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Spiritualität (41)

Entdecken Sie Ihre Spiritualität und finden Sie den inneren Schlüssel zu mehr Gelassenheit und Glück. Beginnen Sie damit, spirituelle Momente in Ihren Alltag integrieren und Sie werden merken, wie gut es tut. Spiritualität muss dabei gar nicht groß gelebt werden: Bereits die kleinen Gesten haben einen großen positiven Einfluss auf Ihre Stimmung.

 

Aristoteles' Überlegungen zur menschlichen Glückseligkeit sind zeitlos und inspirierend für die persönliche Spiritualität

 

Bei der Frage nach dem Glück gibt die Philosophie der Antike Denkanstöße, die auch heute nichts von ihrer Gültigkeit eingebüßt haben. In seinem Werk „Nikomachische Ethik“ geht Aristoteles davon aus, dass jeder Mensch in der Lage ist, das richtige Leben für sich zu entdecken und dadurch zur Glückseligkeit zu gelangen.

 

 

1. Entscheidung fürs Glück

Glück fällt Ihnen nicht in den Schoß, sondern wird nur dem gewährt, der es erstrebt. Es basiert auf der Art des Lebens, die Sie für sich wählen. Stellen Sie sich vor, dass Ihr Leben einen Wegweiser enthält. Schreiben Sie in Gedanken darauf „zum Glück“. Machen Sie sich bewusst, dass Sie der Gestalter Ihres Lebens sind und Ihrem Leben das Ziel vorgeben, auf das alle weiteren Zwischenstationen hinauslaufen sollen..

 

2. Glück im Tun

Ein glücklicher Mensch wird aktiv und verwirklicht seinen gewählten Weg durch entschlossenes Handeln. Bemühen Sie sich, Ihre Tätigkeiten so gut wie möglich auszuüben. Streben Sie nach Exzellenz. Das beginnt bei den banalsten alltäglichen Arbeiten. Üben Sie gerade ungeliebte Routinejobs konzentriert und ohne Hast aus. Das vermittelt Ihnen, so Aristoteles, eine glückliche Erfahrung. Tun Sie jede Minute, jeden Tag, jedes Jahr aufs Neue etwas für Ihr Glück

 

3. Verbunden leben

Glück ist laut Aristoteles niemals ein Leben für sich allein, sondern ein Leben im Netz sozialer Beziehungen. Knüpfen und pflegen Sie Freundschaften bewusst, aber ohne Hintergedanken. Die Beziehung zu Freunden sollte um ihrer selbst willen erfolgen und nicht wegen kurzfristiger Vergnügungen oder eines langfristigen Nutzens. Es gibt kein wirkliches privates Glück in einem unglücklichen sozialen Umfeld.

 

4. Alle Bereiche entwickeln

Entwickeln Sie Ihre seelischen Fähigkeiten, gönnen Sie sich aber auch Lust und Freude an schönen Dingen wie Musik, Theater, Sport oder Tieren. Pflegen Sie Ihre körperliche Gesundheit und Ihre äußere Erscheinung. Betrachten Sie materielle Dinge, etwa Geld, als Hilfsmittel zur Erlangung von Glück – solange Sie sie für Ihr Streben nach Exzellenz und das Wohl anderer einsetzen.

 

5. Glück lernen

Die erstaunlichste These des Aristoteles: Jeder kann Glück lernen wie ein Handwerk. Sorgen Sie für Ihre eigene Zukunft. Beenden Sie die Gleichgültigkeit gegenüber Ihrem eigenen Leben. Erkennen Sie Zusammenhänge. Gewöhnen Sie sich neue Verhaltensweisen an. Reagieren Sie gelassener und bewusster auf Unglückserfahrungen.

 

 

6. Das Leben füllen

Sie werden nicht durch ein angenehmes Leben glücklich, in dem Sie Leid und Unglück ausklammern oder verdrängen. Es kommt vielmehr darauf an, auch die schicksalhaften Widrigkeiten des Lebens tragen und bewältigen zu können. Lassen Sie nicht zu, dass das Schwergewicht Ihres Lebens allein auf Schmerz und Leid liegt.Machen Sie aus dem Gegebenen immer das Schönste und Bestmögliche. Dass der Mensch das kann, unterscheidet ihn von Pflanzen und Tieren.

 

7. Empfinden Sie Glück als göttlich

Das griechische Wort für Glück, eudaimonia, bedeutet wörtlich, einen „guten Dämon“ in sich zu haben, einen Mittler zwischen Mensch und Gott. Aristoteles versteht Gott dabei als kosmisches Prinzip. So sehr Sie sich auch um Ihr Glück bemühen und anstrengen – wenn Sie es erhalten, ist es stets ein Geschenk aus einer höheren Welt. Glück lässt Sie teilhaben an der Erfahrung der Unendlichkeit.

 

 

 

Spiritualität in der Lebensplanung

 

Setzen Sie die enormen Kräfte Ihres Unterbewusstseins frei

In den Märchen funktioniert das: Sie finden Aladins Wunderlampe, Sie begegnen einer Fee. Warum machen einem die Märchen solche Hoffnungen? Weil Ihre Wünsche auch im ganz normalen Leben eine große Chance auf Verwirklichung haben. Wenn Sie nur wissen, wie Sie die Power Ihres Träumens nutzen können. Hier einige entscheidende Anregungen dazu, wie Sie mit Spiritualität Ihre Wünsche selbst erfüllen können.

 

Sehen Sie die Dinge in der Zukunft

Das Prinzip ist einfach: Aktivieren Sie all Ihre Sinne, wenn Sie einen Wunsch haben.Wenn Sie z.B. einen Kellerraum umbauen möchten, stellen Sie sich in den Raum, und malen Sie sich so detailgetreu wie möglich den fertigen Zustand aus:Wie ist das Licht? Wie riecht es? usw.

Wenn Sie die Beziehung zu Ihrem Ehepartner auffrischen wollen, stellen Sie sich eine optimale romantische Situation mit ihm vor. Hören Sie die Musik, fühlen Sie seine Haut und was immer Ihnen am Herzen liegt.

 

Ihre Seele hilft mit

Hinter dieser Technik steckt nicht Zauberei, sondern handfeste Psychologie: Wenn Sie Ihre Wünsche so visualisieren, dass Ihr Unterbewusstsein sie versteht, dann werden Ihre innersten Kräfte motiviert. Ihr Bewusstsein reagiert auf abstrakte Begriffe: „Ich möchte eine Wohnung mit 4 Zimmern im Südteil der Stadt.“ Ihr Unterbewusstsein aber kann damit nichts anfangen. Es kommuniziert mit Bildern und ganzheitlichen Vorstellungen. Stellen Sie sich also das Sonnenlicht vor, das in Ihre neue Wohnung fällt, den Blick aus dem neuen Wohnzimmerfenster, das Gefühl, auf neuem Parkett zu gehen.

 

Entfernen Sie Ihre Traumblockaden

 

Alle Menschen haben Wunschträume, aber meistens viel zu unkonkret. Sie träumen von „einem schönen Urlaub“. Das setzt keine Energie in Ihnen frei. Stellen Sie sich stattdessen den Blick über das kretische Meer vor, bei Sonnenuntergang an der bezaubernden Hafenmole von Loutro auf Kreta. Fotos oder bildhafte Schilderungen aus Reisebüchern können Ihnen dabei helfen.

Viele Menschen haben Angst, dass ihnen die Zukunft etwas anderes bringt als das Erhoffte. Deshalb träumen sie mit Vorbehalt. Sie versetzen sich nicht konkret in die Wunschsituation, sondern sehen sich im Traum sozusagen ein Foto davon an. Damit signalisieren sie ihrem Unterbewusstsein: Arbeite auf dieses Ziel nicht hin. Erreichen wirst du es ohnehin nie.

 

Vergessen Sie Patentträume

 

Was würden Sie sich wünschen, wenn Aladins Wunderlampe Ihnen 3 Wünsche erfüllen könnte? Wer darauf ganz schlau antwortet „1.000 weitere Wünsche“, der hat ein Problem – das klassische Problem der Lottospieler. Sie wünschen sich nichts Konkretes, sondern einfach „Millionen von Euro, dann könnte ich mir ...“. Solche unkonkreten „Trickträume“ sind kraftlos (deswegen sind die Lotteriegesellschaften vielleicht auch dazu übergegangen, richtige Autos vor den Annahmestellen zu parken, die man gewinnen kann).

