10.08.2011

Gehören alte Medikamente in den Restmüll?


Wenn ich mal ein Medikament einnehmen muss, nutze ich meist die Gelegenheit, meine Hausapotheke auszumisten. Was über dem Verfallsdatum ist, sortiere ich aus, um es zu entsorgen. Ich packe dann eine Tüte, die ich beim nächsten Apothekenbesuch mitnehme und abgebe. So auch vergangene Woche.

Ich gab meine Bestellung auf und reichte der Apothekerin meine Sammlung über die Theke. „Ihre alten Medikamente können Sie auch im Restmüll entsorgen“, entgegnete sie mir. Ich schaute ziemlich irritiert: „Was? Wirklich? Damit hätte ich nicht gerechnet.“ „Doch, doch“, sagte sie. „Ich nehme das jetzt zwar an, aber in Zukunft können Sie alles in die Tonne geben.“

Hm, Abfallwirtschaft war vor Jahren einmal Thema in meinem Studium – doch was mit den Medikamenten in der Tonne passiert, weiß ich nicht. Ich habe jedenfalls kein gutes Gefühl dabei, sie darüber zu entsorgen. Also recherchiere ich ein wenig. Zum einen heißt es, ich bezahle die Kosten für Problemstoffentsorgung mit meinen Müllgebühren mit. An anderer Stelle steht, Arzneimittel seien biologisch abbaubar und in haushaltsüblichen Mengen unproblematisch – nur ins Abwasser dürften sie nicht gelangen. Oft wird der Müll thermisch verwertet, also verbrannt. Dabei verlieren die Inhaltsstoffe von Arzneimitteln ihre Wirkung. Es gibt allerdings auch Entsorgungsverfahren, bei denen Problemstoffe tatsächlich Probleme bereiten – in dem Fall schreiben die Kreise vor, dass Medikamente bei der Schadstoffsammlung abzugeben sind.

Früher waren die Verbraucher tatsächlich aufgefordert, Ihre „Altlasten“ bei der Apotheke abzugeben. Bis 2009 gab es eine Entsorgungsfirma, die sich darum kümmerte, alte Pillen, Kapseln & Co. fachgerecht zu entsorgen. Träger der Entsorgungskosten war die Pharmaindustrie. Eine Änderung der Verpackungsverordnung brachte dann dieses einheitliche System zum Kippen.

Ich werde also beim nächsten Mal schauen, wie die Entsorgung hier im Landkreis gewünscht ist und danach handeln. Der Hausmüll wäre mir am liebsten (rein organisatorisch betrachtet), dreimal im Jahr das Schadstoffmobil abzupassen und so lange die Altmedikamente zu lagern, ist nicht simplify – zumal ich ansonsten keine Schadstoffe zu entsorgen habe.


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