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König, Tüte, Degradieren: JETZT Haushalt entrümpeln und Büro aufräumen!


Aller Anfang ist schwer, vor allem beim Aufräumen und Entrümpeln. Das Problem: Die meisten Dinge, die sich bei Ihnen angesammelt haben, haben Sie oder einen anderen Menschen einmal etwas gekostet - Zeit, Geld oder Energie. Darum bekommen Sie Skrupel, sobald es ums Loslassen geht. Aber mit diesen Skrupeln werden Sie das Aufräumen und Entrümpeln niemals schaffen - nicht im Haushalt und auch nicht im Büro.

Deshalb finden Sie hier 3 Startprogramme für besonders schwierige Entrümpelungsaktionen. Nutzen Sie diese Programme, um durchzustarten. Entrümpeln Sie Ihr Arbeitsleben, machen Sie sich ans Büro aufräumen, entrümpeln Sie Ihren Haushalt.

Entrümpeln ist nicht leicht: Warum das Aufräumen und der Abschied von Sachen so hart ist

Jemand hat in der Vergangenheit einen Anfangspunkt gesetzt und Dingen damit einen Wert verliehen. Selbst wenn dieser Wert inzwischen erloschen ist - nun müssen Sie den Schlusspunkt setzen und die Dinge entlassen. Damit fällen Sie kein negatives Urteil über den früheren Wert dieser Sachen. Sie nehmen sich nur hier und heute das gute Recht, neu und frei darüber zu befinden, was für Sie keinen Wert hat und gehen darf.

Entrümpeln: Wie Sie den Abschied trotzdem schaffen

Prägen Sie sich die folgende königliche Doppel-Regel ein:

1. Bloß weil ein Ding (noch) gut ist, muss es nicht gut sein für mich.
2. Bloß weil ich etwas als nicht (mehr) gut für mich erkannt habe, bin ich nicht schlecht.

Stellen Sie sich dabei vor, Sie wären ein weiser König, der nichts als Ihr Wohl im Auge hat und in Ihrem gegenwärtigen Interesse souverän entscheidet, was heute zu Ihnen passt und was nicht. Als König stehen Sie über den Dingen und sind kein Untertan Ihrer Besitztümer mehr. Sie haben die Macht zum Aufräumen und Entrümpeln, Sie können bestimmen: Vom Haushalt entrümpeln bis zum Büro aufräumen - alles das liegt in Ihrer Macht! Überprüfen Sie mit dieser Regel all Ihre alten Sachen: Andenken, Erbstücke, nicht getragene Kleidung, veraltete und bereits durch bessere Versionen ersetzte Geräte, Fachbücher, Zeitschriften, Arbeitsunterlagen.

Aufräumen vorbereiten: Wie Ihr Schlendrian Sie austrickst

Gerade stark eingespannte Menschen finden oft überhaupt keine Zeit zum Aufräumen, Ausmisten oder Entrümpeln. Meist legen sie sich die Latte besonders hoch: den ganzen Keller komplett aufräumen, sämtliche alten Zeitschriften aussortieren, alle Kleiderschränke entrümpeln. Dieser hohe Anspruch ist ein raffinierter Dreh Ihres Unbewussten, der Sie vor dem Handeln bewahrt: Weil das Unternehmen so uferlos aussieht, wird die Herkules-Aufgabe gar nicht erst begonnen.

Wie Sie Ihren Schlendrian beim Aufräumen überlisten

Dagegen hilft der Ein-Tüten-Trick:

Werfen Sie jeden Tag 1 Tüte voll weg. Mehr nicht.

Alles, was Sie dazu brauchen, sind gebrauchte Plastiktüten. Fangen Sie ruhig mit einer kleinen Tüte an. Füllen Sie sie mit Dingen, die Sie loswerden wollen und bringen Sie die Tüte sofort zur Mülltonne. Verabschieden Sie sich von den weggeworfenen Dingen mit einem fröhlichen "Auf Nimmerwiedersehen". Das war's! Jede volle Tüte ist ein kleiner Schritt in die richtige Richtung. Nach einem Monat haben Sie auf diese Weise eine beachtliche Leistung vollbracht und wieder viel Platz gewonnen. Mit diesem simplify-Tipp erledigen Sie das dringend notwendige Aufräumen und Entrümpeln in vielen kleinen Einzelschritten.