Auch der „normale“ Wunsch nach „mehr Geld“ setzt kaum Kräfte in Ihrem Unterbewusstsein frei. Amerikanische Erfolgsmenschen erzählen, wie sie davon geträumt hätten, auf dem großen Sessel im Chefbüro zu sitzen und ihr Auto auf dem Chefparkplatz abzustellen. Das sind konkrete Träume, die die „Bauchpower“ aktivieren.

 

 

Vertrauen Sie Ihrer unbewussten Kraft

Wagen Sie, sich etwas Großes zu wünschen. Ihr Unterbewusstsein wird sich freuen, dass Sie es herausfordern und ihm die Erfüllung des Wunsches zutrauen. Daraus resultiert ein tiefes Gefühl innerer Stärke und Wärme, verbunden mit einer Sehnsucht, die Sie eventuell manchmal zu Tränen rühren wird. Das ist der Geschmack des vollen, richtigen Lebens, das Sie mit Spiritualität und Tatedrang nach Ihren Vorstellungen gestalten können.

 

 

simplify-Sofort-Tipp

Malen Sie Ihren größten Traum auf. Wenn er zu kompliziert für Ihre Zeichenfähigkeiten ist, erfinden Sie ein Symbol, das Sie malen können. Schließen Sie die Augen, und stellen Sie sich die gewünschte Situation vor. Diese Vorstellung muss nicht lange dauern, Sie sollten aber sich selbst dabei sehen und Details dabei entdecken, die Sie vorher noch nicht kannten. Beispiel: Sie träumen davon, Klavier spielen zu können. Dabei sehen Sie sich, wie Sie während einer Party etwas spielen und auf dem Piano ein Glas Wein steht. Das ist das Zeichen, dass Ihr Unbewusstes den Traum verstanden und begonnen hat, selbstständig Vorstellungen zu entwickeln.

 

Ihr Ich besteht aus 4 Ebenen - Lernen Sie jede einzelne davon kennen

 

Werden Sie zufriedener durch eine innere Hausbesichtigung

In der indianischen Weisheitstradition gibt es die Vorstellung, der Mensch sei ein Haus mit 4 Stockwerken: die Etage des Körpers, des Denkens, des Fühlens und des Geistes. Diese Vorstellung kann auch Ihnen helfen, ein glücklicheres und ausgeglicheneres Leben zu führen. Denn Unzufriedenheit kommt meist daher, dass Sie eine Ihrer inneren Etagen vernachlässigen.

 

Der Stockwerk-Check

Erforschen Sie, wie bei Ihnen Gebeine, Gehirn, Gefühl und Glaube verteilt sind: In welchem Stockwerk verbringen Sie die meiste Zeit des Tages? Gibt es eine Etage, die Sie nicht sehr mögen oder vielleicht gar nicht richtig kennen? Wo entspannen Sie sich am besten? Welche Etage belebt und inspiriert Sie am meisten? Welche würden andere als Ihre beste beschreiben? In welcher liegen vielleicht noch Altlasten aus früheren Zeiten herum, die Sie rausschaffen könnten? Könnte es sein, dass in einem dieser Geschosse noch eine Überraschung auf Sie wartet, etwas ganz Neues?

 

Ihr Tages-Rundgang

Machen Sie es sich zur guten Gewohnheit, 1-mal am Tag einen kleinen Rundgang durch diese 4 Etagen zu machen, vielleicht als eine Art besinnlichen Abendspaziergang. Verweilen Sie auf jedem Stockwerk ein wenig und stellen Sie sich zu jedem die nebenstehenden Fragen.

Wenn Sie sich jeden Tag ein wenig Zeit dafür reservieren, lernen Sie sich bald gut kennen. Sie wissen über Ihre Stärken und Schwächen besser Bescheid und gewinnen einen klareren Blick für sich selbst. Es wird Ihnen leichter fallen, freundlich zu den diversen kleinen Launen zu sein, die in Ihrem inneren Haus bisweilen für Unruhe sorgen.

Haben Sie in den Himmel geschaut und sich gefreut, dass Sie leben? Konnten Sie wenigstens einmal ganz still werden? Haben Sie ein Gebet gesprochen, ein Wort der Weisheit gelesen oder ein Ritual durchgeführt?

Gab es heute ein Erlebnis, bei denen Ihnen das Herz aufging? Haben Sie heute ausreichend gelacht? Waren Sie ergriffen? Haben Sie einen anderen Menschen umarmt?

Haben Sie heute etwas Neues gelernt? Haben Sie von etwas geträumt oder etwas geplant, das Sie beflügelt? Haben Sie den Reichtum der Medien sinnvoll genutzt?

Haben Sie gesund und mit Lust gegessen? Haben Sie Ihr Herz schlagen hören und Ihren Atem gespürt? Mögen Sie Ihren Körper? Haben Sie ihm heute Gutes getan? Sind Sie sexuell zufrieden?

 

Die Spiritualität der Kleinigkeiten

 

Wie Sie in kleinen und einfachen Dingen Großes entdecken

Der simplify-Weg besteht nicht nur aus Aufräumen, Ordnen oder Weggeben von Dingen. Je klarer Ihre Lebens- und Arbeitsfelder werden, desto mehr können Sie sich öffnen für die unsichtbare Weisheit, die auch hinter dem einfachsten Gegenstand stecken kann. Dabei sind Sie in bester Gesellschaft: Auffällig viele große Mystiker haben über schlichte Alltagsgegenstände meditiert. Welcher Weltreligion sie auch angehören – immer schauen sie durch ein Ding wie durch ein Fenster auf die dahinter liegende verborgene Ganzheit. Damit werden die materiellen Dinge zu „Sakramenten“, zu heiligen Zeichen der Nähe Gottes, die darauf warten, von Ihnen berührt zu werden.

„Gott selbst ist unser Gewand, das uns aus Liebe umhüllt, uns umgreift und umfängt und vor allem uns ermuntert. In zärtlicher Liebe umkreist er uns, um uns niemals alleine zu lassen.“ Juliane von Norwich (englische Mystikerin, 1343–1413)

 

Die Badewanne

„Alles Sein ist in Gott gebadet.“ Meister Eckhart (deutscher Mystiker, 1260– 1328)

 

 

Das Schlummerkissen

„Ich höre Gott zu meiner Seele sagen: Du bist mein allerweichstes Schlummerkissen, mein schönstes, liebstes Bett, mein heimlichster Ruheplatz, meine tiefste Sehnsucht, meine höchste Herrlichkeit.“ Mechthild von Magdeburg (deutsche Mystikerin, 1210–1282)

 

 

Das Putztuch

„Wenn jemand etwas Tadelnswertes am Gesicht seiner Seele findet, dann wische er es ab mit dem zarten Tuch der Menschlichkeit Christi. Er hüte sich aber davor, rau oder bitter an seinen Flecken herumzureiben, nämlich ohne sich der göttlichen Güte bewusst zu sein; denn wenn er zu hart reibt, zerreißt er mehr, als dass er heilt.“ Mechthild von Hackeborn (deutsche Mystikerin, 1241–1299)

 

 

Das Papier

„Das Allerfeinste ist es, wenn du dein Herz wie ein weißes Blatt Papier bereitest und offen legst. Weißt du warum? Dann kann die göttliche Weisheit das darauf schreiben, was ihr gefällt. Gottes Liebe braucht ja Platz, damit sie sich dir zeigen kann. Weißt du, was du dafür tun kannst? Du kannst dich für ein Weilchen aus dem alltäglichen Geschehen zurückziehen. Und du schweigst ein bisschen, ohne irgendetwas zu tun oder gar erkennen zu wollen. “ Miguel de Molinos (spanischer Mystiker, 1628–1696)

 

Der Bleistift

„Das, was der Bleistift für mich ist, wenn ich geschlossenen Auges mit seiner Spitze den Tisch abtaste – dies für Christus sein. Wir haben die Möglichkeit, Mittler zu sein zwischen Gott und jenem Teil der Schöpfung, der uns anvertraut ist. Es bedarf unserer Einwilligung, dass er durch uns hindurch seine Schöpfung wahrnehme. Mit unserer Einwilligung bewirkt er dieses Wunder.“ Simone Weil (französische Mystikerin, 1909-1943)

 

Der Gartenrechen

„Selbst wenn ihr euch körperlicher Arbeit widmet, die physischen Einsatz verlangt, sollte eure Seele nicht von ihrem Haften am Göttlichen ablassen. Bei allem, was ihr tut, entfernt euch nicht von Gott. So werden selbst die Gegenstände, die ihr benutzt, erhabener, weil ihr sie benutzt habt.“ Moses Chaim Luzzatto (italienisch-jüdischer Mystiker, 1707–1746).

