25.01.2016

Etwas anderes ist immer wichtiger


Heute ist nicht mein Tag. Von Freitag bis Sonntag gab ich ganztägig ein Seminar. Das wollte ich heute nachbereiten, und eine Menge anderer Dinge standen an. Mein Kalender sagte mir seit Tagen, dass der Montag in dieser Woche der einzige Tag sei, an dem ich voll arbeiten könne. Deshalb hatte ich viel vor.

Bis um halb zehn das Telefon klingelte. Die Schule. Meine Tochter wolle nach Hause. Und so sitze ich gerade vor einem übermächtigen Berg an Aufgaben, unfähig das eine oder das andere zu beginnen, geschweige denn irgendetwas zu beenden.

Zum ersten Mal in meinem Leben kommt mir das Bild des Hamsterrades in den Sinn. Irgendjemand hat das Ding blockiert und ich bin ziemlich benommen herausgeplumpst. Hier lieg’ ich nun!

1. Maßnahme: Ich suche seelischen Beistand. Das tut schon mal extrem gut. Schließlich bin ich nicht alleine auf dieser Welt!

2. Maßnahme: Ich suche im Internet nach Hamsterrädern und einer schnellen Lösung für mein Problem. Ich finde nichts.

Daraufhin komme ich auf die Idee, die Suchmaschine nach „etwas anderes ist immer wichtiger“ forschen zu lassen. Die Ergebnisse führen allesamt auf Seiten, in denen es darum geht, dass Frauen sich beschweren, ihren Männern sei etwas anderes wichtiger als sie. Das ist nun gerade wirklich nicht mein Problem!

Also gebe ich „Selbstmanagement“ ein. Es erscheint mir zu viel Theorie und Wissenschaft. Das bietet nicht die schnelle Lösung!

„Zeitmanagement Familie“ sind meine neuen Zauberwörter. Den zweiten Treffer klicke ich an, der führt mich auf die Seite Eltern.de. Normalerweise lese ich keine Eltern- oder Familienmagazine, nicht mal online. Doch in diesem Fall bleibe ich hängen: Die Autorin beschreibt genau die Szenen, die sich bei mir tagtäglich abspielen!

Jetzt weiß ich auch, warum etwas anderes immer wichtiger ist! Weil das „etwas andere“ meist unverhofft kommt und nicht eingeplant ist. Und weil ich es hier mit einer mehrdimensionalen Geschichte zu tun habe: Es geht nicht nur um den Job. Da sind noch eine Familie, ein Haushalt, ein Partner, ein Kind, Hausaufgaben, ein Hund, ein Garten, diverse andere Haustiere, Nachbarn, Freunde, Verpflichtungen. Ich erkenne mich ganz gut in diesem Spiegel, der mir gerade vorgehalten wird. Das hilft schon mal.

Zwei Erkenntnisse habe ich außerdem gewonnen aus dem Beitrag „Zeitmanagement für Familien“:

  • Dass ich aktuell vor einem großen Berg an Aufgaben stehe, liegt daran, dass sich viele unerledigte Kleinigkeiten aufgetürmt haben.
  • Ich kann die Anzahl meiner Aufgaben begrenzen und mir vornehmen, nicht mehr als 5 Dinge pro Tag zu erledigen. Arbeiten ist schon ein „Ding“. Mit Wäschewaschen, Kochen, den Hund ausführen und Abendbrot richten wäre ich schon bei 5! Wenn jedes Familienmitglied 5 Dinge macht, kann man sich ganz gut arrangieren, heißt es. Nun, denn! Ich sehe zwar, dass eigentlich viel mehr zu tun wäre, muss aber gleichzeitig anerkennen, dass mehr einfach nicht drin ist!

Ich streiche also für heute das Einkaufen (obwohl ich in der Früh strenggenommen schon beim Bäcker war), atme tief durch und mache jetzt einen Spaziergang mit Hund, Kind und Nachbarin!


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Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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