesuch hat.

Bleiben Sie vielseitig

Pausenfeindliches Motto: „Erfolg hat seinen Preis.“ Beispiel: Weil Ihnen die Karriere sehr wichtig ist, nehmen Sie in Kauf, dass vieles andere – Ihre persönlichen Interessen, Ihre Beziehungen, Ihre Familienleben, Ihre Gesundheit – darunter leidet.

simplify your Pause: Geht ein Unternehmen pleite, so präsentieren die Medien gerne Interviews mit Angestellten, die für ihren Beruf gelebt haben und mit dem Job auch ihren Lebenssinn verlieren. Lassen Sie sich davon abschrecken! Setzen Sie in Ihrem Leben nicht alles auf eine Karte. Machen Sie Ihr Lebensglück nicht von Ihrem Arbeitsplatz oder einer Top-Position auf der Karriereleiter abhängig.

Sie glauben fest daran, dass Ihre Konzentration auf den Beruf nur vorübergehend ist („Wenn ich erst einmal Bereichsleiter bin, kümmere ich mich wieder mehr um ...“)? Notieren Sie sich in der Kalendervorschau, wann Sie diese Workaholic-Phase beendet haben wollen, und stimmen Sie das mit Ihrem Partner/Ihrer Partnerin ab.

Übrigens gibt es auch viele Menschen, die ein glückliches und vielseitiges Privatleben führen und trotzdem – oder gerade auch deshalb – beruflich erfolgreich sind. Denn die Lebensfreude, die Ihnen enge Beziehungen schenken, und die Fähigkeiten, die Sie im Privatleben (Umgang mit Menschen, Hobbys etc.) entwickeln, kommen auch Ihrer Arbeit zugute.

Autorin: Dr. Ruth Drost-Hüttl