 

Spiritualität in der Einfachheit

 

Franz von Sales und die Tugend der Leichtigkeit des Seins

Franz von Sales (1567–1622) war promovierter Jurist und stammte aus einer hoch geschätzten Adelsfamilie. 1602 wurde er Bischof von Genf und kümmerte sich um die Rekatholisierung der Gegend, in der ein strenger Calvinismus herrschte. Gegen dessen harte Lehre, nach der alles von Gott vorherbestimmt sei, predigte und lebte von Sales eine liebenswürdige, stille, innere Spiritualität. Noch heute gilt er als Literat von Rang, seine Werke zählen zu den Klassikern der französischen Sprache. Er schrieb über 20.000 Briefe und hielt geschliffene Predigten. 1665 wurde er heiliggesprochen.

 

Einfachheit als Tugend

Für Franz von Sales ist sie den meisten anderen Tugenden vorzuziehen. Um einfach zu sein, bedarf es keiner besonderen Fähigkeiten. Der Einfache besitzt nur scheinbar wenig Intelligenz, Kreativität und Fantasie. Einfachheit, Geradheit und Schlichtheit, so schrieb von Sales immer wieder, sind der beste Weg, um zur Vollkommenheit zu gelangen.

 

Der Weg der Schritte

 

„Die Vollkommenheit unserer Seele besteht in der Vereinigung mit Gott, die wir nicht erreichen mit Viel-Wissen, wohl aber mit Viel-Tun. Geht mit großer Einfachheit an diese heilige Aufgabe heran. Wer sich fortwährend nach dem kürzesten Weg in die Stadt erkundigt, dem kann es passieren, dass er später hinkommt als andere, die auf der Straße geblieben sind. Denn er bekommt allerhand Auskünfte: Sie gehen falsch, Sie machen einen Umweg, Sie müssen zurückgehen. So kommt man nicht vorwärts, wenn man viel fragt. Wer nach dem Weg zum Himmel gefragt wird, hat eigentlich ganz Recht, wenn er so antwortet wie jener, der gesagt hat: Wenn Sie dahin gehen wollen, dann müssen Sie immer geradeaus gehen, immer einen Fuß vor den andern setzen, dann kommen Sie schon hin, wohin Sie wollen.“

 

 

 

Das Ziel im Auge

„Gehen Sie in aller Einfachheit Ihren Weg. Lenken Sie Ihre besondere Aufmerksamkeit nur auf die wirklich wichtigen Dinge. Zerpflücken Sie nicht so sehr die Kleinigkeiten. Ihr Herz sei fest entschlossen!“ So schreibt von Sales der Baronin Johanna von Chantal, mit der er 1610 den „Orden der Töchter der Heimsuchung Mariens“ gründete. „Ihre Reden sollen knapp, gütig, heilig und bescheiden sein, in aller Ruhe gesprochen. All Ihr Tun soll darin bestehen, unseren Herrn handeln zu lassen. Lassen Sie seinen Willen geschehen.“

 

 

 

Ohne Angst

Einer anderen Frau gab er den Rat: „Ich empfehle Ihnen die heilige Einfachheit. Schauen Sie auf den Weg vor sich und nicht auf die in weiter Ferne drohenden Gefahren, wie Sie mir geschrieben haben. Die erscheinen Ihnen ganze Armeen zu sein. In Wirklichkeit sind es doch nur zurechtgestutzte knorrige Weidenbäume. Achten Sie auf Ihre Schritte. Während Sie auf die vermeintlichen Bedrohungen schauen, könnten Sie leicht einen Fehltritt tun.“

 

Vorsicht vor Pomp

 

Es gibt heute eine „neue Einfachheit“, die sich recht nobel und elitär gibt. Solche Tendenzen entdeckte von Sales schon damals in seiner Umgebung, etwa in der zur Schau getragenen Schmucklosigkeit des Calvinismus. Wahre Einfachheit dagegen tritt bescheiden auf und macht um ihren Minimalismus kein Aufhebens: „Jene, deren Gehabe stets geziert und abgezirkelt ist, sind eingebildete Leute. Hüte dich vor allem Eitlen, vor jedem auffallenden und unsinnigen Gerede.“

 

 

Erkennen Sie Ihre Gefühle! Mithilfe Ihrer Spiritualität werden Sie dabei vieles in sich entdecken

 

Stufe 3 auf dem Weg zu Ihrem inneren Polarstern

Auf dem Weg zu Ihrem wahren Lebensziel, Ihrem inneren Polarstern, werden Sie nicht nur von Ihrem Körper und Ihrem Unbewussten, sondern auch von Ihrem Herzen und Ihren Gefühlen geleitet. Die westliche Philosophie, angefangen bei den alten Griechen, hat uns jedoch ermutigt, uns mehr aufs Denken als aufs Fühlen zu verlassen. Hier eine Methode, wie Sie mithilfe Ihrer Spiritualität wieder Zugang zum Reichtum Ihrer Gefühlswelt bekommen.

 

Die magische Frage

 „Wie fühle ich mich?“ – Was ist Ihre derzeit vorherrschende Empfindung? Finden Sie Ihr aktuelles Gefühl in diesem Kompass:

Häufig ist Ihr erstes, vordergründig gespürtes Gefühl nur eine Maskierung eines anderen, ehrlichen Gefühls, das Sie aber nicht zu zeigen wagen. Der Grund dafür liegt häufig in der Kindheit. Misshandelte Kinder etwa reagieren eigentlich mit Zorn auf die empfangenen Demütigungen, trauen sich aber nicht, ihn auszudrücken, und verstecken ihn hinter ihrer Angst. Nachfolgend finden Sie zu jedem Ihrer Gefühle mögliche Täuschungen und Hinweise, wie Sie richtige und falsche Gefühle unterscheiden können. Das richtige Gefühl wird Sie in Ihrer Spiritualität unweigerlich Ihrem inneren Polarstern näher bringen.

 

Wenn Sie vorwiegend Angst empfinden

 

Die positive Funktion: Angst beschützt Sie vor Gefahren.

Gefährliche Täuschung: Hinter falscher Angst verstecken sich häufig Aggression und Zorn, die nicht gelebt werden dürfen. Sie erkennen falsche Angst daran, dass sie sehr allgemein ist und nicht zu klaren Vermeidungsreaktionen führt. Richtige Angst lässt sich sehr konkret bestimmen (z.B. die, nicht geliebt zu werden, Angst vor Höhen).

Gesunde Reaktionen:

a) Sie sehen der Angst ins Auge. Vervollständigen Sie den Satz: „Wenn ich nur den Mut dazu hätte, würde ich ...“ Tun Sie, was Sie dort hingeschrieben haben, und Ihre Angst wird Ihr Bundesgenosse!

b) Sie vermeiden, was Sie ängstigt – Sie gehen nicht auf Türme oder Berge und haben trotzdem ein erfülltes Leben.

 

Wenn Sie vorwiegend Trauer empfinden

 

Die positive Funktion: Psychologen nennen Trauer „das heilende Gefühl“.Menschen, die einen Trauerprozess bis zum Ende durchschreiten, werden gekräftigt, gesünder und weiser.

