06.07.2011

Ach ja, das Nein-Sagen ...


Im Moment habe ich beruflich wie privat einiges zu stemmen – ich schrieb ja gestern schon: Deshalb brauche ich zurzeit verstärkt To-do-Listen. Was ich nicht brauche, sind zusätzliche „Jobangebote“, zu denen ich nicht „Nein“ sagen kann. So geschehen am Sonntag vor eine Woche.

Aber der Reihe nach: Eine Freundin von mir hat sich gerade von ihrem Freund getrennt. Mit zu ihrem Haushalt gehören zwei Katzen. Nun ist meine Freundin auftragsbedingt zurzeit in einer anderen Stadt und kommt nur am Wochenende nach Hause. Bisher hatte sich ihr Freund liebevoll um Mozart und Pussy gekümmert. Der ist aber nach der Trennung wieder in seine Wohnung gezogen. Alle, die meine Freundin kennen, fragten sie: „Was machst du denn jetzt mit deinen Katzen?“ Sie gab zur Antwort: „Ach, da fällt mir schon was ein. Wenn nicht, nehme ich sie einfach mit.“

Wer Katzen kennt, der weiß: Die sind am liebsten in ihrer gewohnten Umgebung. Aber gut, das muss Frauchen von Mozart und Pussy selber wissen. Am Sonntag gab es dann bei Freunden eine kleine Grillfeier, an deren Ende sie mich auf die Seite nahm – ungefähr eine halbe Stunde bevor sie gen Norden in ihre „zweite Heimat“ aufbrechen musste: „Du Dunja, kannst du dich vielleicht diese Woche um Mozart und Pussy kümmern? Ich kann sie heute nicht mitnehmen, die müssten sich doch erst einmal eingewöhnen und so.“ „Ähm, ja, okay, kann ich machen, schmeißt du mir dann deinen Schlüssel später noch in den Briefkasten?“, hörte ich mich sagen.

Schon ärgerte ich mich. Erst vor ein paar Wochen war ich für zwei Tage eingesprungen, das war auch okay so. Aber so kurz vor knapp zu fragen, ist echt clever. Ich hatte keine Chance zum Nein-Sagen – so fühlte ich mich zumindest. Am Abend saß ich frustriert da und fragte mich: „Wie hätte ich es denn lösen können?“ Mir fiel nichts ein. Ich überlegte kurz und ernsthaft, ob ich für die beiden nicht eine Katzenpension suchen sollte. Aber ich kümmerte mich dann brav. Am Morgen kostete mich das eine halbe Stunde, am Abend, mit Kind im Schlepptau, noch länger.

Am Dienstag telefonierte ich dann mit meiner Freundin und sagte ihr: „Du, das mache ich jetzt mal diese Woche, aber dann musst du eine andere Lösung finden. Denn ich habe gerade selbst genug, worum ich mich kümmern darf.“ Danach fühlte ich mich besser. Ja, ja, sei ja klar, sie sei mir auch so dankbar ... Am Mittwoch wurde ich dann erlöst: Ihr ausgezogener Freund hatte sich gemeldet, er würde gerne die Katzen versorgen, weil er so an ihnen hängt. Welch Glück für mich! Jetzt liegt die volle Verantwortung wieder in der Hand meiner Freundin – und da bleibt sie auch!

Was lerne ich daraus? Das Nein-Sagen, das darf ich noch üben. Gerade bei guten Freunden fällt es schwer. Aber wenn es innerlich grummelt beim Ja-Sagen, dann handle ich gegen mich. Und wir wissen: Das ist auf Dauer nicht gut.


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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