Wie beteiligt man das Finanzamt an Kosten im Haushalt?

Frau ĂŒberreicht Mann eine Euro-MĂŒnze

Mit guter Vorbereitung lÀsst sich viel Geld sparen

Eigentlich genial: Wer sich durch fremde UnterstĂŒtzung im Haushalt zeitlich entlastet, wird dazu vom Finanzamt finanziell entlastet. Damit Sie davon profitieren, mĂŒssen Sie die von Ihnen in Anspruch genommenen „haushaltsnahen Dienstleistungen“ in Ihrer SteuererklĂ€rung geltend machen. Finanzexperte Oliver Mest erklĂ€rt Ihnen, was Sie dabei herausholen können.

Was versteht das Finanzamt unter „Haushalt ?

Die Finanzverwaltung nimmt es mit dem Begriff „Haushalt“ bei den haushaltsnahen Dienstleistungen sehr genau. Darunter fallen ausschließlich Arbeiten, die im rĂ€umlichen Bereich Ihres Haushalts erbracht werden, samt Garten und BĂŒrgersteig vor dem Haus. Tipp: Anfallende Kosten sind immer nur einmal absetzbar. Wenn Sie beispielsweise die Renovierung Ihres Arbeitszimmers als Werbungskosten oder Betriebsausgaben absetzen können, hat das Vorrang. Die Kosten zusĂ€tzlich als haushaltsnahe Dienstleistungen geltend zu machen, geht nicht.

Welche haushaltsnahen Dienstleistungen kann ich von der Steuer absetzen?

Die klassische Haushaltshilfe

Sie lassen einen Teil der ĂŒblichen HaushaltstĂ€tigkeiten von einer Hilfe erledigen? Dann können Sie die Kosten, die Sie tragen (Lohn, Sozialabgaben), bis zur Höhe von 2.550 € im Jahr absetzen – vorausgesetzt, Sie haben die Haushaltshilfe als geringfĂŒgig BeschĂ€ftigte („Mini-Job“) angestellt. Anerkannt werden 20 % der 2.550 €, also 510 €.

Tipp: Sollten Sie eine Haushaltshilfe sozialversicherungspflichtig beschÀftigen, sind die Kosten in gleicher Höhe wie bei einem selbststÀndigen Dienstleister absetzbar (siehe nÀchster Abschnitt).

SelbststÀndiger Dienstleister im Haushalt

In vielen Haushalten wird heute ein Teil der Arbeiten durch selbststÀndige Dienstleister erledigt. Handelt es sich dabei um TÀtigkeiten, die normalerweise durch Mitglieder des privaten Haushalts erledigt

werden, sind die Kosten absetzbar. Das gilt beispielsweise fĂŒr

 â€ș Hausmeisterdienste (z. B. Winterdienst, Fußwegereinigung)

â€ș Wohnungsreinigung

 â€ș Gartenarbeiten (z. B. Rasen mĂ€hen, Hecke schneiden)

â€ș Dienste eines AufrĂ€umberaters (Papierablage)

Steuerlich berĂŒcksichtigt werden dabei maximal 20.000 € zu 20%, der mögliche Steuervorteil belĂ€uft sich daher auf maximal 4.000 €.

Tipp: Mieter wie auch EigentĂŒmer in einer Hausgemeinschaft können auch diejenigen haushaltsnahen Dienstleistungen geltend machen, die vom Verwalter in Auftrag gegeben und dann von der Gemeinschaft bezahlt werden (z. B. Hauswart, Wartungsarbeiten, Treppenhausreinigung). Voraussetzung dafĂŒr ist, dass die Jahresabrechnung die Kosten und den Verwendungszweck genau ausweist.

Wenn der Handwerker kommt

 Außerdem absetzbar sind Handwerkerleistungen. Das gilt nicht nur fĂŒr Arbeiten, die normalerweise von Familienmitgliedern ĂŒbernommen werden. Auch Klempner-, Elektro- und andere fachmĂ€nnisch auszufĂŒhrende Arbeiten sind bis zu 6.000 € mit 20% absetzbar (also 1.200 €). Allerdings nur dann, wenn es sich dabei um Renovierungs-, Erhaltungs- oder Modernisierungsmaßnahmen handelt. Wird dagegen etwas Neues geschaffen – etwa an Ihrem Haus ein Wintergarten angebaut –, erhalten Sie keinen Steuervorteil.

Tipp: Achten Sie darauf, dass in den Rechnungen die reinen Arbeitskosten und die Materialkosten klar getrennt ausgewiesen sind.

Denn nur die reinen Arbeitskosten können Sie steuerlich geltend machen (wie bei anderen haushaltsnahen Dienstleistungen auch).

Arbeiten aufteilen

 Bei grĂ¶ĂŸeren Renovierungsarbeiten liegen die Kosten schnell einmal ĂŒber der Grenze von 6.000€. Doch auch wenn Sie 12.000 oder 20.000 € investieren, betrĂ€gt Ihr Steuervorteil nur 1.200 €.

Tipp: Lassen Sie die Arbeiten in zwei Schritten ausfĂŒhren – z. B. zum Ende eines Kalenderjahres und zu Beginn des nĂ€chsten – und sich dazu in beiden Jahren eine entsprechende Rechnung geben, die Sie auch im jeweiligen Jahr begleichen. So können Sie die SteuervergĂŒnstigung in beiden Jahren in Anspruch nehmen.

Wie wird der Steuervorteil berechnet? Das Besondere: Bei den genannten Steuervorteilen zwischen 510 € und 4.000€ handelt es sich nicht um BetrĂ€ge, die vom steuerpflichtigen Einkommen abgezogen werden, sondern Sie ziehen die absetzbaren Summen direkt von Ihrer Steuerschuld ab („Direktabzug“). Ärgerlich ist das, wenn Sie gar keine Steuern zahlen mĂŒssen – etwa als SelbststĂ€ndiger mit hohen Abschreibungen.

Tipp: Wenn grĂ¶ĂŸere Handwerkerarbeiten anstehen, ĂŒberprĂŒfen Sie, ob Sie vom Direktabzug tatsĂ€chlich profitieren. Gegebenenfalls lohnt es sich, solche Arbeiten in ein Jahr zu verlegen, in dem Sie wieder (mehr) Steuern zahlen.

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