Gefährliche Täuschung: Falsche Trauer soll oft Zorn und Angst verdecken. Sie erkennen falsche Trauer an einem vagen Gefühl von Hoffnungs- und Hilflosigkeit. Richtige Trauer schmeckt auf eine eigenartige Weise süß. Sie empfinden, dass Sie ein Recht haben, darüber zu trauern, verbunden mit einem eigentlich guten Gefühl von Stärke und Aufrichtigkeit.

Gesunde Reaktionen: Der Grund für Trauer ist immer ein Verlust. Finden Sie heraus, was Ihnen genommen wurde, oft in sehr ungerechter Weise. Das kann schon lange zurückliegen.

a) Ersetzen Sie es, wenn möglich, durch etwas Besseres.

b) Lernen Sie, den Verlust als notwendigen Fortschritt in Ihrem Leben zu lieben.

 

Wenn Sie vorwiegend Zorn empfinden

 

Die positive Funktion: Ihr psychisches Immunsystem, das Ungerechtigkeiten aufspüren und besiegen soll. Zorn ist Feuer: Nach außen gerichtet, hat es große große reinigende Kraft, es ist aber auch gefährlich. Nach innen gerichtet, kann es Ihnen großen Schaden zufügen.

Gefährliche Täuschung: Hinter falschem Zorn steckt sehr häufig Trauer, besonders bei Männern. Da hilft die Suche nach dem Verlorenen (siehe oben). Falscher Zorn richtet sich allgemein gegen Ihre Umgebung, auch gegen Menschen, die Sie eigentlich lieben. Er macht Sie traurig. Richtiger Zorn ist spezifisch und enthält eine Kraft aus Ihrer Tiefe, die Sie stark macht.

 

Gesunde Reaktionen:

a) Ändern Sie sich selbst.

b) Ändern Sie die Situation.

 

Wenn Sie vorwiegend Freude empfinden

 

Die positive Funktion: Freude nährt und erweitert Ihr Leben.

Gefährliche Täuschung: Falsche Freude ist kurzzeitige Euphorie, hervorgerufen durch Chemikalien, eine Sucht oder eine sorgfältig eingefädelte Freudensituation. Falsche Freude erkennen Sie am Tief danach. Gesunde Freude enthält Dankbarkeit, die auch nach dem Stimmungshoch bestehen bleibt.

 

 Gesunde Reaktionen:

a) Freuen Sie sich. Gönnen Sie sich, was Sie erfreut. Tun Sie’s!

b) Teilen Sie Ihre Freude mit anderen. Das wird Ihre eigene Freude verdoppeln.

 

Die zauberhaften 5 „Ws“

Analysieren Sie Ihre (echten!) Gefühle, indem Sie bis zu 5-mal „Warum?“ fragen – so lange, bis Sie auf ein lösbares Problem stoßen. Ein Beispiel: Ich bin so traurig. Warum? Weil ich heute so wenig geschafft habe. Warum? Weil ich immer wieder im Internet gesurft habe. Warum? Weil mir meine eigentliche Arbeit keine Freude macht. Warum? Weil ich zu viel allein arbeiten muss. Aha! Ein paar Kreativ-Meetings, die Versetzung in eine Arbeitsgruppe – damit sind Lösungen in Sicht.

 

Glaube und Spiritualität beeinflussen nicht nur unseren Geist, sondern auch unseren Körper

 

simplify-Konsequenzen aus wissenschaftlichen Erkenntnissen über Religion und Heilung

Wer an Gott glaubt, bewältigt Konflikte, Krisen und Stress leichter. So die Ergebnisse mehrerer US-Studien aus dem Jahr 1997. Gläubige Menschen sind demnach weniger anfällig für psychosomatische Krankheiten, sie fördern Heilungsprozesse, indem sie ihre Selbstheilungskräfte aktivieren, und führen einen gesünderen Lebensstil als der Durchschnitt. Inzwischen ist über diese Untersuchungen eine kritische Diskussion entbrannt. Hier die Ergebnisse, die sich für Ihr Leben und Ihre Spiritualität daraus ergeben könnten.

 

Auf die Art des Glaubens kommt es an

Der Psychologe Kenneth Pargament untersuchte eine große Zahl religiöser Menschen und kam zu einem differenzierten Ergebnis: Glaube kann sich positiv oder negativ auf die Gesundheit auswirken. Wer Angst vor den Strafen eines strengen Gottes hat, neigt eher zu seelischen Störungen als nichtreligiöse Menschen. Wer dagegen auf einen liebenden, gütigen Gott vertraut, profitiert davon – körperlich wie seelisch.

simplify-Rat: Lassen Sie sich niemals einreden, eine Erkrankung sei eine Strafe oder Rache Gottes. Entsprechende Aussagen sind dem Wesen des christlichen Glaubens und auch den meisten anderen Religionen fremd.

 

Glaube als Placebo

 

Zu ähnlichen Resultaten kommt der amerikanische Arzt Herbert Benson, der in über 30 Jahren ärztlicher Praxis das Phänomen intensiv erforscht hat. Er spricht von einem erweiterten Placebo-Effekt. Placebo (zu deutsch etwa „es wird mir gut tun“) ist eine Art positiver Selbstbeeinflussung. Für eine Studie am Cook County Hospital in Chicago wurden 1975 an Gelenkrheumatismus erkrankte Patienten mit Placebos (Tabletten ohne jeden Wirkstoff) behandelt. 30 % von ihnen hatten danach weniger Beschwerden, und zwar für mindestens 3 Monate. Dieses Ergebnis wurde durch eine 1995 im Annals of Internal Medicine veröffentlichte Studie bestätigt. Bensons Schluss: „Die Einstellung eines Menschen kann beträchtliche Heilkräfte in ihm mobilisieren.“

simplify-Rat: „Das wird mir gut tun“ ist eine kluge Affirmation, die Sie sich bei jeder therapeutischen Maßnahme – also auch bei Medikamenten, deren Wirksamkeit erwiesen ist – sagen sollten. Wenn Sie von einem Medikament innerlich nicht überzeugt sind, sollten Sie unbedingt mit Ihrem Arzt darüber sprechen.

 

Erinnertes Wohlbefinden

 

Benson entwickelte eine Methode, die ohne Placebo-Präparat auskommt. Er ließ seine Patienten täglich zwei 10 bis 20 Minuten lange Entspannungsübungen nach eigener Wahl durchführen. Danach sollten sie sich einen positiven Satz zusprechen, der für sie mit ihrer gesunden Vergangenheit verbunden war (z. B. „Ich schaffe es; ich bin ganz ruhig; ich werde gesund und stark“).

Erstaunlich: 80 % von Bensons Patienten wählten als positiven Satz ein Gebet („Der Herr ist mein Hirte; sei getröstet, meine Seele“). Benson fand heraus, dass die Entspannung und das erinnerte Wohlbefinden am stärksten bei denen wirkten, die an Gott oder an eine ewige, das Leben übersteigende Kraft glaubten.

simplify-Rat: Lernen Sie ein Gebet auswendig, das Sie aus Ihrer Kindheit kennen oder das Ihnen im Lauf Ihres Lebens wichtig geworden ist. So können Sie während einer Erkrankung leicht darauf zurückgreifen.

 

Die Stimme Gottes verstehen

 

Langzeitstudien zeigten, dass religiöse Menschen nach ihrer Genesung eher auf einen gesünderen Lebensstil umschwenkten. Sie erkannten, dass ihre Krankheit eine Information enthielt, wie sie ihr Leben ändern sollten, um gesund zu bleiben.

simplify-Rat: Verstehen Sie jede Krankheit als Botschaft Ihres Körpers oder als einen Hinweis Gottes. Sehen Sie Ihren Körper niemals nur als kaputte Maschine, die repariert werden muss.Wenn Ärzte z. B. von „der Leber“ sprechen, übersetzen Sie das für sich: „meine Leber“ oder noch besser: „die reinigende Kraft in mir“ o. ä.

 

Tätiger Glaube

 

Richard Sloan, Arzt und Verhaltensforscher an der Universität von Columbia, hat Hunderte von Studien über die medizinischen Auswirkungen des Glaubens kritisch untersucht. Sein Ergebnis: Glaube wirkt nur dann heilend, wenn Menschen ihre Religion auch durch soziales Engagement und tätige Nächstenliebe praktizieren.

simplify-Rat: „Glücklich ist, wer glücklich macht“ – diese Weisheit gilt wohl auch in der Variante „Gesund ist, wer gesund macht“. Wenn Sie Menschen in Not beistehen, hilft Ihnen das auch für den Umgang mit Ihren eigenen gesundheitlichen Nöten.

