Gehen diese Alltagshelfer in Serie?

Gehen diese Alltagshelfer in Serie?

Mich erreichte eine Nachricht aus der Französischen Botschaft in Deutschland, genauer gesagt von ihrer wissenschaftlichen Abteilung. „Erfindungen, die den Alltag erleichtern“ lautete die Überschrift. Darin stellen die Verfasser drei Erfindungen vor, die beim LĂ©pine-Wettbewerb auf der Pariser Messe mitgemacht haben.

Der Preis wurde 1901 vom damaligen Pariser PolizeiprĂ€fekten Louis LĂ©pine ins Leben gerufen. Es wurden zum Teil bahnbrechende Erfindungen wie der Kugelschreiber, der Zweitaktmotor, der Fallschirm, die Waschmaschine, das kĂŒnstliche Herz oder auch die Kontaktlinsen mit diesem Preis ausgezeichnet. Der Preis wird in jedem Jahr auf der Pariser Messe fĂŒr eine originelle, nĂŒtzliche und wirtschaftlich lebensfĂ€hige Erfindung verliehen. Ich vermute mal, einer der drei folgenden Alltagshelfer hat den Wettbewerb gewonnen – das geht aus der Meldung nicht hervor. Ich habe die einzelnen Produkte im Netz gesucht und werde darauf verlinken, sodass ihr euch selbst ein Bild machen könnt!

Der Bettbezug-Allein-Überziehen-Helfer

Wer noch nie in einem Bettbezug verschwunden ist, den linken Arm nach oben gestreckt, um gleichzeitig die Enden des Bettbezugs und die der Bettdecke festzuhalten und mit dem rechten Arm wutentbrannt versucht hat, die Bettdecke glatt zu ziehen, wird den Besucherandrang vor dem Stand des Erfinders der „Fixacouette“ auf der Pariser Messe nicht nachvollziehen können.

Philippe Dubois, KĂŒcheneinrichter fĂŒr Spitzenköche, hat den Prototyp auf Bitten seiner Ehefrau entwickelt. „Es ist schwer, das allein zu machen, und da er keine Zeit hatte, mir zu helfen, habe ich ihn gebeten, mir etwas zu erfinden“, erzĂ€hlt sie. Philippe Dubois erfand also Fixierhilfen, die an beiden Seiten des Kopfendes am Bett befestigt werden und das Federbett und den Bettbezug festhalten. Auf diese Weise hat man beide HĂ€nde frei, um das Bett zu beziehen. Einige Hotels haben bereits ihre Zimmer damit ausgestattet (zwei Befestigungen kosten 20 Euro), um die RĂŒcken der ZimmermĂ€dchen zu schonen.

Hier gibt es ein Video der Fixacouette zu sehen: Ehrlich gesagt habe ich das Prinzip noch nicht ganz verstanden bzw. die Vereinfachung, die dahinterstecken soll. Betten beziehen mit Kleinkind ist ohnehin ein Abenteuer, da wĂŒrde mir auch keine Fixacouette helfen.

Das drehbare Tisch-BĂŒgelbrett

Ebenfalls zur Vorbeugung von RĂŒckenschmerzen hat die Rentnerin Anna Chagnaud-Beer ein kleines, drehbares BĂŒgelbrett erfunden, das Twisbee Board. Es hat keine Beine, wird auf den Tisch gelegt und kann nach Belieben gedreht werden. Das BĂŒgelbrett ist mit einem Bezug versehen, auf dem Markierungen zeigen, wie die Hemden genau positioniert werden mĂŒssen, um sie korrekt zu falten. Das Twisbee Board kostet 170 Euro.

Hierzu gibt es ebenfalls ein Video sowie Konstruktionsansichten. Das hat mich ĂŒberzeugt! Das BĂŒgelbrett gefĂ€llt mir, vor allem, weil es nicht so viel Platz wegnimmt wie das olle große UngetĂŒm, das ich jedes Mal hinterm Schrank verstecken muss.

Die Löffelgabel

Auch die gekrĂŒmmte Gabel (4 Euro) von Daniel Jeandot feierte auf der Pariser Messe einen besonderen Erfolg. Mit ihr bekommt man so viele Erbsen in den Mund, wie mit einem Löffel. Daniel Jeandot ist GĂ€rtner und isst oft mittags im Seniorenheim seiner Gemeinde. Es tat ihm leid, dass die Senioren Löffel statt Gabeln bekamen, was sie als entwĂŒrdigend empfanden.

Hier habe ich ein Bild dieser Gabel entdeckt. Im Bild links hinter dem Erfinder ist sie zu sehen: links eine normale Gabel und die Anzahl der Erbsen, die daraufpassen, in der Mitte ein Löffel voller Erbsen und rechts die Gabel von Jeandot mit den Erbsen. Ich finde, diese Erfindung ist an Einfachheit nicht zu ĂŒberbieten! Außerdem bin ich gerĂŒhrt von dem Anliegen, das Daniel Jeandot damit verfolgte.

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