Haushalt entrümpeln? Das wird doch nichts ...

Sie werden manchmal auch einfach von Ihren Prioritäten in die Enge getrieben, sodass das dringend nötige Aufräumen oder Entrümpeln auf der Strecke bleibt.  Schuld daran ist das Multi-Wichtigkeiten-Phänomen: Wenn Sie 2 Aufgaben vor sich haben, die beide unaufschiebbar wichtig sind, verlieren Sie Ihr Ziel aus den Augen - und erledigen keine von beiden.

Beispiel: Sie müssen das Gästezimmer aufräumen, weil Sie Besuch erwarten. Zugleich drängt Ihre Tochter darauf, dass Sie Ihr eine neue Matratze kaufen - und das Sonderangebot des Bettenladens gilt nur noch heute. Beides können Sie nicht schaffen. Was tun?

Aufräumen - aber richtig: Wie Sie den Zusammenstoß von Prioritäten besiegen

Hier hilft zum Beispiel beim Haushalt entrümpeln eine Technik aus dem Militär: Degradieren. Stufen Sie eine der Prioritäten herab von "wichtig" auf "lästig". Welche, ist egal. Erledigen Sie diese lästige Sache wie Aufräumen oder Entrümpeln schnell und schlampig, aber erledigen Sie sie!

Beispiel: Das große Aufräumen für den Besuch entfällt und wird ersetzt durch eine 10-Minuten-Notfallaktion, bei der auf kleines Aufräumen gesetzt wird. Dann ist Ihr Weg frei für den Matratzenkauf. Häufig stellt sich heraus, dass dann doch noch Zeit bleibt, um bei der anderen Aufgabe (dem Aufräumen und Entrümpeln) noch nachzubessern. Ohne den Trick mit dem Degradieren aber wären Sie mit Sicherheit auf eine dritte, überhaupt nicht wichtige Aufgabe ausgewichen und mit dem Aufräumen und Entrümpeln für den Besuch wäre es überhaupt nichts geworden - vom Matratzenkauf ganz zu schweigen!

Die goldenen simplify Regeln für die Ordnung nach dem Aufräumen und Entrümpeln

Aufräumen und entrümpeln ist erledigt? Aber wie lange wird es so schön geordnet bleiben? Mit diesen klassischen 6 Punkten wird es Ihnen gelingen:

1. Wenn ich etwas herausnehme, lege ich es nach Gebrauch wieder zurück.
2. Wenn ich etwas öffne, schließe ich es sofort wieder.
3. Wenn mir etwas heruntergefallen ist, hebe ich es sofort wieder auf.
4. Wenn ich etwas heruntergenommen habe, hänge ich es wieder auf.
5. Wenn ich etwas nachkaufen will, schreibe ich es sofort auf.
6. Wenn ich etwas reparieren muss, erledige ich es innerhalb von 3 Tagen (oder benachrichtige am nächsten Werktag einen Handwerker).

simplify-Tipp: Diese Regel vervielfältigen und strategisch in der Wohnung oder im Büro so aufhängen, dass sie jeder gut sehen und beherzigen kann

Entrümpeln im Büro

 

„Ich vermisse Tipps zum Entrümpeln von alten Aktenordnern,“ schrieb uns unser Leser Henning Droege. Er hat seine persönliche Ablage zwar weitgehend auf Computer umgestellt, aber wie viele Menschen besitzt er noch eine gehörige Menge „Altlasten“ zwischen Aktendeckeln. Hier ein paar bewährte simplify-Tipps fürs Entrümpeln Ihrer abgelegten Akten.