 

Fürbitte auf dem Prüfstand

 

2004 kam der argentinische Ex-Fussballstar Diego Maradona wegen einer Herzkrankheit ins Krankenhaus. Als sich sein Zustand dramatisch verschlechterte, baten seine Freunde per Mail 20.000 Fans, für ihr Idol zu beten. Maradona wurde tatsächlich wieder gesund und ließ verlauten, Gott habe seine Anhänger erhört.

Unter Führung des bereits genannten Herbert Benson führten amerikanische Forscher eine „Study about Therapeutical Effects of Prayer“ (STEP) durch. Dafür wurden 1802 Bypass-Patienten aus 6 Kliniken per Los in 3 Gruppen eingeteilt: Gruppe 1 und 2 wurde gesagt, dass für sie vielleicht gebetet würde. Tatsächlich wurde für Gruppe 1 gebetet, für Gruppe 2 nicht. Auch für Gruppe 3 wurde gebetet, doch diese Patienten wussten das von vorn herein.

Katholiken und Protestanten, die nur Vornamen und Anfangsbuchstaben des Nachnamens der Patienten kannten, beteten vom Tag vor bis 14 Tage nach der Operation. Das ernüchternde Ergebnis: Fürbittgebete haben den Patienten der STEP-Studie nicht geholfen (ausgerechnet Gruppe 3 ging es am schlechtesten).

Eine ähnliche Studie namens Mantra II des Mediziners Mitchell Krucoff von der Duke Universität in North Carolina, die sich über 5 Jahre erstreckte, kam zu einem ähnlichen Ergebnis: Fürbittgebete bewirken keine schnellere oder nachhaltigere Heilung

simplify-Rat: Lassen Sie sich von solchen Studien nicht davon abhalten, für andere Menschen zu beten. Tun Sie’s aber in dem Bewusstsein, dass Glaube, Gebet und Gott sich nicht wie Medikamente benützen lassen.

Besinnung durch den inneren Eremiten

 

 

So finden Sie neue Impulse an abgeschiedenen Orten Ihrer Seele

Wenn Sie sich das Innere Ihrer Seele wie eine Landschaft vorstellen, befinden Sie sich während einer Krise mitten im Dunkel Ihrer Einsamkeit und Verzweiflung. Viele Menschen fixieren sich in schwierigen Situationen darauf, in den schwarzen Tunnel dieser inneren Finsternis zu starren. Doch gibt es dort auch einen rettenden Strohhalm, einen friedlichen Ort: die Einsiedelei. Es gehört zu den großen Erkenntnissen der Tiefenpsychologie, dass jeder Mensch diesen Zufluchtsort in sich hat. Er findet sich in den Gralsmythen ebenso wie in der mystischen Tradition. Hier in der einsamen Klause können Sie sich sammeln, Ihre Spiritualität neu entdecken und Ihre Besinnung fördern.

 

Ihr größter Helfer: Ihre Vorstellungskraft

 

Stellen Sie sich die schlichte Einsiedelei bildlich vor. Wenn Sie ein Gemälde malen würden, wie sähen die Klause und der Platz um sie herum aus? Einsiedler bauen ihre Behausungen oft an einer Quelle, um frisches Wasser zu haben. Sind vielleicht Tiere in der Nähe? Wenn Sie sich mit diesem inneren Ort vertraut gemacht haben, fassen Sie sich ein Herz und rufen Sie nach dem Einsiedler, der hier zu Hause ist.Wie sieht er aus? Was hat er an? Wenn Sie Liebe und Vertrauen spüren, gehen Sie auf ihn zu.

 

Vertrauen Sie sich Ihrem guten Einsiedler an

 

Der gute Einsiedler ist das Symbol für eine verborgene Kraft Ihrer Seele, die Sie zu Hilfe holen können. Trotz seiner Abgeschiedenheit sitzt Ihr innerer Eremit an der Quelle der Erkenntnis. Er hat Zugang zum Wasser des Unbewussten und kann Sie von den Äußerlichkeiten ins Innere führen. Er kann Ihnen im Traum erscheinen oder durch bewusstes Aufrufen Ihrer inneren Bilder. Nicht selten redet er in einer etwas altertümlichen Sprache. Sie erkennen ihn daran, dass er verständnisvoll, gütig und versöhnlich spricht. In seiner Nähe fühlen Sie sich geborgen und bejaht.

 

Beantworten Sie die Entwirrungsfragen

Die Gegenwart Ihres inneren Einsiedlers hilft Ihnen, Ihr Problem kurz und nüchtern zusammenzufassen und neue Besinnung zu erlangen, etwa durch Fragen folgender Art:

  • Was habe ich noch nicht verstanden?
  • Wofür soll ich mich öffnen?
  • Was ist jetzt das Wichtigste in meiner schwierigen Situation?
  • Wo liegen meine inneren Barrieren?
  • Was ist die rettende Kraft?
  • Was ist der verborgene Sinn meines Lebens?

Stellen Sie sich vor, dass der Einsiedler Sie ruhig fragt: „Was willst du im Grunde deines liebevollen Herzens erreichen? Was soll am Ende Gutes dabei herauskommen?“ Lauschen Sie nach innen und beantworten Sie seine Frage in Ruhe und im Bewusstsein Ihrer Spiritualität. Konzentrieren Sie sich auf Ihr langfristig gutes Ziel. Bitten Sie darum, dass Ihnen die ersten 3 guten Schritte dorthin gezeigt werden. Dadurch vermeiden Sie schnelle Haurucklösungen.

 

Nehmen Sie Einsiedler-Auszeiten

 

Auch wenn Sie nicht in einer aktuellen Krise stecken, können Sie vorbeugend Ihre innere Klause aufsuchen. Erklären Sie einen Abend in der Woche zu einem Abend der Stille – ohne Fernseher, Telefon, Besuch oder Weggehen. Lesen Sie spirituelle Bücher, Besinnungs- und Mystikerliteratur. Schreiben Sie Tagebuch. Setzen Sie sich in eine stille Kirche. Beten Sie. Legen Sie einen „Wüstentag“ ein, an dem Sie sich zurückziehen und ganz bewusst nichts anderes machen, als nach innen zu lauschen. Besuchen Sie Meditationskurse, nehmen Sie an Exerzitien teil. Oder nehmen Sie Ihren Urlaub als Auszeit, bei der es nicht um äußeres Reisen geht, sondern um die innere Reise zu sich selbst.

 

Wachen und beten wie ein Einsiedler

 

 Betäuben Sie sich in schwierigen Phasen Ihres Lebens nicht mit Alkohol, Tabletten, Fernsehen oder Computerspielen. Stellen Sie Frustkäufe und Frustessen ein. Verzetteln Sie Ihre geistige Energie nicht durch stundenlanges Telefonieren oder Lamentieren. Sie haben immer die Chance, eine Wendung nach innen zu vollziehen. Wenn Ihnen das schwer fällt, hilft das folgende „Einsiedlergebet“ von Dietrich Bonhoeffer, das er im Gefängnis für seine verzweifelten Mitgefangenen verfasst hat. Es kann Ihnen Halt und Kraft in Ihrer Spiritualität geben sowie Hilfe von innen mobilisieren.

In mir ist es finster,

aber bei dir ist das Licht.

Ich bin einsam,

aber du verlässt mich nicht.

Ich bin kleinmütig,

aber bei dir ist die Hilfe.

Ich bin unruhig,

aber bei dir ist der Friede.

In mir ist Bitterkeit,

aber bei dir ist die Geduld.

Ich verstehe deine Wege nicht,

aber du weißt den Weg für mich.

 

 

Lassen Sie Ihr Licht leuchten!

