18.07.2011

Noch nicht einmal zweifache Mutter


Beim Surfen im Internet bin ich vor ein paar Tagen auf dieses Buch von Dunja Maria Pechner gestoßen: „Noch nicht einmal alleinerziehend.“ Darin geht es um Imageberaterin Nora, die keine Kinder will. Doch in ihrem privaten Umfeld gedeiht plötzlich der Nachwuchs, was sie dann unmittelbar und unfreiwillig einiges miterleben lässt.

Ich habe dieses Buch nicht gelesen, aber es hat mich an mich selbst erinnert. Mein Buchtitel würde lauten: Noch nicht einmal zweifache Mutter.

Ich habe festgestellt, als ich mal drin war in der Gemeinschaft der Mütter, dass ein einziges Kind offenbar nicht genügt. In der Krabbelgruppe hatte nur eine das zweite und eine ihr drittes Kind. Und die Frauen, die das erste gerade hatten, unterhielten sich schon über den passenden Zeitpunkt für das zweite! Ziemlich genau mit Monatsangabe ... Das setzte mich total unter Druck. Ich dachte: „Wollen wir nicht diesen Kleinen hier erst einmal einen guten Start ins Leben ermöglichen?“ und: „Bist du denn keine vollwertige Mutter, wenn du nur ein Kind hast?“

Dann stieß eine junge Mama mit ihrer Tochter zu uns. Sie sagte: „Wir haben uns entschieden, nur ein Kind zu haben. Unser Haushaltseinkommen ist relativ gering und wir wollen unserem Kind alles geben, auch Urlaube. Deshalb ist ein zweites nicht geplant.“ Das entspannte etwas meine eigene Situation.

Trotzdem - Bemerkungen wie "Ach, mit einem Kind ist doch alles total entspannt. Aber hab' mal zwei, um die du dich kümmern musst!" oder "Doch, es gib etwas Schlimmeres als ein Kind, das müde und quengelig ist: Zwei Kinder, die müde sind!" können einer ein-fachen Mutter ganz schön zusetzen.

Mittlerweile sind ein paar Jahre vergangen. Ich habe Frauen kennengelernt, die keine Kinder bekommen können oder nur eins bekommen konnten. Ich habe Zwei-Kind-Familien kennengelernt, die sich scheiden ließen. Ich habe Familien getroffen, deren zwei Kinder viele Jahre auseinander liegen. Ich habe Schwangere erlebt, die niemals Kinder haben wollten und sich auf ihren Nachwuchs riesig freuten. Berufstätige Mütter, für die nur ein Kind in Frage kommt. Eine Familie, die ab Mitte Dreißig fünf Kinder hintereinander bekam. Und einen Mann, der nach zwanzig Jahren Kindererziehung Schwierigkeiten mit dem Berufseinstieg hatte.

Es gibt die verschiedensten Lebensmodelle, manche nicht einmal freiwillig gewählt. Es gibt mehr als: „zum Leben gehören Kinder“ oder „unser Kind soll ein Geschwisterchen haben“. Und meine simplify-Botschaft dazu lautet: Jeder darf seinen eigenen Weg gehen. Es mag sein, dass dieser manchmal ziemlich vernebelt und schwer zu sehen ist. Doch wenn wir ihn nur ein kleines bisschen wahrnehmen, dürfen wir mutig weiterlaufen, dabei wachsen und uns in nebelfreien Abschnitten den anderen zeigen.


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Ganz einfach Dunja

Hier bloggt simplify-Redakteurin Dunja Herrmann über ihren Alltag, der oft alles andere als einfach ist. Und sie fragt sich und Ihre Leser stets: Geht’s einfacher? Mal findet sie eine Antwort, ein anderes Mal nicht. Der Blog „Ganz einfach Dunja“ kommt mit einem Augenzwinkern daher, nimmt die Leser mit auf Dunjas Weg zur Einfachheit. Übrigens: Hin und wieder genießt die Autorin die Komplexität: „Sie fordert mich einfach“...

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