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So machen Sie Weihnachten dieses Jahr zu einem ganz besonderen Fest


Warum fahren Menschen zu den Feiertagen Hunderte von Kilometern, um Weihnachten mit der Familie zu verbringen? Warum will kaum jemand ernsthaft die von vielen als „eigentlich unnötig“ empfundene Schenkerei abschaffen? Warum sind die sonst oft eher spärlich besuchten Kirchen an Heiligabend rappelvoll? Die Antwort: Weil es Nähe, Verbundenheit, Gemeinschaft sind, die diesem Fest seinen Sinn geben. Daher lautet unser wichtigster simplify-Rat:

Stellen Sie das menschliche Miteinander ins Zentrum

Stellen Sie bei der Weihnachtsvorbereitung jede Ihrer Aktivitäten auf den Prüfstand: Schafft sie Beziehung? Bringt Sie das anderen Menschen, Gott oder auch sich selbst näher? Vielleicht stellen Sie fest, dass Sie sich die vorgedruckten Weihnachtskarten, die Sie lediglich unterschreiben, sparen können. Oder die aufwendige Kocherei am 1. Feiertag. Auf der anderen Seite werden Sie möglicherweise entdecken, dass das Plätzchenbacken mit Ihrem Patenkind für Sie beide eine wichtige Tradition geworden ist. Oder dass Sie die ungezwungenen Gespräche bei der betrieblichen Weihnachtsfeier genießen. Beschließen Sie am besten gleich: Dieses Jahr konzentriere ich mich auf das, was meine Beziehungen stärkt.

simplify-Tipp: Lassen Sie konsequent Geschenke oder Weihnachtsgrüße an Menschen weg, die niemals darauf reagiert haben. Nehmen Sie stattdessen ein kleines Präsent in der Vorweihnachtszeit als Aufhänger, um jemanden zu besuchen, der sich über ein Gespräch mit Ihnen freuen wird. Oder einfach jemanden, mit dem Sie schon immer einmal näher Kontakt bekommen wollten.

Erweitern Sie die Weihnachtstage

Vor allem Familien mit weit verstreuter Verwandtschaft sowie Patchworkfamilien haben an Weihnachten ein Zeitproblem. Wenn die vorhandenen Feiertage nicht ausreichen, um alle Verwandten zu besuchen und den vielfältigen Erwartungen gerecht zu werden – beschließen Sie neue Festtage! Verschieben Sie den Besuch bei Dagmar & Hans auf den „3. Weihnachtstag“. Oder feiern Sie „mexikanisch“: Dort überreicht man sich die Geschenke erst zum Dreikönigsfest am 6. Januar. Sie werden sehen: Die meisten Leute gehen mit den alten Ritualen immer lockerer um.

simplify-Tipp: Falls jemand protestiert, probieren Sie es mit Argumenten wie: „An welchem Tag Jesus zur Welt kam, ist sowieso unbekannt.“

Erfinden Sie neue Rituale

Schaffen Sie Erlebnisse, an die sich alle später erinnern können: „2017 war doch das Weihnachten, an dem wir am 23.12. einen Baum im Wald mit Sternen dekoriert haben.“ Weitere Vorschläge:

 

  • Wenn sich dieses Jahr endlich alle auf kleinere und weniger Geschenke geeinigt haben, werten Sie diesen Teil des Weihnachtsabends durch eine Beziehungsaktion auf: Wer ein Geschenk auspackt, muss dazu eine Geschichte erfinden – wie der Schenker danach suchen musste, unter welchen Strapazen er es kaufte, in welchem Land und unter welchen Bedingungen es von wem hergestellt wurde usw.
  • Warum nicht dieses Jahr den Christbaum mit Ihren Liebsten aus dem Wald holen? Googeln Sie „Weihnachtsbaum selbst schlagen“ + Ihren Wohnort. Vielleicht werden Sie überrascht sein, welchen (krummen) Baum Ihre Familie dabei ins Herz schließt!
  • Sogar Ihre Kleidung am Weihnachtsabend können Sie zu einem positiven Beziehungsthema machen. Fragen Sie Ihre Familienmitglieder, wie Sie sich kleiden sollen. Es gibt Familien, bei denen der Vater eine Weihnachtskrawatte hat und die Mutter einen Xmas-Seidenschal.