 

 

... und zeigen Sie Ihre Größe

„Unsere tiefste Angst ist nicht die, dass wir unzulänglich sind. Unsere tiefste Angst ist die, dass wir über die Maßen machtvoll sind. Es ist unser Licht, nicht unsere Dunkelheit, das uns am meisten erschreckt. Wir fragen uns: Wer bin ich denn, dass ich so brillant, großartig, talentiert, fabelhaft sein sollte? Aber wer sind Sie denn, dass Sie es nicht sein sollten? Sie sind ein Kind Gottes.Wenn Sie sich klein machen, dient das der Welt nicht. Es hat nichts von Erleuchtung an sich, wenn Sie sich so schrumpfen lassen, dass andere Leute sich nicht mehr durch Sie verunsichert fühlen. Wir sollen alle so leuchten wie die Kinder. Wir sind dazu geboren, die Herrlichkeit Gottes in uns zu manifestieren. Sie existiert in allen von uns, nicht nur in ein paar Menschen. Und wenn wir unser eigenes Licht leuchten lassen, erlauben wir auch unbewusst anderen Menschen, das Gleiche zu tun.Wenn wir von unserer eigenen Furcht befreit sind, befreit unsere Gegenwart automatisch auch andere.“

Licht und Dunkelheit – mit diesem Gegensatzpaar und anderen Stichwörtern („Kind Gottes“, „Herrlichkeit Gottes“) spricht der Text weihnachtliche Themen an. simplify-Anregungen dazu:

 

Zeigen Sie Ihre Größe

 

Viele Menschen lassen ihre Talente und Kompetenzen brach liegen – weil sie sie selbst gering schätzen („Das kann doch jeder“) oder weil sie Angst davor haben, als „Überflieger“ abgelehnt zu werden.

 

simplify-Anregung: Betrachten Sie Ihre Gaben als Geschenk eines großen Schöpfers oder einer großen Schöpfung. Betrachten Sie sich nicht als Teil einer „Masse kleiner Leute“, sondern als Teil des prachtvollen Universums! Ihre Talente sind wie Ihre Augenfarbe, Ihre Schuhgröße oder Ihr Lachen Teil Ihrer Person. Setzen Sie sie selbstbewusst und selbstverständlich ein. Ermutigen Sie andere, sich auch etwas zuzutrauen. Damit tun Sie allen Gemeinschaften etwas Gutes, zu denen Sie gehören (Familie, Kollegenkreis, Sportverein, Kirchengemeinde).

 

 

Wer sich klein macht, wird auch klein

 

Die aktuelle Wirtschaftsschwäche zeigt: Die Gier Einzelner kann bedrohlich für alle werden. Aber umgekehrt ist es auch verhängnisvoll, wenn (wie gegenwärtig in Deutschland) die Menschen einer Volkswirtschaft sich aus Furcht schwächer machen, als sie sind. Dann unterscheiden sie nicht mehr zwischen „Luxus“ und „notwendig“, halten wichtige Anschaffungen zurück und bringen das System so tatsächlich zum Erliegen.

 

 

Lassen Sie Ihr Licht leuchten

 

Einfach herrlich: die strahlenden Augen eines Kindes, wenn es die geliebten Großeltern erblickt, das verloren geglaubte Spielzeug oder den Weihnachtsgabentisch. simplify-Anregung: Was lässt Ihre Augen leuchten? Menschen, deren Gegenwart Ihnen guttut; ein Hobby, das Sie mit Begeisterung erfüllt; ein Ziel, das Sie sich selbst gesetzt haben. Geben Sie diesen Menschen und Aktivitäten in Ihrem Leben mehr Raum. Sie werden merken: Ihr inneres Strahlen strahlt auch auf andere Menschen aus.

 

 

Was uns dieser Text noch lehrt

 

Dieser ansprechende Text, der übers Internet weit verbreitet ist, wird vielfach als „Teil der Antrittsrede Nelson Mandelas als Staatspräsident von Südafrika (1994)“ bezeichnet. Doch Mandela hat, das ergaben unsere Recherchen, diese Worte nie gesprochen.

Vielleicht sind Sie darüber so enttäuscht, wie wir es zunächst waren: Der Text spiegelt gar nicht die Lebensweisheit des jahrzehntelang inhaftierten, späteren Friedensnobelpreisträgers wider! Vielmehr stammt er aus der Feder von Marianne Williamson, einer selbsternannten Expertin für spirituelle Fragen, die im Übrigen in den USA eine bekannte Autorin und Rednerin ist (Marianne Williamson: Rückkehr zur Liebe. Wilhelm Goldmann Verlag, München 1993. ISBN-13: 978-3442122097, 8,95 €).

Ziehen Sie daraus für sich (wie wir für uns) eine simplify-Konsequenz: Seien Sie offen für gute Gedanken – unabhängig davon, wer sie ausspricht. Überlisten Sie Ihre Vorurteile. Lesen Sie einen Zeitungsartikel, ohne zuvor nachzusehen, wer ihn verfasst hat. Lassen Sie sich Kritik aus Ihrer Abteilung schriftlich und anonym geben, bevor Sie sie in einem Meeting diskutieren.

 

 

Spiritualität mit dem Polarstern

 

Wie Sie zu Ihrem persönlichen Lebensziel finden

Wenn Sie einmal den Polarstern am Himmel entdeckt haben,werden Sie ihn immer wiederfinden. Zu jeder Jahreszeit und Stunde befindet er sich an derselben Stelle. Das Weltall scheint sich um ihn zu drehen, und wo der Polarstern ist, ist immer Norden. So orientierten sich schon vor vielen Jahrtausenden die Seefahrer und die Reisenden in der Wüste. Heute kennen ihn nur noch wenige.

Noch viel weniger Menschen wissen, dass es einen solchen unverrückbaren Orientierungspunkt auch in ihrem Inneren gibt. Wer seinen Orientierungspunkt nicht kennt, fühlt sich oft müde, allein gelassen und unzufrieden. Wer seinem Polarstern folgt, führt ein glückliches und erfülltes Leben. Es gibt Menschen, die einen intuitiven Zugang zu ihrem Stern haben. Die meisten anderen brauchen dazu etwas Anleitung. Seit vielen Jahren macht die amerikanische Lebensberaterin Martha Beck nichts anderes, als Menschen diese Fähigkeit beizubringen. Hier ist ihre Methode:

 

Unterscheiden Sie zwischen Ich und Selbst

 

Ihr Selbst, Ihr einzigartiger innerster Wesenskern, wurde gestaltet, noch bevor Sie geboren wurden. Es steckt in Ihren Genen, es weist über Sie hinaus. Ihr Selbst ist unabhängig davon, wann und wo und in welcher Kultur Sie geboren und erzogen wurden. Ihr Ich dagegen wurde und wird geprägt durch Ihre Umwelt, die Menschen um Sie herum, Ihre Erziehung, die Religion und viele andere Faktoren. Ihr Ich lernt ständig. Es ist nicht besser oder schlechter als Ihr Selbst. Nur: Ihr Lebensglück leidet, wenn Ich und Selbst zu weit voneinander entfernt liegen. Wenn Ihr Ich das Selbst aus den Augen verliert, wird Ihr Leben fade und lustlos. Sie verlieren Energie, werden körperlich krank oder suchen Zuflucht in einer Sucht.

 

Lassen Sie Ihr Ich ausruhen

 

Es klingt paradox: Um den im Selbst verborgenen Polarstern zu finden, muss das Ich einmal zurücktreten. Das hört sich leichter an, als es ist. In all unseren Lebensjahren haben wir gelernt, ein möglichst perfekt funktionierendes Ich zu erschaffen: von anderen akzeptiert werden, effizient arbeiten, andere glücklich machen. Zugang zum Polarstern bekommen Sie durch Nicht-Tun. Es ähnelt dem Nichtstun, erfordert aber Ihre innere Aufmerksamkeit. Viele Menschen tun sich schwer damit, sich selbst zurückzunehmen und alles Gelernte loszulassen. „Ich muss doch Geld verdienen“, sagen sie. Wenn Sie aber in Kontakt mit Ihrem Polarstern sind, so die vielfache Erfahrung von Martha Beck, werden Sie Ihren Lebensunterhalt viel müheloser und lustvoller verdienen.