Vor dem Entrümpeln: Machen Sie den Google-Test

Eine verblüffende Methode für den Abschied von papiernen „Archiven“ (die Anführungszeichen sollen darauf hindeuten, dass die meisten Sammlungen alter Artikel und Schriftstücke keineswegs so schön geordnet sind wie ein richtiges Archiv): Prüfen Sie stichprobenartig, was Sie zum Thema eines papiernen Artikels im Internet finden. Geben Sie in einer Suchmaschine (z. B. www.google.de) die entsprechenden Begriffe ein. Mit etwas Übung und Geduld – selten werden Sie  beim ersten Mal das treffsicherste Suchwort erwischen – stellen Sie in der Regel fest, dass zu der gesuchten Materie zahlreiche Informationen online verfügbar sind. Meist sind sie sogar aktueller und haben den unschätzbaren Vorteil, dass sie in digitaler Form vorliegen. Die Ergebnisse einer Online-Recherche können Sie direkt (mit „Kopieren“ und „Einfügen“) in Ihre Vorträge oder sonstigen Arbeiten einbauen (bitte dabei die Quellenangabe nicht vergessen!).

Schalten Sie um auf online

Meist lautet das Ergebnis: Sparen Sie sich den Platz und die Mühe, Ihr eigenes papiernes Archiv aufzubauen. Die Artikel vieler Zeitungen und Zeitschriften finden Sie auf den Internetseiten der betreffenden Redaktionen, manchmal gegen eine geringe Gebühr. Ebenfalls kostenpflichtig sind riesige Datenbanken wie www.genios.de. Bedenken Sie, dass der Aufwand für ein eigenes Archiv immer teurer ist als die gelegentlichen kleinen Zahlungen an solche Datenlieferanten – wenn Sie die Kosten für Aufbewahrungsmöbel und Ihre Arbeitszeit mit spitzem Stift mitrechnen.

Methode Anfang und Ende

Gerade in Versicherungs- und Behördenordnern sammeln sich zu einem einzigen Vorgang oft umfangreiche Papierstapel an. Faustregel: Heben Sie das erste und das letzte Schriftstück auf. Bei Versicherungen also die Anfangs-Police und die letzte Aktualisierung mitsamt dem letzten Anschreiben, auf dem Sie die aktuelle Adresse und Ihren Ansprechpartner finden. Auch die meisten anderen Ordner können Sie mit diesem Grundsatz substanziell verschlanken.

Highlights statt Historie

Ordner, in denen Sie Erinnerungen an Ausbildung oder Studium aufheben, sollten Sie besonders kritisch prüfen: Welche Seiten werden Sie jemals wieder ansehen? simplify-Tipp: Heben Sie Material von ein paar herausragenden Ereignissen auf und werfen Sie alles „dazwischen“ weg. Das gilt auch für Zeugnisse und Arbeitsproben. Bei einer Bewerbung sollten Sie nie mehr als 16 Seiten Dokumentation Ihrer bisherigen Laufbahn vorlegen. Wie so oft also auch hier: Klasse statt Masse.

Keine Angst vor leerem Raum

 

 

Ordner gelten als sehr dauerhaft. Viele Menschen bringen es kaum übers Herz, leergeräumte Ordner wegzuwerfen. Daher denken sie sich nach einer geglückten Ausmist-Aktion meist schnell neue Verwendungszwecke für die leeren Metallbügel aus. Widerstehen Sie der Versuchung. Schichten Sie nicht nur um, sondern schaffen Sie durch Entrümpeln echten Freiraum in Ihren Regalen.

Das Finanzamts-Syndrom

Laut Gesetz müssen Sie als Selbstständiger alle steuerlich relevanten Belege 10 Jahre lang aufbewahren. Das bedeutet aber nicht, dass die 50 betroffenen Ordner ständig griffbereit in Ihrem Büro stehen müssen. Der Fall, dass Sie vom Finanzamt zur Herausgabe einzelner Belege gebeten werden, ist so extrem selten, dass Sie die alten Sachen auch in einer Kellerkiste aufbewahren können. Nehmen Sie für jedes Jahr eine, und werfen Sie Anfang 2012 dann genüsslich die Kiste von 2002 fort. Angestellte können nach dem Erhalt des endgültigen Steuerbescheids ohnehin alle Unterlagen entsorgen. Tun Sie’s!