simplify-Tipp: Gestehen Sie Ihren Kindern zu, dass sie selbst neue Bräuche entwickeln. In vielen Familien verschwinden die Teenager nach den Ritualen am Heiligen Abend, um sich mit Freunden in einem Klub von der Überdosis Familie zu erholen. Falls das bei Ihnen passiert, sehen Sie es positiv – und erholen Sie sich Ihrerseits von der Überdosis Pubertät.

Nehmen Sie Kontakt nach oben auf

Nutzen Sie als Christ die Adventszeit als Einstimmung auf das Fest der Nähe Gottes zu uns Menschen. Dafür müssen Sie kein regelmäßiger Kirchgänger sein. Vorschläge:

 

  • Gehen Sie auch einmal untertags für ein paar Minuten in eine Kirche, und genießen Sie die dort herrschende Stille.
  • Lassen Sie sich durch ein Orgelkonzert oder eine Aufführung des berühmten Weihnachtsoratoriums von Johann Sebastian Bach in den Bann ziehen.
  • Bauen Sie Stück für Stück Ihre Weihnachtskrippe auf. Das Christkind kommt erst am 24.12. in die Krippe.

simplify-Tipp: Ein besonderes Erlebnis ist ein katholischer Rorate-Gottesdienst, der morgens bei Kerzenlicht in der noch dunklen Kirche stattfindet.

Finden Sie gute Worte

Wünschen Sie den Menschen in Ihrem Umfeld nicht nur (weltanschaulich neutral) „Schöne Feiertage“, sondern bewusst „Frohe“ oder „Gesegnete Weihnachten“. Nutzen Sie die Gelegenheit, über den Inhalt von Weihnachten zu sprechen: „Für mich ist das das Geburtstagsfest von Jesus.“ Das weiß längst nicht mehr jeder!

simplify-Tipp: Sie wissen, dass jemand gerade eine schwere Zeit durchlebt? Dann geben Sie ihm die Möglichkeit, darüber zu sprechen, etwa indem Sie sagen: „Ich weiß nicht, ob ich Ihnen dieses Jahr frohe Weihnachten wünschen darf ...“

Heißen Sie andere willkommen

Zumindest an Heiligabend bieten Kirchen und Wohlfahrtsorganisationen Zusammenkünfte für Alleinstehende an. Aber: Viele allein lebende Menschen fürchten das organisierte Mitgefühl noch mehr als die Einsamkeit. Schauen Sie sich in Ihrer Umgebung nach Menschen um, die sich über Anschluss freuen könnten: Warum nicht den indischen Studienkollegen Ihres Sohnes an Heiligabend einladen? Oder nach der Christmette ein paar anderen Kirchgängern anbieten, noch auf einen Becher Glühwein zu Ihnen zu kommen? Oder zum Verwandtentreffen am 1. Feiertag auch die frisch verwitwete Mutter Ihres Schwagers dazubitten? Klären Sie unbedingt vorab mit Ihrer Familie, ob alle einverstanden sind.

simplify-Tipp: Vermeiden Sie es, beim Einladen Mitleid auszustrahlen („Du Armer bist ja sonst allein!“). Nennen Sie einen Grund, warum der andere für Ihr Weihnachten eine Bereicherung darstellen könnte. Sich für andere zu öffnen birgt immer ein gewisses Risiko – für die alte Dame etwa könnte Ihr lebhafter Familienclan zu viel Trubel bedeuten. Aber: Die Chance auf eine gute Begegnung, die beide Seiten froh macht, ist wesentlich größer!

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