 

Erinnern Sie sich an Ihr Selbst

 

A. Erinnern Sie sich: Zu welchen Aktionen haben Sie immer Lust? Was macht Sie stets wach? Schreiben Sie 3 solche Aktivitäten auf und kreisen Sie zum Schluss die allerschönste der 3 ein. Tun Sie das bei den nächsten Fragen auch.

B. Welche Menschen nerven Sie nie? In der Gesellschaft von wem sind Sie eigentlich immer gut gelaunt? Schreiben Sie 3 Namen auf.

C. Wann waren Sie in Ihrem Leben außergewöhnlich gesund? Schreiben Sie 3 Situationen auf, in denen Sie ganz besonders fit und gut drauf waren.

D. An welche Art von Dingen können Sie sich besonders gut erinnern? Jeder Mensch hat ein partielles Supergedächtnis – der eine kann sich Pflanzennamen merken, aber keine Telefonnummern, der andere merkt sich technische Angaben aus Prospekten, aber keine Personennamen. Notieren Sie die 3 besten Merk-Kategorien Ihres Gehirns.

E. Bei welcher Art von Aktivität vergessen Sie die Zeit um sich herum? Wieder 3 Aktivitäten schriftlich festhalten.

F. Gibt es Orte, Dinge, Personen, von denen Sie magisch angezogen werden? 3 notieren, Nummer 1 markieren.

G. Was muss passieren, damit Sie in guter Stimmung sind? Alle Arten von Nennungen sind erlaubt: Wetter, Geld, Menschen, Tiere, Kleidung usw. Das sind die letzten 3 Angaben auf Ihrer Polarstern-Liste.

 

Erschaffen Sie sich Ihre Idealsituation

 

Gestalten Sie aus den 7 markierten Beschreibungen aus Ihrer Liste ein traumhaft schönes Szenario: An einem herrlichen Tag machen Sie A zusammen mit B. Sie fühlen sich prächtig, noch besser als damals bei C. Sie reden über D, als ein Brief eintrifft: ein Angebot, zu einem sehr guten Gehalt E zu machen, und der Job ist sogar verbunden mit F. Jetzt fühlen Sie sich wie damals bei G.

 

 

Sehen Sie Ihren Stern aufblitzen

 

Wie war diese Idealsituation für Sie? Hat Ihr Herz manchmal einen kleinen Sprung gemacht? Das waren die Momente, in denen Sie Ihren Polarstern sehen konnten. Bei manchen Menschen genügt bereits ein solcher winziger Moment, und sie beginnen, ihr äußeres Leben auf diesen Stern hin zu ändern.

Ausführlich gibt es das alles bei: Martha Beck, Das Polaris-Prinzip. Scherz Verlag, München 2002. ISBN 3-778-79090-0. 22 €.

 

 

 

Mehr Achtsamkeit und Lebensfreude durch Spiritualität

 

Vom achtsamen Umgang mit der eigenen Lebenszeit

Niemand möchte seine Lebenszeit vergeuden. Doch oft gehen gerade Menschen, die nach einem erfüllten Leben streben, achtlos an Wertvollem im eigenen Alltag vorbei. Ignatius von Loyola (1491–1556), der Gründer des Jesuitenordens, empfiehlt als Weg zu einer werterfüllten Lebenszeit die Achtsamkeit. Er nannte diese Übung „Examen“. Hier die Tipps und praktischen Übungen für Ihre Spiritualität von Jesuitenpater Dr. Benno Kuppler.

Das Gute wahrnehmen

Kritik und Selbstkritik helfen Ihnen zu erkennen, wo Veränderungen in Ihrem Leben angesagt sind. Doch die dafür nötige Kraft erhalten Sie aus dem Wahrnehmen des Geglückten im Alltag. Der Tagesrückblick des Ignatius dient Ihnen dazu, sich an Geglücktes konkret zu erinnern.

simplify-Übung: Stärken Sie die Wahrnehmung des Geglückten. Nehmen Sie jedes Mal, wenn Sie sich über etwas freuen, eine Münze aus Ihrem Geldbeutel und stecken Sie die in eine Jackentasche oder ein Seitenabteil Ihrer Handtasche. Am Abend nehmen Sie jede einzelne Münze und erinnern sich konkret, warum Sie diese eingesteckt haben. So sehen Sie, was Sie während des Tages an Gutem eingenommen haben.

 

Im Hier und Jetzt leben

 

So wichtig das Planen der Zukunft auch ist:Wer die Gegenwart nur an ihrem Nutzen für die Zukunft misst, entwertet sie. Geben Sie der Gegenwart ihren Wert zurück.

simplify-Übung: Halten Sie irgendwann mitten im Tag inne und konzentrieren Sie alle Ihre Sinne auf die Gegenwart:Was sehen Sie? Was riechen Sie? Was hören Sie? Was fühlen Sie mit Ihren Händen? Spüren Sie Ihren Standpunkt: Was trägt mich? Was ist alles unter mir? Denken Sie nach oben: Was ist über mir? Wo beginnt die Unendlichkeit des Alls?

 

 

Sich für andere öffnen

 

Sie können nicht für jeden Menschen, dem Sie begegnen, da sein. Aber wenn Sie sich mit einem Menschen näher beschäftigen, etwa bei einem Treffen oder einem Telefonat, dann schenken Sie ihm Ihre volle Aufmerksamkeit. Machen Sie nicht nebenbei etwas anderes und seien Sie mit den Gedanken nicht schon beim nächsten Termin.

simplify-Übung: Beim nächsten Gespräch zeigen Sie Ihrem Gegenüber Ihre volle Wertschätzung: Seien Sie präsent. Stimmen Sie sich darauf ein, indem Sie Ihr Handy vor dem Gespräch komplett ausschalten oder es zu Hause in Ihrem Büro liegen lassen.

 

 

Reifen lassen

 

„Schneller, schneller!“ heißt heute in vielen Bereichen die Devise. Doch nicht alles im Leben lässt sich beschleunigen: die Entwicklung einer Freundschaft, das Loslassen einer geliebten Person, berufliche Neuanfänge oder große Visionen – das alles braucht Zeit zum Wachsen und Reifen. Diese Zeit lässt sich nicht im Voraus genau festlegen oder gar beschleunigen.

simplify-Übung: Stellen Sie sich aufrecht hin, legen Sie die Hände aufs Zwerchfell und atmen Sie hörbar tief ein und aus. Spüren Sie, wie tief Ihr Atem nach unten reicht und Sie innerlich belebt? Üben Sie diesen „langen Atem“ statt kurzatmiger Hektik.

 

 

Das Ganze leben

 

Nicht nur die Hoch-Zeiten Ihres Lebens sind wertvoll, sondern auch die, in denen es um Abschied, Krankheit, Leid, Trauer oder Scheitern geht.

simplify-Tipp: Weichen Sie schmerzhaften Themen bei sich und anderen nicht aus. Beispiel: Wem gekündigt wurde, der verschwindet oft sang- und klanglos von seinem Arbeitsplatz. Besser: Verabschieden Sie sich offiziell von einem gekündigten Kollegen. Falls Ihnen gekündigt wurde: Verabschieden Sie sich selbst von Ihren Kollegen, beispielsweise mit einem kleinen Umtrunk. Dadurch legen Sie für den Betroffenen und sich selbst einen wesentlichen Grundstein für einen positiven Neuanfang.

Diplom-Theologe und Diplom-Kaufmann Benno Kuppler SJ bietet Vorträge, Seminare und persönliches Coaching in den Bereichen Werte – Wirtschaft – Weiterbildung an. Seine Website: www.we-wi-we.de.

 

Mehr Spiritualität mit Gelassenheit

 

 

Das Vermächtnis von Papst Johannes XXIII.

Zunächst als Verlegenheitskandidat gewählt, wurde Giuseppe Roncalli (1881– 1963) zum beliebtesten Papst des 20. Jahrhunderts. Klugheit und Erneuerungskraft verband Johannes XXIII. mit seiner legendären humorvollen Gelassenheit.

