Sprich‘ mal in die Muschel!

Sprich‘ mal in die Muschel!

In ElektrofachmĂ€rkten bin ich fĂŒr gewöhnlich selten zu finden. Doch ab und zu muss auch das mal sein: Ich benötigte eine Speicherkarte. Zwei GĂ€nge weiter blieb meine Familie bei den Telefonen stehen. Als ich meine Karte ausgewĂ€hlt hatte, stieß ich dazu und entdeckte ein modernes WĂ€hlscheibentelefon. Sofort war ich begeistert: „Endlich mal wieder ein Telefon, dass so etwas wie einen Hörer hat!“ Das WĂ€hlscheiben-Design des Telefons (ein Grundig Sixty Schnurlostelefon) hat mich weniger angesprochen. Ich finde ein wenig Nostalgie zwar gut, aber die gute alte WĂ€hlscheibe brĂ€uchte ich heute nicht mehr wieder. Wohl aber die Hör- und Sprechmuschel. Denn diese beiden vermisse ich bei den geradlinigen und platten Telefonhörern und Smartphones.Nachdenklich werde ich dann, wenn ich meine Tochter telefonieren sehe. Sie weiß im Prinzip nicht, dass es eine Stelle am Hörer gibt, an der man besser hört und eine andere, an der man hineinspricht. Deshalb hĂ€lt sie das GerĂ€t oftmals senkrecht zum Kopf irgendwo in die Luft. Wie will ich ihr das auch erklĂ€ren? Die Telefone sind ja bereits so konzipiert, dass wir nicht unbedingt irgendwo hineinsprechen mĂŒssen. Besser verstanden werden wir allerdings schon, wenn das Sprechorgan nicht allzu weit vom Hörer entfernt ist.Also ich sehne sie mir schon lange zurĂŒck, die gebogenen Hörer mit den Muscheln. Sie lagen gut in der Hand, und jede Muschel hatte ihren festen Platz. Mit Löchern darin, die mir zeigten: Hier kommt ein Ton raus, und dort geht ein Ton rein. Die Sehnsucht wird wohl bleiben, denn sie reicht nicht aus, damit ich mir ein Retro-Telefon zulege. Da mĂŒsste schon ein klassisch geformter Schnurlos-Telefon-Hörer auf den Markt kommen!

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