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5 Fehler bei Genesungswünschen und wie Sie diese vermeiden


„Gute Besserung für Ihre Tochter!“, höre ich, Ruth, jedes Mal, wenn ich meine Tochter in der Schule krankmelde. Obwohl die meisten Damen im Sekretariat meine Tochter vermutlich gar nicht persönlich kennen, freue ich mich doch immer über die freundliche Geste. So machen auch Ihre Genesungswünsche Freude:

Genesungswünsche: Trauen Sie sich!

Häufiger Fehler: Weil Sie unsicher sind, was Sie schreiben sollen, verzichten Sie ganz auf Genesungswünsche.

simplify-Rat: Geben Sie nicht auf, wenn Ihnen nicht gleich etwas einfällt. Rechnen Sie damit, dass es Sie möglicherweise eine halbe Stunde kostet, 4 oder 5 Sätze aufs Papier zu bringen. Verzichten Sie auf Ihre guten Wünsche nur, wenn sie dem anderen vielleicht unangenehm wären. Etwa wenn Sie lediglich auf Umwegen erfahren haben, dass Ihre Mitsängerin im Chor wegen Burn-out in einer psychosomatischen Klinik ist.

Extra-Tipp: Oft ist jemand schon längere Zeit krankgeschrieben, bis der Kollegenkreis mitbekommt, dass es sich um etwas Ernsthafteres handelt. Schreiben Sie dann sofort, damit sich der Erkrankte nicht vergessen fühlt.

Wählen Sie den passenden Kanal für Ihre Genesungswünsche

Häufiger Fehler: Weil’s so am schnellsten geht, schicken Sie Ihre Gute-Besserungs-Botschaft per WhatsApp, SMS oder Facebook-Messenger.

simplify-Rat: Die beste Übermittlungsform hängt von der Schwere der Krankheit ab. Liegt Ihre Kollegin mit einer fiebrigen Erkältung im Bett, tut es eine WhatsApp. Befindet sie sich nach einem Autounfall im Krankenhaus, machen Sie die Klinikadresse ausfindig und wählen die Kartenform.

Extra-Tipp: Da kaum jemand erwartet, im Krankenhaus Post zu bekommen, ist die Freude umso größer. Außerdem kann der/die Kranke Ihre Karte aufstellen und sich immer wieder daran freuen.

Zeigen Sie sich realistisch

Häufiger Fehler: Um Mut zu machen, sprechen Sie Genesungswünsche aus, die aller Voraussicht nach nicht in Erfüllung gehen. Hat Ihr Schwager, der mit einen heftigen Morbus-Crohn-Schub kämpft, tatsächlich Aussicht auf „baldige Genesung“? Muntert ein „Wir hoffen sehr, dass Sie bis zur Messe wieder fit sind!“ wirklich Ihren Mitarbeiter auf, der nach einem Schlaganfall an massiven Sprachstörungen leidet?

simplify-Rat: Damit Ihr Wunsch realistisch ausfällt: Finden Sie mehr über den Gesundheitszustand des Kranken heraus (eventuell bei Angehörigen oder guten Freunden nachfragen). Wenn Sie jemanden besuchen oder mit ihm telefonieren, dürfen Sie gern auch kurzfristige Wünsche aussprechen: dass seine zweite Nacht nach der Operation besser wird als die erste oder dass er die Chemo weiterhin so gut verträgt.

Extra-Tipp: Liegt die Gesundung in weiter Ferne oder wird der Betreffende voraussichtlich sterben, senden Sie die Botschaft, dass Sie in Gedanken bei ihm sind. Schreiben Sie zum Beispiel an Ihren Stammtischfreund, der in einem Hospiz liegt: „Wir vermissen dich am Dienstagabend im Huberwirt und sprechen oft von dir. Von ganzem Herzen grüßen dich deine Stammtischkollegen ...“

Bleiben Sie auf sicherem Terrain

Häufiger Fehler: Sie treffen nicht den richtigen Ton. Wie schwer das ist, demonstriert die Webseite glueckwuenscher. de/genesungswuensche. Dort können die Besucher die vorgeschlagenen Genesungswünsche mit Likes und Dislikes versehen – und sind sich oft nicht einig in ihrer Bewertung. Außerdem gilt: Was der Kranke heute mit Humor nimmt, kann ihn morgen (in einer anderen Stimmung) kränken.

simplify-Rat: Sparen Sie sich (scheinbar) humorvolle Bemerkungen für einen persönlichen Besuch auf („Auf diese Weise kommst du um die grässliche Bereichsleiterbesprechung herum“). Dort merken Sie gleich, wie der Kranke reagiert – und können notfalls zurückrudern. Doch auch mit allzu ernsten Worten können Sie den Kranken vor den Kopf stoßen. Vermeiden Sie unbedingt typisches Beerdigungsvokabular wie „Anteilnahme“, „tief erschüttert“ oder Formulierungen in der Vergangenheitsform („Du warst uns immer eine große Hilfe ...“).

Extra-Tipp: Vorsicht bei wohlklingenden Zitaten! Im Internet wird beispielsweise folgende Weisheit von Georg Christoph Lichtenberg empfohlen: „Das Gefühl der Gesundheit erwirbt man durch Krankheit.“ Welcher Kranke würde sich über diese Genesungswünsche freuen?

Bieten Sie mit Ihren Genesungswünschen Unterstützung an

Häufiger Fehler: Sie lassen es bei unverbindlichen guten Wünschen bewenden.

simplify-Rat: Offerieren Sie Hilfe in Form möglichst konkreter Angebote. Bieten Sie beispielsweise an, dass Sie nach der Verlegung in die Rehaklinik zu Besuch kommen; die alte Mutter Ihrer Nachbarin zum Besuch ins Krankenhaus chauffieren; Nachrichten über das Befinden im Kollegenkreis verbreiten und so die erkrankte Kollegin bzw. deren Familie vor ständigen Nachfragen bewahren; Essen vorbeibringen; einkaufen oder Hausarbeiten erledigen.

Extra-Tipp: Rühren Sie sich bei längeren Krankheiten nicht nur einmal, wenn die Nachricht frisch ist, sondern regelmäßig. Damit Sie das nicht vergessen, tragen Sie es sich im Terminkalender ein.

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