Gerne erzählte er, was sein Schutzengel ihm öfter ins Ohr flüsterte: „Nimm dich nicht so wichtig, Giovanni!“ Auch das hohe Amt änderte nichts an seiner Bescheidenheit: „Papst kann jeder werden. Der beste Beweis dafür bin ich selbst.“ Johannes XXIII. wollte „frische Luft in die Kirche lassen“ und mit dem Konzil neue Wege einschlagen: „Ohne etwas heilige Verrücktheit kann die Kirche nicht wachsen.“

So saß von 1958 an ein Mensch auf dem Papstthron, der „Heiterkeit, innere Ruhe und Hingabe an Gott“ als die 3 einfachen Säulen seines Lebens bezeichnete. Seine Haltung war geprägt von Güte und Zuversicht. Entsprechend menschenfreundlich fallen seine 10 Regeln der Gelassenheit aus. Sie passen ideal zum simplify-Weg der kleinen Schritte und überfordern niemanden. Gerade etwas trägere Zeitgenossen finden hier die richtige Rezeptur aus Selbstmotivation und Selbstverpflichtung mit einer Prise Spiritualität. Johannes XXIII. war ein Simplifyer und ein überzeugter Optimist: „Ich habe noch nie einen Pessimisten nützliche Arbeit für die Welt tun sehen.“

 

1. Leben

Nur für heute werde ich mich bemühen, einfach den Tag zu erleben – ohne alle Probleme meines Lebens auf einmal lösen zu wollen.

 

2. Sorgfalt

Nur für heute werde ich großen Wert auf mein Auftreten legen und vornehm sein in meinem Verhalten. Ich werde niemanden kritisieren. Ich werde nicht danach streben, die anderen zu korrigieren oder zu verbessern – nur mich selbst.

 

 

 

3. Glück

 

Nur für heute werde ich in der Gewissheit glücklich sein, dass ich für das Glück geschaffen bin – nicht für die andere, sondern auch für diese Welt.

 

 

4. Realismus

 

Nur für heute werde ich mich den Umständen anpassen, ohne zu verlangen, dass die Umstände sich an meine Wünsche anpassen.

 

 

 

5. Lesen

 

Nur für heute werde ich 10 Minuten meiner Zeit einer guten Lektüre widmen. Wie das Essen notwendig ist für das Leben des Leibes, ist eine gute Lektüre notwendig für das Leben der Seele.

 

 

 

6. Handeln

 

Nur für heute werde ich eine gute Tat vollbringen. Und ich werde es niemandem erzählen.

 

 

7. Überwinden

Nur für heute werde ich etwas tun, wozu ich keine Lust habe. Sollte ich mich dadurch innerlich kränken, werde ich dafür sorgen, dass es niemand merkt.

 

 

8. Planen

Nur für heute werde ich ein genaues Programm aufstellen. Vielleicht halte ich mich nicht exakt daran. Aber ich werde es aufschreiben und mich vor 2 Übeln hüten: vor der Hetze und vor der Unentschlossenheit.

 

9. Mut

Nur für heute werde ich keine Angst haben. Ganz besonders werde ich keine Angst haben, mich an allem zu freuen, was schön ist – und ich werde an die Güte glauben.

 

10. Vertrauen

Nur für heute werde ich fest daran glauben (selbst wenn die Umstände das Gegenteil zeigen sollten), dass die gütige Vorsehung Gottes sich um mich kümmert, als gäbe es sonst niemanden auf der Welt.

 

Spiritualität mit mehr Spaß

Was Sie tun können, wenn der Gottesdienst in Ihrer Gemeinde zu fade ist

„Ich würde so gern sonntags in die Kirche gehen, aber unser Gottesdienst hier ist so uninspiriert und langweilig. Im Urlaub habe ich großartige Gottesdienste erlebt und bin traurig, dass es bei mir zu Hause so anders ist. Haben Sie Tipps, wie ich das verändern kann?“ So schrieb eine Leserin, deren Namen und Wohnort wir lieber nicht verraten. In Zusammenarbeit mit dem Pfarrer Klaus Douglass aus Niederhöchstadt bei Frankfurt/M. hier ein paar Vorschläge, wie Sie mit kleinen Schritten eine positive Revolution vor Ort in Gang bringen können (auch wenn Sie nicht der Pfarrer sind) und die Spiritualität am Sonntag wieder mehr Spaß macht.

 

Bieten Sie sich an

Wenn Sie Pfarrer oder Kirchenvorsteher auf einen attraktiveren Gottesdienst ansprechen, werden Sie oft hören: „Was sollen wir denn noch alles tun, wir schaffen es ja jetzt schon kaum.“

simplify-Tipp: Machen Sie deutlich, dass Sie nicht motzen, sondern mithelfen möchten. Suchen Sie sich Mitstreiter. Einer kann kaum etwas in Gang bringen, eine Gruppe von 5 aber kann viel bewegen.

 

Entscheidender Anfang

Der 1. Eindruck bei einer Veranstaltung ist entscheidend. Herrscht hier Gastfreundlichkeit? Bin ich als Neuer willkommen?

simplify-Tipp: Falls es in Ihrer Gemeinde noch keinen Begrüßungsdienst an der Eingangstür gibt, regen Sie einen an. Bieten Sie an, selbst mitzumachen. Menschen bevorzugen es, von in etwa gleichaltrigen Personen willkommen geheißen zu werden. Eine wichtige Hilfe sind Namensschilder für die Begrüßenden. Auch der/die Pfarrer/in sollte vor und nach dem Gottesdienst im Kirchenraum anwesend sein. Für manches Gemeindemitglied ist es der Höhepunkt der Woche und wichtig für die Spiritualität des Sonntags, mit seinem Pastor ein paar persönliche Worte gewechselt zu haben.

 

Schlüsselfaktor Marktforschung

Häufiges Argument gegen Veränderungen: „Das will unsere Gemeinde nicht.“ Aber wurde die wirklich befragt? Kennt man die Meinung derer, die nicht in die Kirche kommen?

simplify-Tipp: Fädeln Sie eine Umfrage ein, etwa als Beilage zum Gemeindebrief. Tenor: „Ich würde in den Gottesdienst kommen, wenn ...“ Wo immer solche Befragungen durchgeführt wurden, kam es zu überraschenden Resultaten. Die Menschen wünschten sich einen Gottesdienstbeginn um 11 Uhr oder am Nachmittag (Sonntag ist Ausschlaftag!), mehr Stille – und meist ganz andere Lieder.

 

Schlüsselfaktor Musik

Ob eine Kirche voll ist oder nicht, so das Ergebnis zahlreicher Untersuchungen, hängt zu über 60 % von der Musik ab. Auch ein Starprediger kann die Bänke nicht füllen, wenn die akustische Umgebung nicht stimmt. Orgelmusik ist mit einem Anteil von 0,2 % die unbeliebteste Gattung des Musikmarktes. Warum versteifen sich Kirchen ausgerechnet auf dieses Segment? Schon wenn der Organist von der Empore herabsteigt und in die Tasten eines Klaviers greift, vervielfacht sich die Akzeptanz der Musik durch das Publikums. Spiritualität darf schließlich auch ausgelassen und fröhlich sein.

simplify-Tipp: Wenn Sie eine Band oder einen publikumswirksamen Musiker kennen, vermitteln Sie die Ihrer Gemeinde. Sponsern Sie moderne Musik im Gottesdienst.

 

Weniger ist mehr

Gibt es im Gottesdienst Ihrer Gemeinde Gelegenheiten für Stille und Gebet? Oder ist alles überfüllt mit liturgischen Gesängen, Texten und Ansprachen? Können Sie sich mit den vorgetragenen Gebeten identifizieren? Die Grundidee des Gebets lautet: nach der Hand Gottes greifen und nicht nur nach den Gaben, die er in seiner Hand hält. Beten ist mehr als „bitten um“. Man braucht Ruhe für diesen Aspekt der Spiritualität.

simplify-Tipp: Kämpfen Sie für mehr Stille. Oft wird aus einem mühsam zu ertragenden Gottesdienst eine froh machende Veranstaltung, wenn Dinge mutig weggelassen werden (was manchmal schwerer fällt, als Neues einzuführen).

Viele weitere Anregungen gibt es in: Klaus Douglass, Gottes Liebe feiern. C & P Verlag, Emmelsbüll 1999, 15 €. ISBN 3-928093-06-1.

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