Kommunikation

Kommunikations-Tipps für Gasteltern


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So klappt’s mit dem Austauschschüler

Schüleraustausch wird immer beliebter. Oft werden bei internationalen Events (z. B. Taizé-Treffen) Gasteltern für die jugendlichen Besucher gesucht. Doch so manche Familie, die sich vorher auf den ausländischen Gast gefreut hat, seufzt hinterher: „Nie wieder.“ Hier die wichtigsten Tipps erfahrener Gasteltern.

Begegnung

Meist bieten die Schulen schon genug Programm. Ihre Aufgabe ist es vor allem, Ihren Gast am Familienalltag teilhaben zu lassen. Ihre Art zu leben – vom Einkaufsgang in den Supermarkt bis zum Umgang miteinander – wird bei Ihrem Gast einen stärkeren Eindruck hinterlassen als Museen und Kirchen.

simplify-Tipp: Fragen Sie Ihren Gast, ob er schon einmal im Ausland war. Speziell amerikanische Jugendliche haben gelegentlich abstruse Vorstellungen von Europa und Deutschland. Nehmen Sie es mit Humor, wenn das amerikanische Girl nach Desinfektionsspray für Ihr Badezimmer verlangt.

Vierergruppen

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Wenn in der Freizeit größere Gruppen beieinander sind, reden meist die deutschen Jugendlichen untereinander und die ausländischen ebenfalls. Damit geht das Ziel eines Schüleraustausches verloren.

simplify-Tipp: Die optimale Kombination für ein entspanntes Miteinander sind meist 2 deutsche Jugendliche zusammen mit ihren 2 Gästen. Fädeln Sie solche Kombinationen ein, etwa für einen Ausflug, den Sie selbst organisieren.

Warm werden

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Bemühen Sie sich im Vorfeld um einen Gastschüler, der vom Alter und Geschlecht her zu Ihrem Kind passt. Nehmen Sie mit dem Austauschpartner frühzeitig Kontakt auf. Ein paar Mails hin und her verhelfen beiden Seiten zu einem 1. Eindruck.

simplify-Tipp: Interessieren Sie sich während seines Aufenthalts für das Land des ausländischen Jugendlichen. Lassen Sie sich von seiner Familie und dem Alltag erzählen. Fragen Sie ihn nach Modewörtern oder Zungenbrechern in seiner Sprache. Auch wenn Ihnen Ihr Gast fremd bleibt: Schreiben Sie den Besuch nicht als Fehlgriff ab. Ein Lerneffekt für Ihr Kind wird sich in jedem Fall ergeben.

Klare Regeln

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Sie übernehmen die Verantwortung für einen fremden Teenie. Vereinbaren Sie von Anfang an eiserne Regeln: abmelden, wenn man geht; sagen, wohin man geht; eine Rückkehrzeit vereinbaren; sich beim Heimkehren bemerkbar machen.

simplify-Tipp: Bitten Sie vor dem Eintreffen der Gäste die zuständigen Lehrer, die Kernregeln (Umgang mit Alkohol, Zigaretten etc.) allen Gasteltern schriftlich mitzuteilen und mit der Gastgruppe zu besprechen. Das entlastet Sie von ständigen Diskussionen à la „Bei Meiers dürfen wir aber Bier haben“. Beobachten Sie Ihr Gastkind am 1. Tag besonders genau. Dann haben Sie eine bessere Vorstellung davon, welche Regeln ihm angemessen sind.

Sollte Ihr Gast Defizite in Sachen Manieren haben, dürfen Sie ihm ruhig sagen, was in Ihrer Familie üblich ist (z. B. gemeinsam mit dem Essen anfangen). Verbeißen Sie sich aber nicht in diese Themen, sondern bleiben Sie gelassen: Sie müssen Ihren Gast nicht erziehen.

Den Gast nicht überfordern …

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Anders als deutsche Jugendliche, die häufig englische Liedtexte beherrschen, kennen die meisten Gäste Deutsch ausschließlich aus der Schule. Auch wenn Ihr Gast wenig Deutsch kann: Testen Sie stets zuerst, ob es mit Deutsch klappt, bevor Sie in seiner Muttersprache reden. Ist Ihr Gast aus Scheu sehr zurückhaltend, sind Gesellschaftsspiele (von „Mensch ärgere dich nicht“ bis „Tabu“) gute Eisbrecher.


simplify-Tipp: Bieten Sie Ihrem Gast nach der Ankunft an, von Ihrem Telefon aus daheim anzurufen. Die meisten Jugendlichen haben zwar ein Handy, die Gebühren sind jedoch oft sehr hoch.

Stochert Ihr Gast mehr im Essen, als dass er isst, mühen Sie sich nicht jeden Tag mit einer neuen heimischen Spezialität ab. Sollten Sie etwa feststellen, dass Ihr Gast Spätzle mit Sauce anstandslos verzehrt, dann servieren Sie ihm das Gericht ruhig mehrfach.

… und sich selbst auch nicht

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Schüleraustausch ist Stress: Ihr Kind ist ständig mit dem Gast auf Achse. Sie als Eltern jonglieren mit noch mehr Terminen als sonst. Ein Kind muss sein Zimmer mit dem Gast teilen oder für den Gast räumen.

simplify-Tipps: Gestalten Sie mit einer anderen Gastfamilie wechselweise das Wochenendprogramm für beide Gäste. Geben Sie dem Gast möglichst ein eigenes Zimmer. Wenn Ihr weiblicher Gast morgens das Familienbadezimmer blockiert, stellen Sie der Jugendlichen einen Spiegel ins Zimmer und bitten Sie sie, sich dort zu schminken. Fragen Sie Ihren Gast zu Beginn, wann er voraussichtlich frisch gewaschene Wäsche braucht. Wer jedes Kleidungsstück nur 1/2 Tag anzieht, ist schnell am Boden seines riesigen Koffers angelangt. Sprechen Sie spätestens zur Halbzeit das Thema „Mitbringsel“ an. Sonst stresst Sie der Gast womöglich am letzten Tag mit dem Wunsch, noch einmal an den Ort des Wochenendausflugs zurückzukehren. 

Autor: Tiki Küstenmacher


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